Claude, Chrome

Claude for Chrome: Sicherheitslücke ermöglicht Gmail-Zugriff

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 07:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken kritische Schwachstelle in der Claude-Browsererweiterung auf. Angreifer können über manipulierte Websites die Kontrolle übernehmen.

Claude for Chrome: Schwere Sicherheitslücke gefährdet Nutzerdaten
Eine Hand greift nach einem leuchtenden, fragmentierten Browser-Erweiterungssymbol auf einem dunklen digitalen Bildschirm, das eine Sicherheitslücke symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das betrifft auch deutsche Nutzer.

Sicherheitsexperten haben eine schwerwiegende Schwachstelle in der Claude for Chrome-Browsererweiterung identifiziert. Böswillige Websites können damit unbefugte Befehle an das Tool senden – und etwa auf Gmail-Nachrichten zugreifen, sofern die entsprechenden Berechtigungen aktiv sind.

Wiederkehrende Probleme bei der Browser-Integration

Die Sicherheitslücke ist nicht neu: Forscher haben Anthropic mehrfach auf die Schwachstelle hingewiesen. Bislang scheint das Unternehmen das Kernproblem jedoch nicht vollständig behoben zu haben. Die Erweiterung lässt sich durch eine manipulierte Website kapern, ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekommt.

Als Vorsichtsmaßnahme empfehlen Sicherheitsexperten:
- Die Erweiterung sofort zu aktualisieren
- Sie bei Nichtgebrauch zu deaktivieren
- Keine unbekannten Websites zu besuchen, solange das Tool aktiv ist

Die aktuelle Schwachstelle ist von einem kürzlich behobenen Problem in Claude Desktop zu unterscheiden. Jenes wurde mit Version 1.1.2321 geschlossen und erlaubte versteckte Anweisungen über manipulierte Links.

Wachsende Risiken im KI-Ökosystem

Die Sicherheit von KI-Assistenten gerät zunehmend in den Fokus – besonders, da sie immer enger mit Drittanbieter-Diensten verwoben sind. Eine Studie von PromptArmor zeigt die Dynamik dieses Ökosystems: Zwischen Mitte Mai und Ende Juni 2026 veränderten sich 37 Prozent von 2.517 analysierten KI-Verbindungen. Gleichzeitig kamen über 1.600 neue Tools hinzu.

Besonders brisant: Zwei von fünf Claude-Verbindungen greifen vermutlich auf zusätzliche KI-Dienste zurück. Das erweitert die Angriffsfläche erheblich. Anthropic räumt ein, dass die eigenen Sicherheitskontrollen die Datenverarbeitung dieser Drittanbieter nicht abdecken.

Anzeige

Die wachsende Vernetzung von KI-Diensten schafft neue Einfallstore für Cyberkriminelle, die herkömmliche Sicherheitskonzepte oft umgehen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer angesichts neuer KI-Gesetze jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken jetzt verstehen

Weitere Angriffsvektoren wurden identifiziert:
- GhostApproval: Betrifft mehrere KI-Programmierassistenten, darunter Claude Code, Amazon und Google-Tools
- MemGhost: Kann das KI-Gedächtnis über manipulierte E-Mails korrumpieren
- Friendly Fire: Speziell gegen autonom arbeitende KI-Tools gerichtet

Malware-Kampagnen und regionale Sperren

Kriminelle nutzen den Markennamen Claude aktiv für Malware-Verbreitung. Sicherheitsforscher von Zscaler entdeckten eine Kampagne gegen Mac-Nutzer: Über Google-Suchanzeigen lockten Angreifer Opfer auf manipulierte Claude-Chats. Diese brachten die Nutzer dazu, MacSync Stealer zu installieren – eine Schadsoftware, die Browserdaten, Zugangsdaten und Kryptowährungs-Wallets ausliest.

Auch geopolitische Spannungen beeinflussen die Verbreitung der Claude-Tools. Mitte Juli ordnete die chinesische Provinz Shandong an, dass staatliche Unternehmen Claude Code durch heimische KI-Alternativen ersetzen müssen. Die Frist endete am 17. Juli 2026. Hintergrund ist ein versteckter Überwachungsmechanismus, der in den Versionen 2.1.91 bis 2.1.196 entdeckt wurde.

Anzeige

Phishing-Angriffe und Malware-Kampagnen werden durch den Einsatz von KI immer raffinierter und für Mitarbeiter schwerer zu entlarven. Experten erklären im kostenlosen Anti-Phishing-Paket, wie Ihr Unternehmen sich wirksam gegen psychologische Manipulationstaktiken und Hacker-Angriffe schützen kann. Kostenloses Anti-Phishing-Paket herunterladen

Anthropic reagiert auf die Bedrohungslage mit strengeren Richtlinien: Die öffentliche Version von Claude Fable 5 leitet Anfragen zu Cybersicherheit, Biologie und Chemie nun an das ältere Modell Claude Opus 4.8 um. So soll verhindert werden, dass das Tool Schwachstellen in Smart Contracts oder andere sensible Sicherheitslücken identifiziert.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69809729 |