Claude-Chats, API-Schlüssel

Claude-Chats: API-Schlüssel und Krypto-Daten in Google-Suchergebnissen

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geteilte Claude-Konversationen waren über Suchmaschinen auffindbar. Anthropic und Google reagierten mit der Entfernung der indexierten Inhalte.

Anthropic Claude: Private Chats durch Google-Suche öffentlich einsehbar
Laptop-Bildschirm mit binärem Code und einem Vorhängeschloss-Symbol als Metapher für Datensicherheit und Datenschutz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Öffentlich geteilte Unterhaltungen des KI-Chatbots Claude des Anbieters Anthropic sind in den vergangenen Tagen in den Suchergebnissen großer Suchmaschinen wie Google, Brave Search und DuckDuckGo aufgetaucht. Durch die Indexierung wurden sensible Informationen zugänglich, darunter API-Schlüssel, Daten von Krypto-Wallets, Lebensläufe sowie interne Unternehmensunterlagen. Da die Funktion zum Teilen von Chats öffentliche URLs erzeugt, konnten diese von Web-Crawler erfasst werden, sofern sie über externe Links verknüpft waren.

Technische Ursachen und Umfang der Indexierung

Obwohl Claude-Chats standardmäßig als privat eingestuft werden, generiert das aktive Teilen einer Konversation durch den Nutzer einen öffentlichen Link. Berichten zufolge fehlten auf den entsprechenden Seiten die sogenannten „noindex“-Tags, die Suchmaschinen normalerweise signalisieren, eine Seite nicht in ihren Index aufzunehmen. Anthropic habe zwar versucht, Crawler über die Datei „robots.txt“ abzuweisen, doch externe Verlinkungen führten dazu, dass Suchmaschinen wie Google die Links dennoch erfassten. Während Google die Ergebnisse ohne Vorschau anzeigte, konnten Nutzer durch einen Klick auf das Suchergebnis direkt auf die vollständigen Inhalte zugreifen.

Der Entwickler Om Patel sowie der Beobachter Ziwen Xu machten in den sozialen Medien und über Suchanfragen auf den Vorfall aufmerksam. Durch gezielte Suchen nach dem Verzeichnispfad für geteilte Claude-Inhalte ließen sich hunderte Konversationen finden. Diese umfassten teils hochsensible Daten wie Sozialversicherungsnummern, technischen Programmcode und juristische Beratungsgespräche.

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Reaktion und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Google hat bereits reagiert und bis zum vergangenen Donnerstag einen Großteil der indexierten Seiten aus seinen Suchergebnissen entfernt. Bis zum darauffolgenden Sonntag seien die Ergebnisse weitgehend aus der Suchmaschine verschwunden, während andere Anbieter wie Brave Search und DuckDuckGo die Inhalte teilweise noch anzeigten. Anthropic bietet seinen Nutzern in den Einstellungen die Möglichkeit, bereits erstellte Freigaben für geteilte Links zu widerrufen.

Sicherheitsexperten fordern betroffene Anwender auf, alte Freigaben umgehend zu deaktivieren. Zudem wird dazu geraten, Zugangsdaten und kryptografische Schlüssel zu rotieren, falls diese in den Konversationen enthalten waren. Anthropic hat seine Datenschutzrichtlinien mit Wirkung zum 8. Juli 2026 aktualisiert, um den Anforderungen an die Datensicherheit weiter Rechnung zu tragen.

Wiederholte Vorfälle und Sicherheitskontext

Es handelt sich nicht um das erste Ereignis dieser Art bei Anthropic. Bereits im September 2025 kam es zu einem ähnlichen Vorfall, bei dem rund 600 Chats öffentlich auffindbar waren. Die aktuelle Problematik verdeutlicht zudem ein breiteres Branchenrisiko: Das Sicherheitsunternehmen Obsidian Security identifizierte über 143.000 öffentliche KI-Chats auf der Plattform Archive.org. Darunter befanden sich sensible Dokumente wie Memos von Risikokapitalgebern und AWS-Token.

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Zusätzlich zu den Indexierungsproblemen warnte die Sicherheitsfirma Zscaler vor einer Kampagne der Malware „MacSync-Stealer“ zwischen dem 12. und 19. Juni 2026. Dabei seien gefälschte Claude-Chats über Google-Anzeigen verbreitet worden, um Schadsoftware zu installieren. Bisher liegen jedoch keine bestätigten Meldungen über entwendete Geldbeträge aus den nun öffentlich gewordenen Krypto-Wallet-Daten vor.

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