Cociety-Studie, Meinung

Cociety-Studie: 98% fühlen sich frei, ihre Meinung zu äußern

18.06.2026 - 09:53:52 | boerse-global.de

Die Cociety-Studie belegt: Strukturierte Bürgerbegegnungen fördern Offenheit und kritisches Denken. Hamburger Projekt CoSaturday zeigt positive Wirkung auf Zusammenhalt.

Cociety-Studie: Bürgerdialoge steigern gesellschaftliche Resilienz
Cociety-Studie - Eine vielfältige Gruppe von Menschen diskutiert in einem modernen Konferenzraum, symbolisierend gesellschaftliche Resilienz und Dialog. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegt die Cociety-Studie, die im Juni 2026 vorgestellt wurde. Im Fokus stehen Offenheit, kritisches Denken und Verantwortungsbereitschaft.

Hamburger Projekt CoSaturday überzeugt

Zwischen 2023 und 2025 lief in Hamburg das Projekt CoSaturday. 50 repräsentativ ausgewählte Bürger nahmen an vier Dialogveranstaltungen teil. Die Ergebnisse sind eindeutig: Sämtliche Teilnehmer würden erneut an einem solchen Austausch teilnehmen.

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78 Prozent der Beteiligten gaben an, Gegenpositionen nach den Gesprächen besser zu verstehen. 98 Prozent fühlten sich frei, ihre eigene Meinung zu äußern. Dr. Marina Beermann, Geschäftsführerin von Cociety, und Stifter Prof. Dr. Michael Otto betonten die nachweisbare Steigerung der gesellschaftlichen Resilienz durch solche Formate.

Arbeitsplatz als Ort des Austauschs

Mitte Juni 2026 präsentierte die Studie „Vom Ich zum Wir“ auf der Fachveranstaltung CDX26 weitere Erkenntnisse. Der Arbeitsplatz kann demnach eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Resilienz spielen. Unternehmen sollten Begegnung und Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg fördern. Ende Juni 2026 vertieft eine Veranstaltung im Hamburger Betahaus diese Konzepte.

Zusammenhalt in der Bevölkerung: differenzierte Wahrnehmung

Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterstreicht eine Studie von ARD, ZDF und Deutschlandradio aus dem Jahr 2025. Drei Viertel der Deutschen sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt als gefährdet an. Besonders soziale Ungleichheiten wurden als Risikofaktor identifiziert. Gleichzeitig berichteten 80 Prozent der Befragten über starke private Unterstützungsnetzwerke.

Eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Medienforschung im Auftrag der Aktion Mensch lieferte am 15. Juni 2026 besondere Einblicke. Sie befasste sich mit der Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Forscher PD Dr. Jan-Hinrik Schmidt und Milena Braun stellten fest: Diese Gruppe weist ein geringeres Zugehörigkeitsempfinden auf und betrachtet die Demokratie kritischer. Gleichzeitig engagiert sie sich häufiger politisch oder ehrenamtlich und vertraut staatlichen Institutionen mehr als der Durchschnitt.

Industrie setzt auf Resilienzstrategien

Auch die Wirtschaft entdeckt den Begriff der Resilienz. Eine BDI-Umfrage unter 154 größeren Industrieunternehmen zeigt: 77 Prozent der Betriebe verfügen bereits über eine dezidierte Resilienzstrategie. BDI-Präsident Peter Leibinger betonte die Bedeutung eines politischen Rahmens für die industrielle Widerstandsfähigkeit. Zu den häufigsten Maßnahmen zählen erweitertes Risikomanagement und Investitionen in neue Verfahren.

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Der TÜV-Verband forderte in einem Positionspapier vom 17. Juni 2026 verbindliche Mindeststandards für kritische Infrastrukturen (KRITIS). Der Hintergrund: steigende Sicherheitsrisiken. Für 2025 wurden 321 Sabotageverdachtsfälle und rund 1.300 verdächtige Drohnenüberflüge registriert. 15 Prozent der Unternehmen gaben an, Opfer von Cyberangriffen geworden zu sein.

Finanzielle Vorsorge als weitere Säule

Die finanzielle Stabilität bildet eine weitere Säule der Resilienz. Ein „Resilienz-Check“ von LV 1871 und YouGov aus April 2026 ergab: Fast die Hälfte der Bundesbürger verspürt ein gestiegenes Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit. Dennoch fühlt sich mehr als die Hälfte nur mittelmäßig oder schlecht abgesichert. Auslöser für verstärkte Vorsorge sind vor allem Krankheitsfälle im Umfeld, Immobilienkäufe oder Familienveränderungen.

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