Cohere, Schwarz-Gruppe

Cohere erhält bis zu 7 Milliarden Dollar von Schwarz-Gruppe

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Finanzierungsrunde soll Cohere die weltweite Expansion ermöglichen und die Entwicklung eigener KI-Modelle beschleunigen. Schwarz Digits will die Technologie in der STACKIT-Cloud einsetzen und damit die eigene Digitalstrategie vertiefen.

Kapital und Standorte von Cohere

  • Cohere strebt in der Series-E-Runde bis zu 7 Milliarden kanadische Dollar an.
  • Die Bewertung des Unternehmens steigt dadurch auf rund 35,7 Milliarden kanadische Dollar.
  • Der frühere Aleph-Alpha-Sitz in Heidelberg bleibt als Forschungs- und Entwicklungsstandort erhalten.
Aidan Gomez, Mitbegründer von Cohere, hat große Pläne für sein Start-up. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Cohere erhält Milliardenkapital von der Schwarz-Gruppe

Das kanadisch-deutsche KI-Unternehmen Cohere hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die als größte private Kapitalaufnahme in der Geschichte der kanadischen Technologiebranche gilt. Im Rahmen der Series-E-Runde strebt das Unternehmen ein Volumen von bis zu 7 Milliarden kanadischen Dollar an, was rund 4,7 Milliarden Euro entspricht.

Angeführt wird die Runde von der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland; zu den weiteren Kapitalgebern zählen die kanadische Regierung und bestehende Investoren wie Nvidia.

Bewertung steigt auf 35,7 Milliarden Dollar

Mit der Finanzierungsrunde wird Cohere mit rund 35,7 Milliarden kanadischen Dollar bewertet, umgerechnet etwa 23,9 Milliarden Euro. Das Kapital soll in die Modellentwicklung, die technische Infrastruktur und die globale Expansion fließen.

Cohere unterhält neben Toronto einen Hauptsitz in Berlin. Der bisherige Standort des Heidelberger KI-Unternehmens Aleph Alpha bleibt als zentraler Forschungs- und Entwicklungsstandort bestehen.

Zusammenschluss mit Aleph Alpha

Die Position von Cohere wurde bereits durch den Zusammenschluss mit Aleph Alpha gestärkt. Die Transaktion verbindet europäische Forschung und Erklärbarkeit mit der internationalen Skalierung von Cohere. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hatte damals erklärt: «Es wird ein globaler KI-Champion entstehen».

De facto handelt es sich bei der «transatlantischen Fusion» um eine Übernahme von Aleph Alpha durch Cohere. Der Heidelberger Standort soll dabei seine Funktion innerhalb des erweiterten Unternehmens behalten.

Unternehmenskunden statt Massenmarkt

Cohere spezialisiert sich auf sogenannte souveräne KI und richtet sich ausschließlich an Unternehmenskunden und Regierungen. Die Systeme sollen in privaten Clouds, auf eigener Infrastruktur oder in vollständig isolierten Umgebungen betrieben werden können.

Damit zielt das Unternehmen auf Organisationen, die Daten besonders streng kontrollieren und Datenschutzvorgaben in regulierten Branchen einhalten müssen. Cohere-Mitgründer und Vorstandschef Aidan Gomez betonte, der Fokus liege weiterhin auf großen Sprachmodellen und dem technologischen Wettbewerb an der Spitze.

Schwarz Digits will STACKIT ausbauen

Für die Schwarz-Gruppe ist die Investition Teil ihrer Digitalstrategie. Christian Müller, CEO der IT-Sparte Schwarz Digits, sagte: «Bei digitaler Souveränität geht es um strategische Wahlfreiheit, Interoperabilität und darum, die Schlüssel zu den eigenen Daten selbst in der Hand zu behalten.»

Die KI-Modelle von Cohere sollen direkt in der STACKIT-Cloud-Infrastruktur verankert werden. Branchenbeobachter sehen in der Finanzierungsrunde zudem eine mögliche Vorbereitung auf einen späteren Börsengang.

Die Finanzierungsrunde ordnet Cohere in den internationalen Wettlauf um leistungsfähige KI-Modelle ein. Anders als Anbieter, die ihre Dienste stark an Privatkunden vermarkten, konzentriert sich das Unternehmen auf Firmen und staatliche Stellen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Modellqualität, sondern auch die Frage, wo Daten verarbeitet werden und wer die technische Infrastruktur kontrolliert.

Der Ansatz der souveränen KI gewinnt für Behörden und regulierte Branchen an Bedeutung. Systeme, die in privaten Clouds, auf eigener Hardware oder abgeschottet betrieben werden können, sollen Abhängigkeiten von großen US-Plattformen verringern. Für europäische Kunden verbindet sich damit die Hoffnung auf mehr Kontrolle über Datenschutz, Sicherheitsanforderungen und Betriebsentscheidungen.

Europäische Infrastruktur als strategischer Faktor

Die Beteiligung der Schwarz-Gruppe passt zu deren Aufbau eigener digitaler Infrastruktur. Mit STACKIT verfügt der Konzern über eine Cloud-Plattform, in der Cohere-Modelle eingesetzt werden sollen. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen KI-Entwicklung, Rechenkapazität und industrieller Anwendung, die über eine reine Finanzbeteiligung hinausgeht.

Der Zusammenschluss mit Aleph Alpha erweitert diese Perspektive um einen europäischen Forschungs- und Entwicklungsstandort. Das frische Kapital soll Cohere zugleich ermöglichen, Modelle, Infrastruktur und internationale Präsenz auszubauen. Für die Kunden wird damit entscheidend, ob das Unternehmen seine technologische Leistungsfähigkeit mit verlässlicher Datenhoheit und wettbewerbsfähigen Kosten verbinden kann.

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