Cloud-Ausfallsicherheit, Betrieben

Cloud-Ausfallsicherheit: 78% von Betrieben unzureichend vorbereitet

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine globale Salesforce-Störung während Dreamforce belastete den Aktienkurs. Die Ursache lag in einem Engpass des zentralen Login-Dienstes.

Salesforce: Weltweite Störung legt zentrale Anmeldedienste lahm
Moderne Industriearchitektur mit geometrischen Strukturen und Glasfassaden in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Systemengpass während der Kundenkonferenz Dreamforce

Wie aus einem Bericht vom 16. September 2026 hervorgeht, verzeichnete der US-Softwarekonzern Salesforce am zweiten Tag seiner jährlichen Kundenkonferenz Dreamforce eine weltweite Systemstörung. Der Ausfall begann um etwa 7:50 UTC und erstreckte sich über drei Regionen.

Als maßgebliche technische Ursache ermittelte das Unternehmen einen internen Engpass im zentralen Anmeldedienst. Ab etwa 10:56 UTC begann Salesforce mit dem Ausrollen einer technischen Fehlerbehebung, um die Funktionsfähigkeit der betroffenen Systeme wiederherzustellen.

Marktreaktion und finanzielle Kennzahlen

Die Betriebsstörung traf den Konzern in einer Phase verhaltener Kursbewegungen an den Finanzmärkten. Bereits am 15. September verzeichnete die Salesforce-Aktie einen Rückgang von 1,46 Prozent auf einen Schlusskurs von 255,65 US-Dollar.

Im vorbörslichen Handel am 16. September sank der Wert weiter auf rund 254,40 US-Dollar, womit das Papier den zweiten Handelstag in Folge mit Kursverlusten abschloss. Eine offizielle Schätzung zu den finanziellen Schäden oder den Gesamtkosten der Störung hat Salesforce bislang nicht veröffentlicht.

Auf Konzernebene verfügt das Unternehmen über eine robuste Ertragslage: Im zweiten Quartal belief sich der Umsatz von Salesforce auf 11,35 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach.

Strukturelle Herausforderungen für die Ausfallsicherheit

Der Vorfall rückt die Verwundbarkeit zentraler Authentifizierungs- und Zugangssysteme in komplexen Cloud-Umgebungen in den Fokus. Nach Erkenntnissen aus dem Global Cyber Resilience Report von Cohesity, für den das Marktforschungsinstitut Vanson Bourne im Juli 2026 insgesamt 3.200 IT- und Sicherheitsexperten in zwölf Ländern befragte, weisen viele Unternehmen erhebliche Schwachstellen bei der Absicherung ihrer Betriebsabläufe auf.

Demnach priorisieren 78 Prozent der befragten Betriebe die reine Systemwiederherstellung gegenüber der Sicherstellung einer durchgehenden Betriebskontinuität. Gleichzeitig haben lediglich 22 Prozent ihre Pläne für die Geschäftskontinuität in der Praxis getestet.

Anzeige

Wer sich mit der Absicherung von Betriebsabläufen befasst, sollte auch die gesetzlichen Anforderungen an moderne Technologien kennen. Dieses kostenlose E-Book bietet einen kompakten Überblick über Pflichten und Fristen, die für Unternehmen beim Einsatz innovativer Systeme jetzt relevant sind. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Der Report von Cohesity legt zudem dar, dass 61 Prozent der Unternehmen über Lücken in den Bereichen Cloud, Software-as-a-Service, Identitätsverwaltung oder künstliche Intelligenz berichten. Genau 60 Prozent der befragten Entscheidungsträger wiesen explizit auf Probleme im Identitäts- und Zugriffsmanagement hin.

Dass Engpässe in zentralen Diensten weitreichende Auswirkungen entfalten können, belegen auch übergreifende Branchendaten. Eine Analyse von StackGen, die rund 178.000 öffentlich gemeldete Technologie-Vorfälle auswertete, identifiziert Abhängigkeitsrisiken und Infrastrukturprobleme als maßgebliche Treiber für Betriebsunterbrechungen.

Anzeige

Angesichts zunehmender Komplexität in der IT-Infrastruktur müssen Verantwortliche neue rechtliche Pflichten und Bedrohungsszenarien frühzeitig identifizieren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und Ihr Unternehmen langfristig schützen. Gratis-E-Book zu Cyber Security Trends herunterladen

Fällt ein Authentifizierungsdienst aus, sind nachgelagerte Anwendungen oft selbst dann blockiert, wenn die eigentlichen Anwendungsdatenbanken intakt bleiben.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70125330 |