Clone2Pwn: Android-Transfer-Apps mit über 12 Milliarden Downloads betroffen
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher des Institute of Information Security an der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) haben gravierende Sicherheitslücken in Datenmigrations-Apps von sieben führenden Android-Herstellern aufgedeckt.
Betroffen sind die herstellereigenen Transfer-Werkzeuge Google Switch, Samsung Smart Switch, Vivo EasyShare, Xiaomi Mi Mover, Oppo Clone Phone, Huawei Phone Clone sowie Honor Device Clone. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse wurden im Rahmen der Studie namens Clone2Pwn auf dem European Symposium on Research in Computer Security (ESORICS) 2026 in Rom vorgestellt.
Geringer Angriffsaufwand und weitreichender Datenzugriff
Nach Angaben der IT-Sicherheitsforscher benötigten potenzielle Angreifer lediglich eine technische Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro, um die Schwachstellen auszunutzen. Der Angriff setzte eine Positionierung innerhalb der gewöhnlichen WLAN-Reichweite voraus, die in Innenräumen bei etwa 20 bis 45 Metern liegt.
Über die Einfallstore gelang es den Forschern, die Datenübertragung beim Gerätewechsel mitzulesen. Dabei konnten sensible Informationen wie Kontakte, Anruflisten, SMS, Fotos, Gesundheitsdaten sowie WLAN-Zugangsdaten und Passwörter von Applikationen abgegriffen werden. Darüber hinaus war es in bestimmten Szenarien möglich, manipulierte App-Pakete einzuschleusen und Geräte direkt mit Schadsoftware zu infizieren.
Wer sich mit der Sicherheit seiner mobilen Daten befasst, sollte die grundlegenden Schutzmechanismen seines Geräts genau kennen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Hohe Reichweite durch Vorinstallation
Die praktische Relevanz der gefundenen Mängel ist beträchtlich. Die betroffenen Migrations-Apps verzeichnen zusammen über 12 Milliarden Downloads und sind ab Werk auf nahezu jedem aktuellen Android-Gerät vorinstalliert.
Da Nutzer beim Umzug auf ein neues Smartphone in der Regel auf diese herstellereigenen Werkzeuge zurückgreifen, um Datenbestände vom Altgerät zu übertragen, greift der Datenfluss auf besonders sensible Bereiche des Betriebssystems zu.
Hersteller stellen Sicherheitsaktualisierungen bereit
Alle sieben betroffenen Gerätehersteller haben die Mängel nach dem Bekanntwerden der Sicherheitsanalyse bestätigt. Im Zuge der Meldungen wurden fünf Warnungen der Gefahrenstufe „hoch“ erfasst. Die Hersteller haben auf die Meldungen reagiert und entsprechende Sicherheits-Updates bereitgestellt, um die dokumentierten Angriffspfade zu schließen.
Da Sicherheitslücken in System-Apps eine offene Tür für Cyberkriminelle darstellen können, ist ein proaktives Update-Management unerlässlich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie automatische Updates richtig nutzen und Ihr Gerät rund um die Uhr vor Malware schützen. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber herunterladen
Um Risiken bei einem Smartphone-Wechsel zu minimieren, raten Experten dazu, vor der Durchführung einer Datenübertragung auf beiden beteiligten Geräten sowohl das Betriebssystem als auch die jeweils eingesetzte Migrations-App auf die neueste verfügbare Version zu aktualisieren.
