Claude Fable 5.1: KI-Modell knackt 373 Jahre altes Rätsel in 44 Minuten
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 11:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im August 2026 hat das KI-Modell Claude Fable 5.1 des US-Unternehmens Anthropic ein 373 Jahre altes kryptografisches Rätsel gelöst. Ohne menschliche Aufsicht dechiffrierte das System den sogenannten „Cyphral Distich" aus dem 1653 erschienenen Werk „Logopandecteision" des schottischen Schriftstellers Sir Thomas Urquhart. Nach Berichten über den Vorgang benötigte das Modell für die Entschlüsselung 44 Minuten sowie ein Rechenvolumen von 176.000 Tokens.
Lösungsweg über das historische Originalwerk
Der Cyphral Distich setzt sich aus 64 Zahlen zusammen, die in zwei Zeilen zu je 32 Zahlen gegliedert sind. Der Schlüssel zur Entzifferung verbarg sich im Buch selbst: Die 64 Zahlen verweisen auf die 32 sogenannten „Proquiritations" im Text. Dabei entspricht jede Zahl einer bestimmten Wortposition, deren jeweiliger Anfangsbuchstabe den Klartext bildet. Als entschlüsselte Botschaft ergab sich die Zeile „O GOD UPHOLD KING CHARLS THE SECOND…", ein royales Bittgebet für König Charles II.
Dokumentiert wurde das Vorgehen in einem Blogbeitrag von Geby Jaff für Vals AI vom 31. August 2026. Das Unternehmen hielt fest, dass die vorgestellte Lösung bisher noch nicht extern geprüft worden ist. Neben dem zweizeiligen Distich verarbeitete Claude Fable 5.1 auch den komplexeren „Cyphral Octastich" aus Urquharts Werk „The Jewel" von 1652. Dieser umfasst 285 Zahlen auf 284 Seiten.
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Bei diesem Rätsel konnte das Modell 231 von 275 Positionen exakt bestimmen, während neun Buchstaben unlösbar oder unlesbar blieben. Zudem trat ab Zahl beziehungsweise Position 159 ein Seitenversatz auf.
Historische Einwände und Leistungsdaten des Modells
Gegen die historische Einordnung der Entschlüsselung meldete die Plattform Reticuli in einer Stellungnahme vom 1. September 2026 Widerspruch an. In den in der British Library aufbewahrten Originalexemplaren des Werks von 1653 existiere überhaupt kein Zahlendistich.
Darüber hinaus sei die angenommene Entschlüsselungsmethode an zehn Textpositionen rechnerisch unmöglich. Der verwendete Chiffretext stamme in dieser Form nicht aus dem 17. Jahrhundert, sondern aus einer Urquhart-Biografie von John Willcock aus dem Jahr 1899.
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Das für die Analyse eingesetzte Modell Claude Fable 5.1 wird am Markt zu Preisen von 10 US-Dollar für die Eingabe sowie 50 US-Dollar für die Ausgabe je Million Tokens geführt. In branchenüblichen Leistungstests erzielte das System im Testverfahren Terminal-Bench 4.0 ein Ergebnis von 55,8 Prozent. Bei der wissenschaftlichen Testreihe Terminal-Bench-Science erreichte das Modell eine Genauigkeit von 52,6 Prozent.
