Claude: Anthropic führt einheitliches Gedächtnis ab 25. August ein
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat ein neues, vereinheitlichtes Speichersystem für seinen KI-Assistenten Claude vorgestellt. Die Neuerung zielt darauf ab, Informationen nahtlos über verschiedene Nutzungsszenarien hinweg zu synchronisieren und Nutzern gleichzeitig eine detaillierte Kontrolle über die gespeicherten Inhalte zu ermöglichen. Insbesondere beim Umgang mit sensiblen Themen führt das Unternehmen eine neue Wahlmöglichkeit für Anwender ein.
Synchronisierung zwischen Chat und Cowork
Kern der Aktualisierung ist die Zusammenführung der Datenspeicher von Standard-Chat-Sitzungen und dem Cowork-Tool. Seit dem 25. August 2026 teilen sich diese beiden Bereiche dieselben Erinnerungen, sodass Informationen, die in einem Kontext erarbeitet wurden, dem System auch im anderen zur Verfügung stehen.
Laut Unternehmensangaben werden diese Erinnerungen bereits während des laufenden Gesprächs aktualisiert und nicht erst nach dessen Beendigung verarbeitet.
Das einheitliche Gedächtnis steht standardmäßig für Nutzer der Versionen Free, Pro und Max zur Verfügung. Die Funktion erstreckt sich über den Web-Zugang, die Desktop-Anwendung sowie mobile Endgeräte. Für die Nutzung auf Smartphones und Tablets ist ein entsprechendes Update der App erforderlich.
Eine funktionale Trennung der Speicher zwischen Chat und Cowork innerhalb eines Kontos ist nicht vorgesehen; Anwender, die diese Bereiche strikt getrennt halten möchten, müssten hierfür unterschiedliche Konten verwenden.
Neue Steuerung für sensible Themen
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Ein wesentlicher Aspekt der Aktualisierung betrifft den Datenschutz und die Handhabung sensibler Kategorien. Anthropic hat festgelegt, dass Informationen zu Themenbereichen wie Gesundheit, Ethnie, Religion, Politik oder Geschlecht standardmäßig nicht dauerhaft gespeichert werden. Nutzer haben jedoch nun die Option, die Speicherung dieser Kategorien explizit zu aktivieren, um die Personalisierung des Assistenten in diesen Feldern zu erhöhen.
Unabhängig von diesen optionalen Einstellungen gibt es eine Liste an Daten, die das System grundsätzlich niemals speichert. Dazu gehören unter anderem Sozialversicherungsnummern, staatliche Ausweisdokumente, Informationen über Vorstrafen sowie der Einwanderungsstatus. Nutzer können die bereits gesicherten Erinnerungen jederzeit themenweise einsehen, bearbeiten oder löschen, um die Datenhoheit zu behalten.
Anforderungen für Unternehmen und Sonderfälle
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Für Team- und Enterprise-Konten gelten gesonderte Bedingungen. In diesen Umgebungen erfolgt die Aktivierung des neuen Speichersystems nicht automatisch, sondern erfordert eine explizite Freigabe durch den jeweiligen Administrator. Damit trägt der Anbieter den spezifischen Compliance- und Sicherheitsanforderungen in Unternehmenskonten Rechnung.
Von der Zusammenführung der Speicher explizit ausgenommen bleibt die Anwendung Claude Code. Dieser Bereich wird weiterhin separat vom vereinheitlichten Gedächtnis der Chat- und Cowork-Funktionen betrieben. Durch diese Differenzierung bleiben programmierspezifische Datenströme von den allgemeinen Interaktionen des KI-Modells getrennt.
Mit der Einführung dieser Funktionen reagiert Anthropic auf den wachsenden Bedarf an konsistenten KI-Interaktionen, während gleichzeitig die regulatorischen und ethischen Anforderungen an den Umgang mit persönlichen Daten verschärft werden.
Marktforscher beobachten in der Branche bereits seit Längerem einen trend hin zu Modellen, die über Einzelsitzungen hinaus relevante Informationen behalten können, ohne dabei die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden.
