Claude, API

Claude API: Weltweiter Ausfall am 2. Juni, Gedankentiefe um 73% gesunken

04.06.2026 - 23:26:10 | boerse-global.de

Anthropic bestätigt Performance-Verschlechterungen bei Claude. Trotz Ausfällen und Kostenproblemen gewinnt das Unternehmen Großkunden wie KPMG.

Anthropic räumt technische Rückschläge bei Claude-Modellen ein
Claude - A stylized digital brain with some dimming neural pathways, overlaid on abstract coding and data streams, symbolizing AI performance degradation. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Frühjahr 2026 kam es zu mehreren Performance-Verschlechterungen, die vor allem die Programmier- und Analysefunktionen beeinträchtigten. Das Unternehmen steht trotz eines Börsenwerts von umgerechnet rund 900 Milliarden Euro vor wachsenden Herausforderungen.

Drei Fehler in wenigen Wochen

Ein interner Bericht vom 23. April identifiziert drei konkrete Änderungen zwischen März und April, die negative Auswirkungen auf „Claude Code“ hatten. Am 4. März senkte Anthropic die Denkstufe von „hoch“ auf „mittel“ – eine Entscheidung, die erst am 7. April rückgängig gemacht wurde. Ein Caching-Fehler am 26. März führte dazu, dass das Modell seinen Gedankengang verlor. Und eine am 16. April eingeführte Anweisung zur Ausführlichkeit minderte die Qualität um drei Prozent.

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Die Folgen waren deutlich messbar. Stella Laurenzo, eine Direktorin bei AMD, wertete rund 7.000 Sitzungen aus und dokumentierte einen Rückgang der mittleren Gedankentiefe um 73 Prozent. Besonders auffällig: Der Anteil der Fälle, in denen die KI Code änderte, ohne ihn vorher gelesen zu haben, stieg von 6,2 auf 33,7 Prozent. Bei Halluzinationstests fiel die Leistung des Modells Opus 4.6 von 88,3 auf 68,3 Prozent.

Globale Störung am Dienstag

Am 2. Juni kam es zudem zu einem weltweiten Ausfall von Claude. Die Fehlerraten in der API und beim Modell Opus 4.6 schossen in die Höhe. Die genauen Ursachen sind noch unklar, das Unternehmen arbeitet an der Aufarbeitung.

Großkunden trotz der Probleme

Trotz der technischen Pannen gewinnt Anthropic weiterhin namhafte Unternehmenskunden. Am 4. Juni gab KPMG bekannt, Claude in sein digitales Portal für alle 276.000 Mitarbeiter in 138 Ländern zu integrieren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft will KI-Agenten nutzen, um Steuer- und Rechtsprozesse zu beschleunigen – von Wochen auf Minuten.

Doch die hohen Betriebskosten bereiten manchen Kunden Kopfzerbrechen. Microsoft hat die interne Nutzung von Claude Code bis zum 30. Juni 2024 eingeschränkt – die Kosten pro Ingenieur liegen zwischen 500 und 2.000 Euro monatlich. Uber hat sein Jahresbudget für KI-Tools bereits in den ersten vier Monaten aufgebraucht. Ein nicht namentlich genanntes Unternehmen soll sogar eine monatliche Rechnung von 500 Millionen Euro erhalten haben, weil Mitarbeiter unkontrolliert auf Anthropic-Systeme zugreifen konnten. Diese Zahl ist allerdings unabhängig nicht bestätigt.

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KI schreibt inzwischen 80 Prozent des Codes

Am 4. Juni veröffentlichte Anthropic neue Daten: In bestimmten Umgebungen werden inzwischen mehr als 80 Prozent des zusammengeführten Codes von Claude geschrieben. Das Vorschaumodell „Mythos Preview“ erreicht demnach eine 52-fache Beschleunigung der Trainingscode-Effizienz im Vergleich zu früheren Standards.

Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor den Risiken einer sich selbst verbessernden KI. Jack Clark von Anthropic betonte, dass die Fortschritte sich beschleunigen und der Gesetzgeber eingreifen müsse. In aktuellen Hacking-Tests löste das neueste Claude-Modell Opus 4.8 zwei von zehn Aufgaben – Konkurrent GPT-5.5 schaffte sieben. Ein spezialisiertes Modell namens Oceanus-v1-p wurde zwischenzeitlich gestoppt, nachdem bekannt wurde, dass der Zugang über nicht autorisierte Proxys weiterverkauft wurde – noch vor der offiziellen Sicherheitsprüfung.

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