Claude-Sicherheit, Anthropic

Claude-Sicherheit: Anthropic startet Enterprise Frontier Safeguards

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 10:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic führt ein Sicherheitskonzept für Firmen ein: Kundeneigene Cloud-Speicher, automatisierte Prüfungen und Zero Data Retention stehen im Fokus.

Anthropic startet EFS: Mehr Cloud-Kontrolle für Unternehmenskunden
Moderne Serverräume mit dunklen Racks und dezenter blauer Beleuchtung zur Darstellung sicherer Cloud-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Das KI-Unternehmen Anthropic hat die Einführung der sogenannten Enterprise Frontier Safeguards (EFS) bekannt gegeben. Mit diesem neuen Sicherheits-Framework erhalten Firmenkunden eine weitreichende Kontrolle darüber, wie ihre Protokolle bei der Nutzung des KI-Modells Claude gespeichert und überprüft werden.

Die Einführung erfolgt laut Unternehmensangaben als Reaktion auf gezieltes Kundenfeedback und den wachsenden Bedarf an strengeren Datenschutzrichtlinien in regulierten Branchen.

Kontrolle über Datenspeicherung in der eigenen Cloud-Infrastruktur

Ein zentrales Merkmal der Enterprise Frontier Safeguards ist die Möglichkeit für Unternehmen, ihre Protokolldaten direkt in ihrer eigenen Cloud-Umgebung zu sichern.

Unterstützt werden hierbei führende Anbieter wie Amazon Web Services (AWS S3), Microsoft Azure (Azure Blob) und die Google Cloud Platform (GCS). Die Daten verbleiben dabei unter der Verschlüsselung mit kundeneigenen Schlüsseln, was die Souveränität der Unternehmen über ihre Informationen stärkt.

Im Rahmen dieses neuen Systems verzichtet Anthropic auf die bisher übliche menschliche Überprüfung der Daten durch eigene Mitarbeiter. Zur Gewährleistung der Sicherheit und zur Erkennung von potenziellem Missbrauch setzt das Unternehmen stattdessen auf automatisierte Überwachungsprozesse. Aktivitätsdaten, die für diese Missbrauchserkennung notwendig sind, werden dabei ebenfalls in der Cloud-Infrastruktur des jeweiligen Kunden gespeichert.

Zusammenarbeit mit Finanzschwergewichten und schrittweiser Rollout

Die Entwicklung von EFS erfolgte in Kooperation mit dem Anthropic Research Council (ARC) sowie einer Gruppe von mehr als 100 Unternehmenskunden. Darunter befinden sich namhafte Institute aus dem Finanzsektor wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citi, die Bank of America, Wells Fargo sowie der Zahlungsdienstleister Mastercard. Diese Zusammenarbeit zielte darauf ab, die Anforderungen hochgradig regulierter Wirtschaftszweige in die Sicherheitsarchitektur zu integrieren.

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Der Rollout der Enterprise Frontier Safeguards soll in Phasen ab dem Herbst 2026 beginnen. Das neue Sicherheitsfeature wird berechtigten Unternehmenskunden kostenlos zur Verfügung gestellt. Branchenbeobachter wiesen darauf hin, dass Anthropic mit diesem Schritt auf eine ähnliche Initiative reagiert, die der Wettbewerber OpenAI im Vormonat vorgestellt hatte.

Differenzierte Regelungen zur Datenaufbewahrung

Ein wesentliches Ziel der neuen Maßnahmen ist die Umsetzung einer sogenannten Zero Data Retention (ZDR). Für die Modelle Fable 5 und Fable 5.1 gilt diese Politik der sofortigen Datenlöschung bereits übergangsweise bis zum vollständigen Rollout von EFS.

Enterprise-Kunden können die Zero Data Retention künftig auf Antrag aktivieren, sind jedoch selbst in der Verantwortung zu prüfen, ob die technischen Mechanismen zur Datenlöschung wie vorgesehen funktioniert haben.

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Für Nutzer, die nicht über ein Unternehmenskonto verfügen, ändert sich an der bestehenden Praxis wenig: Hier bleibt die Regelung zur 30-tägigen Datenaufbewahrung weiterhin in Kraft.

Spezifische Bedingungen gelten zudem für die Nutzung über Drittplattformen. Auf Amazon Bedrock und der Claude Platform auf AWS ist EFS für berechtigte Kunden verfügbar, wobei die Zero Data Retention dort zunächst bis zum 31.12.2026 befristet ist, ergänzt um optionale Kontrollmöglichkeiten durch die Kunden.

Eine Ausnahme bildet das Modell Claude Fable 5.1 auf AWS: Für dieses spezifische Modell gilt weiterhin eine 30-tägige Aufbewahrungsfrist, die eine menschliche Überprüfung durch Amazon Web Services beinhaltet.

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