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Claude Code: Anthropic blockiert das Nachbauen konkreter Videospiele

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 13:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Opus 5.5 blockiert gezielte Spielkopien, verweigert laut Nutzern aber auch manche regulären Brett- und Wargame-Projekte.
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem ausgeschalteten Monitor und einer mechanischen Tastatur in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das KI-Unternehmen Anthropic hat am 30. Oktober 2026 Anpassungen an den Systemanweisungen seines Entwicklerwerkzeugs Claude Code vorgenommen. Durch zwei zusätzliche Sätze im System-Prompt für das Modell Opus 5.5 soll die Software künftig daran gehindert werden, konkrete bestehende Videospiele nachzubauen.

Durchsetzung der Urheberrechtsrichtlinien

Addy Osmani aus dem Claude-Code-Team bei Anthropic bestätigte die Anpassung auf der Plattform X. Das Ziel der Maßnahme sei es, die Nachbildung fremder Spieletitel zu unterbinden, da ein Verstoß gegen geistiges Eigentum die Nutzungsbedingungen verletze. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte am 30. Oktober 2026 ebenfalls, dass die neuen Instruktionen der Durchsetzung der internen Copyright-Richtlinien dienen.

Die Vorgabe untersagt das Rekreieren eines spezifischen Titels auch dann, wenn das Projekt umbenannt oder formell als Original deklariert wird. Zulässig bleiben hingegen eigenständige Neuentwicklungen, allgemeine Genre-Titel sowie Spiele, die auf eigenen Entwürfen und Ressourcen aufbauen.

Als Richtschnur gilt: Die Erstellung eines allgemeinen Rennspiels bleibt gestattet, eine gezielte Umsetzung nach dem Vorbild von Need for Speed wird hingegen blockiert.

Technische Implementierung und Fehlverweigerungen

Erste Hinweise auf die Restriktion entdeckten Nutzer bereits um den 27. Oktober 2026 anhand der Kennung „tengu_heron_brook“, die sich von Anwendern nicht abschalten lässt. Eine Analyse von Core Directive zeigte das Verbot in 18 von 22 geprüften Prompts der Version 2.1.314, während die vorherige Version 2.1.312 die Passagen noch nicht enthielt.

Technische Untersuchungen von XDA wiesen die Anweisung im Programmcode der Version 2.1.314 nach, wo sie als remote steuerbares Feld sowie unter dem Mechanismus „original_games_guidance/opus_5_5_prompt_bundle“ hinterlegt ist. Im offiziellen Änderungsprotokoll führte Anthropic die Neuerung nicht auf. Bislang ist die Regelung ausschließlich für Opus 5.5 innerhalb von Claude Code belegt.

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In Praxistests verweigerte Opus 5.5 laut XDA etwa die Nachbildung von Pokémon Diamond unter Verweis auf die Richtlinien, half jedoch weiterhin bei der Dekompilierung.

Gleichzeitig kam es zu Problemen bei regulären Projekten: Anwender meldeten auf GitHub, dass die Software auch die digitale Umsetzung von Brett- und Wargames für zahlende Kunden oder den privaten Gebrauch ohne Lizenz ablehnte, da der Prompt keine Ausnahmekriterien für lizenzierte Vorhaben vorsieht. Osmani erklärte hierzu, dass eigene Designs weiterhin funktionieren sollten, und bat darum, fälschliche Verweigerungen zu melden.

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Sorgen vor KI-Klonen in der Spielebranche

Die Einführung der Restriktionen folgt auf eine Serie von Experimenten: Bereits im September 2026 hatten Nutzer im Netz demonstriert, wie sich Spiele wie Terraria oder Rocket League mithilfe von Opus 5.5 nachbilden lassen. In der Entwicklerszene wächst vor diesem Hintergrund die Sorge vor Plagiaten.

Das Studio Digital Sun Games teilte am 19. Oktober 2026 mit, den ursprünglich für den 29. Oktober 2026 geplanten ersten Testlauf des Spiels ReVamp auf geschlossene Discord-Gruppen zu beschränken, um Kopien vor der für den 25. März 2027 geplanten Veröffentlichung zu verhindern; ein öffentlicher Test wird für Januar 2027 erwartet. Auch die Vertriebsplattform Valve sah sich bereits veranlasst, Entwicklern in Südkorea Maßnahmen gegen unautorisierte Klone zu erläutern.

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