Claude-Konten, Infostealer-Malware

Claude-Konten gehackt: Infostealer-Malware umgeht 2FA-Schutz

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 08:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic sperrte kompromittierte Claude-Konten, entfernte Zahlungskarten und will unberechtigte Gebühren nach Sitzungsdiebstahl erstatten.

Anthropic reagiert auf Kontodiebstahl bei Claude durch Infostealer
Ein dunkler, minimalistischer Arbeitsplatz mit einem geschlossenen Laptop vor einem unscharfen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic hat auf einen großflächigen Diebstahl von Nutzerkonten bei seiner Plattform Claude reagiert. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Anwender zwangsweise aus ihren Profilen ausgeloggt und hinterlegte Zahlungsmethoden wie Visa und Mastercard vorsorglich entfernt. Ursache für die Vorfälle ist der Einsatz spezialisierter Schadsoftware, die aktive Nutzersitzungen übernimmt und so Sicherheitsvorkehrungen umgeht.

Infostealer-Malware umgeht Sicherheitsvorkehrungen

Hinter den Angriffen steckt sogenannte Infostealer-Malware. Diese Programme zielen darauf ab, Session-Cookies direkt aus den Browsern der Nutzer zu entwenden. Da diese Cookies eine bereits erfolgreiche Anmeldung legitimieren, können Angreifer durch ihren Diebstahl die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) vollständig umgehen und direkten Zugriff auf die Konten erhalten.

Nach Angaben von IT-Sicherheitsexperten sind mindestens sechs verschiedene Malware-Familien an der aktuellen Welle beteiligt. Für Windows-Systeme wurden die Schädlinge Vidar, LummaC2, StealC, RedLine und Acreed identifiziert.

Nutzer von macOS-Geräten wurden indes durch die Software Atomic Stealer (auch bekannt als AMOS) angegriffen. Anthropic betonte in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheitslücke nicht bei der Claude-KI-Plattform selbst liege, sondern auf infizierte Endgeräte der Anwender zurückzuführen sei.

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Missbrauch von Nutzungskontingenten

Betroffene Nutzer bemerkten die Kompromittierung unter anderem an einem ungewöhnlichen Verhalten ihrer Kontostände. Die Angreifer griffen auf die Konten zu, um die verfügbaren KI-Nutzungskontingente auszuschöpfen. In einigen Fällen beobachteten Anwender, wie sich Kontingente eigenständig aufluden und anschließend sofort geleert wurden.

Um weiteren finanziellen Schaden abzuwenden, hat Anthropic die betroffenen Konten abgemeldet und sämtliche gespeicherten Zahlungskarten gelöscht. Das Unternehmen kündigte zudem an, unautorisierte Gebühren, die im Rahmen dieses Sitzungsdiebstahls entstanden sind, an die betroffenen Kunden zu erstatten.

Maßnahmen und Empfehlungen für Betroffene

Für Anwender, die von den automatischen Abmeldungen oder der Löschung ihrer Zahlungsdaten betroffen sind, wurden spezifische Sicherheitsmaßnahmen empfohlen. Experten raten dazu, in einer festgelegten Reihenfolge vorzugehen:

Zunächst müsse eine vollständige Reinigung der genutzten Hardware von Schadsoftware erfolgen. Erst wenn die Malware sicher entfernt wurde, sollten die Passwörter für das verknüpfte E-Mail-Konto sowie den Claude-Account geändert werden.

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Nutzer werden zudem aufgefordert, in den Kontoeinstellungen alle aktiven Sitzungen explizit zu widerrufen. Nach diesen Schritten könne die Zwei-Faktor-Authentifizierung erneut aktiviert und die Zahlungsinformationen wieder hinterlegt werden.

Branchenanalysten setzen die aktuellen Vorfälle in Bezug zu früheren Kampagnen. Bereits im Juli wurde eine als FakeAgent bekannte Kampagne beobachtet, die über Werbeanzeigen in Suchmaschinen verbreitet wurde.

Damals waren etwa 29 Organisationen betroffen, wobei rund 7.100 Downloads der Schadsoftware verzeichnet wurden. Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die zunehmende Gefahr durch Sitzungsdiebstahl, gegen den herkömmliche Passwort-Sicherungen allein oft keinen ausreichenden Schutz bieten.

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