Claude, Cowork

Claude Cowork Browser: Anthropic warnt vor Infostealer-Malware

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic erweitert Claude Cowork um einen Browser, warnt zugleich vor Infostealern und meldet Schutzmaßnahmen für betroffene Konten.

Anthropic integriert Browser in Claude Cowork und warnt vor Malware
Ein moderner, minimalistischer Arbeitsplatz mit einem Laptop auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Spezialist Anthropic hat seine Desktop-Anwendung Claude Cowork um eine wesentliche Funktion erweitert. Ab sofort verfügt die App über einen eingebauten, auf Chromium basierenden Webbrowser.

Diese Neuerung steht Nutzern der Betriebssysteme macOS, Windows und Linux zur Verfügung, sofern sie über die Abonnement-Modelle Pro, Max oder Team verfügen. Für Unternehmenskunden im Enterprise-Bereich obliegt die Aktivierung der neuen Browser-Funktion den jeweiligen Administratoren.

Technische Isolierung und Sicherheitsaspekte

Die Integration des Browsers soll die Arbeitsabläufe innerhalb der Desktop-App optimieren, indem Webinhalte direkt in die KI-Umgebung eingebunden werden.

Nach Angaben des Unternehmens operiert der integrierte Browser in einer isolierten Umgebung, die strikt von der persönlichen Browsing-Umgebung der Anwender getrennt bleibt. Trotz dieser Sicherheitsarchitektur räumte Anthropic ein, dass potenzielle Risiken durch sogenannte Prompt-Injection-Angriffe bestehen bleiben.

Parallel zur Einführung der neuen Funktion veröffentlichte das Unternehmen dringende Sicherheitswarnungen. Demnach werde beobachtet, dass spezialisierte Infostealer-Malware gezielt Sitzungsdaten des Claude-Browsers entwendet. Zu den identifizierten Bedrohungen gehören unter Windows die Schadprogramme Vidar, LummaC2, StealC, RedLine und Acreed sowie die Malware AMOS auf macOS-Systemen.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Systeme befasst, muss die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und Sicherheitsvorgaben der EU genau kennen. Dieser kostenlose Praxis-Leitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Fristen, Pflichten und Risikoklassen des EU AI Act. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Risiken durch Sitzungsdiebstahl

Diese Malware-Typen ermöglichen es Angreifern, sich unbefugten Zugriff auf Nutzerkonten zu verschaffen, ohne Passwörter oder Zwei-Faktor-Authentifizierungen (2FA) überwinden zu müssen. Betroffene Nutzer könnten laut Unternehmensangaben feststellen, dass sich ihre Nutzungslimits zunächst regenerieren und anschließend unmittelbar geleert werden.

Anthropic hat bereits Maßnahmen ergriffen und betroffene Nutzer vorsorglich abgemeldet sowie hinterlegte Zahlungsmethoden entfernt. Unbefugte Belastungen seien in diesem Zusammenhang erstattet worden. Das Unternehmen wies jedoch darauf hin, dass die bloße Abmeldung von der Plattform die zugrunde liegende Malware nicht vom Endgerät des Nutzers entfernt.

Strategische Einordnung und Marktentwicklung

Die Erweiterung der Plattform erfolgt vor dem Hintergrund einer stabilen Marktpositionierung. In einem aktuellen Interview mit dem Nachrichtensender CNBC äußerte sich Anthropic-CEO Dario Amodei zur Rolle der Künstlichen Intelligenz im Verhältnis zu etablierten Software-as-a-Service-Anbietern (SaaS).

Amodei erklärte, dass KI und SaaS-Lösungen erfolgreich koexistieren könnten. Sein Unternehmen verfolge kein Interesse daran, bestehende Marktakteure zu verdrängen.

Anzeige

Die rasante Entwicklung bei KI-Systemen stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche konkreten Anforderungen die KI-Verordnung an Entwickler und Anwender stellt und wie Sie diese rechtssicher umsetzen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act herunterladen

Die Einführung von Claude Cowork Anfang des Jahres 2026 hatte zunächst für erhebliche Bewegung an den Finanzmärkten gesorgt. Der Verkaufsdruck belief sich auf ein Volumen von rund 1 Billion US-Dollar.

Dennoch zeigte der Sektor Widerstandsfähigkeit; so konnte sich etwa der Anbieter Salesforce durch die Integration der „Claudeforce“-Lösung wieder erholen. Die aktuelle Browser-Integration markiert somit einen weiteren Schritt in der Entwicklung von Claude Cowork hin zu einem umfassenden digitalen Arbeitsplatz-Assistenten.

Mehr zum Thema bei BleepingComputer: „Anthropic warns infostealer malware is hijacking Claude sessions to drain usage“

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70030421 |