Claude-Ausfall: Anthropic legt Dienste 85 Minuten lahm
25.06.2026 - 04:16:43 | boerse-global.de
Der KI-Konzern Anthropic erlebt erneute massive Störungen seiner Claude-Modelle. Der jüngste Ausfall am Dienstag legte die Dienste für rund 85 Minuten lahm.
Betroffen waren die Web-Oberfläche, die API sowie die Entwicklerumgebung Claude Code. Nutzer weltweit berichteten von Fehlermeldungen wie „500 Internal Server Error" und „502 Bad Gateway". Allein in den USA registrierten Monitoring-Dienste über 8.000 Meldungen. Der Vorfall begann um 14:19 UTC, die vollständige Entwarnung gab Anthropic erst um 16:44 UTC.
Das Unternehmen identifizierte das Problem binnen Minuten und leitete um 14:53 UTC Gegenmaßnahmen ein. Interessant: Der spezielle Regierungsdienst „Claude for Government" lief durchgehend stabil. Dessen Verfügbarkeit lag in den letzten 90 Tagen bei 99,93 Prozent – die öffentlichen Dienste erreichten nur rund 99,1 Prozent.
Infrastruktur am Limit
Der Dienstag-Ausfall ist bereits der zehnte innerhalb von drei Wochen. Erst am Montag waren mehrere Modellversionen betroffen, darunter Opus 4.8, Sonnet 4.6 und Haiku 4.5. Analysten hatten zudem Mitte Juni eine Fehlerrate von zehn Prozent bei den Sonnet- und Opus-Modellen festgestellt.
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Die Ursache ist laut Anthropic ein massiver Nachfrageschub, der die vorhandene Infrastruktur überfordert. Zwar hat sich der Konzern über Amazon Rechenkapazitäten von bis zu fünf Gigawatt gesichert – doch ein Großteil dieser neuen Systeme ist noch nicht online. Hinzu kommen technische Pannen wie ein Endlosschleifen-Fehler in Claude Code, der am 2. Juni einen Ausfall verursachte. Seit dem 13. Juni sind zudem die Modelle Mythos 5 und Fable 5 aufgrund einer US-Exportverfügung gesperrt.
Milliardenbewertung, aber wackelige Dienste
Die Ausfälle kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Anthropic hatte am 1. Juni vertraulich einen Börsengang (IPO) angemeldet. Die jüngste Finanzierungsrunde der Serie H brachte 65 Milliarden Dollar ein, die Bewertung liegt bei rund 965 Milliarden Dollar – einige Marktbeobachter sehen den Konzern bereits jenseits der Billionen-Marke.
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Der annualisierte Umsatz beträgt umgerechnet rund 44 Milliarden Euro. Doch die wiederholten Störungen könnten das Vertrauen der Unternehmenskunden kosten. Branchenexperten raten zunehmend zu Multi-Provider-Strategien: Wer mehrere KI-Anbieter parallel nutzt, kann Ausfälle einzelner Dienste abfedern. Für einen Konzern, der an die Börse will, wäre das ein denkbar schlechtes Signal.
