ClearMEMory-Studie: 66,7 Prozent erreichten mit Memantin relevante Verbesserung
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deKognitive Störungen stellen für viele Menschen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) eine erhebliche Belastung im Alltag dar. Eine im Fachjournal Annals of the Rheumatic Diseases für das Jahr 2026 dokumentierte Untersuchung liefert nun neue Einblicke in potenzielle medikamentöse Behandlungsansätze.
Im Rahmen der klinischen Phase-2-Studie ClearMEMory wurde überprüft, inwiefern der Wirkstoff Memantin kognitive Defizite bei Betroffenen lindern kann. Wie ein Bericht des Branchendienstes medicaldialogues.in vom 26. Oktober 2026 darlegt, deuten die Daten auf messbare kognitive Verbesserungen hin, wenngleich methodische Limitationen eine vorsichtige Interpretation erfordern.
Studiendesign und methodischer Ansatz
Ziel der ClearMEMory-Studie war die Evaluierung von Memantin im Vergleich zu einem Placebo bei Patientinnen und Patienten mit systemischem Lupus erythematodes und einer bereits dokumentierten kognitiven Dysfunktion. Das Behandlungsprotokoll war auf eine Laufzeit von 12 Wochen ausgelegt, wobei die Dosierung des Wirkstoffs schrittweise auf bis zu maximal 40 mg pro Tag gesteigert werden konnte.
Für die Studie wurden insgesamt 131 Personen gescreent. Von diesen wurden 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer randomisiert den beiden Behandlungsgruppen zugewiesen. In die finale Auswertung flossen schließlich die Daten von 43 Probanden ein, darunter 18 in der Memantin-Gruppe und 25 in der Placebo-Gruppe.
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Kognitive Leistungsverbesserung und Verträglichkeit
Zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit kam die neuropsychologische Testbatterie RBANS zum Einsatz. Bei der Betrachtung des RBANS-Gesamtscores verzeichnete die Memantin-Gruppe einen medianen Anstieg um 8 Punkte, während in der Placebo-Gruppe ein Zuwachs von median 5 Punkten gemessen wurde.
Ein Zuwachs von mindestens 8 Punkten auf der RBANS-Skala wurde dabei als klinisch relevante Verbesserung definiert. Diesen Schwellenwert erreichten 66,7 Prozent der mit Memantin behandelten Teilnehmenden gegenüber 36,0 Prozent in der Vergleichsgruppe unter Placebo. Daraus ergab sich eine Number Needed to Treat (NNT) von 3,3.
Neben den objektivierten Testwerten wurde auch die subjektive Einschätzung der Patientinnen und Patienten erhoben. Eine selbstberichtete Besserung gaben 61 Prozent in der Memantin-Gruppe an, verglichen mit 36 Prozent unter Placebo; dieser Unterschied erreichte jedoch keine statistische Signifikanz.
Hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit zeigten sich vergleichbare Raten: Ein Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen erfolgte bei 19 Prozent der Probanden im Memantin-Arm und bei 17 Prozent im Placebo-Arm.
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Einschränkungen der Untersuchung und weiterer Forschungsbedarf
Trotz der positiven Tendenzen unterliegt die Aussagekraft der Phase-2-Studie deutlichen Einschränkungen. So musste die Untersuchung im Zuge einer Unterbrechung während der COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen werden. Dies führte zu einer geringen Gesamtstichprobe. Zudem erfolgte die Auswertung der Daten nicht im Rahmen einer vollständigen Intention-to-Treat-Analyse (ITT).
Fachleute weisen darauf hin, dass die Resultate als vorläufig einzustufen sind. Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Memantin bei kognitiver Dysfunktion im Zusammenhang mit SLE verlässlich zu bestätigen, sind größere, methodisch umfassendere Folgestudien erforderlich.
