Cloudflare, Telekom

Cloudflare und Telekom: Direkte Netzanbindung soll am 1. Oktober fertig sein

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Direkte Netzanbindung und gemeinsamer Vertrieb verbinden Cloudflare-Sicherheitslösungen mit dem europäischen Unternehmenskundengeschäft von T-Systems.

Deutsche Telekom und Cloudflare beenden Streit mit strategischer Partnerschaft
Moderne Glasfaser-Netzwerkinfrastruktur in einem hochtechnologischen Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Telekom AG und der US-amerikanische Cloud-Spezialist Cloudflare haben ihren langjährigen Konflikt um Netzwerkgebühren und Datentransport beigelegt. Wie beide Unternehmen Ende September 2026 bekannt gaben, mündet die Einigung in eine umfassende strategische Partnerschaft.

Die Kooperation umfasst neben der technischen Netzwerkanbindung auch eine tiefgreifende Vertriebszusammenarbeit im Bereich der Unternehmenssicherheit und Netzkonnektivität.

Ende der Transit-Umwege und direkte Interkonnektion

Kern der Vereinbarung ist die direkte Interkonnektion der globalen Cloudflare-Plattform mit den Netzen der Deutschen Telekom. Zuvor war der Datenverkehr zwischen den beiden Anbietern über teilweise überlastete Transit-Routen geleitet worden. Diese verliefen häufig über Knotenpunkte in London oder New York und nutzten Dienstleister wie Arelion, Cogent, Lumen, NTT, GTT oder Tata.

Die technische Umstellung auf ein direktes „Paid Peering“ wurde bereits zum 30. September eingeleitet. Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Telekom soll die vollständige Migration der Datenströme voraussichtlich am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, abgeschlossen sein.

Von den bisherigen Leistungseinbußen durch die indirekte Routenführung war laut Unternehmensangaben nur ein geringer Prozentsatz der Telekom-Kunden betroffen. Am Nachmittag des Tages der Ankündigung waren in Messungen noch keine unmittelbaren Änderungen im Routing feststellbar.

Vertriebspartnerschaft über T-Systems

Die Einigung löst einen langjährigen Streit über die Finanzierung der Netzkapazitäten. Während Cloudflare ursprünglich ein kostenfreies „Settlement-Free Peering“ forderte, bestand die Telekom unter Verweis auf asymmetrische Datenvolumina und das „Sender-Pays-Prinzip“ auf Zahlungen für die Einspeisung in ihr Access-Netz (AS3320). Die Lösung sieht nun vor, dass die Kompensation nicht über klassische Netzgebühren, sondern über eine B2B-Vertriebspartnerschaft erfolgt.

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Im Rahmen dieser Kooperation wird die Großkundensparte T-Systems künftig Security- und Connectivity-Lösungen von Cloudflare an europäische Enterprise-Kunden vertreiben. Das Angebot umfasst den Schutz von Anwendungen, Netzwerken und Daten sowie KI-Workloads.

T-Systems integriert hierfür die Cloudflare-Connectivity-Cloud in das eigene Portfolio und übernimmt die Beratung, Bereitstellung sowie Managed Services. Die Deutsche Telekom schult und zertifiziert zudem eigenes Personal auf der Cloudflare-Plattform, um Kunden eine Betreuung aus einer Hand bieten zu können.

Technologische Zusammenarbeit und Marktreaktion

Über das aktuelle Produktportfolio hinaus planen beide Partner eine Zusammenarbeit bei Zukunftsthemen wie der Post-Quanten-Kryptografie und der digitalen Souveränität. Cloudflare, das Rechenzentren in rund 300 Städten weltweit betreibt und Inhalte für mehr als ein Viertel aller Webseiten ausliefert, erhält durch die Partnerschaft direkten Zugang zur Vertriebsorganisation der Telekom in Europa.

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Seitens der Unternehmen begleiten Stephanie Cohen, Chief Strategy Officer bei Cloudflare, sowie Kerstin Baumgart, Director Wholesale und Vorständin bei Telekom Deutschland, das Vorhaben.

Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht. Analysten bewerten die Partnerschaftsmeldung ohne offengelegte Konditionen primär als „Sentiment-Ereignis“. Historisch neigen Kursbewegungen bei solchen Ankündigungen dazu, bei kleineren Partnern zunächst deutlicher auszufallen und dann zu verblassen, sofern keine konkreten Umsatzrahmen folgen.

An der NYSE verzeichnete die Cloudflare-Aktie ein leichtes Plus von 0,19 % auf 354,75 US-Dollar. Die Aktie der Deutschen Telekom notierte im XETRA-Handel mit einem Minus von 0,86 % bei 26,44 Euro.

Mehr zum Thema bei Caschys Blog: „Deutsche Telekom und Cloudflare: Partnerschaft für Enterprise“

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