Claude, Anthropic

Claude ab Juli: Anthropic verlangt Identitätsnachweis von Nutzern

16.06.2026 - 10:58:24 | boerse-global.de

Anthropic führt ab Juli 2026 eine Identitätsprüfung für Claude-Nutzer ein, um Missbrauch zu verhindern und gesetzliche Auflagen zu erfüllen.

Anthropic verschärft Zugang: Claude-Nutzer brauchen künftig Ausweis
Claude - Digital screen showing a biometric scan interface with a human face outline, symbolizing identity verification and data privacy. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic verschärft die Zugangsregeln für seinen Chatbot Claude und verlangt künftig von Nutzern einen Identitätsnachweis.

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Neue Hürden für Privatnutzer

Ab dem 8. Juli 2026 tritt eine aktualisierte Datenschutzrichtlinie in Kraft, die für die kostenlose sowie die Bezahlversionen Pro und Max weitreichende Änderungen bringt. Anthropic kann dann von Nutzern verlangen, einen amtlichen Ausweis sowie ein Live-Selfie oder ein kurzes Video zur Alters- und Identitätsprüfung vorzulegen.

Die Überprüfung übernehmen externe Dienstleister: Das Unternehmen Persona wertet Ausweise und Selfies aus, während Yoti die Altersschätzung übernimmt – entweder per App, Passfoto oder Selfie. Die sensiblen Daten werden laut Anthropic getrennt gespeichert und weder für das Training der KI noch für Werbezwecke genutzt.

Strengere Regeln für Datenschutz und Sicherheit

Die neuen Maßnahmen sind Teil eines strategischen Kurswechsels. Branchenbeobachter sehen darin eine Reaktion auf die wachsenden Fähigkeiten von KI-Systemen und die zunehmende Missbrauchsgefahr. Mit der Identitätsprüfung will Anthropic die Nutzerverantwortung erhöhen und gleichzeitig internationalen Auflagen nachkommen – etwa den kalifornischen Kinderschutzgesetzen.

Ein weiteres Ziel: der Schutz des eigenen geistigen Eigentums. Durch die Verifizierung soll verhindert werden, dass Konkurrenten über Claude generierte Inhalte zum Trainieren eigener Modelle nutzen – ein Verfahren, das als „Model Distillation" bekannt ist.

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Datenweitergabe an Behörden erleichtert

Die überarbeitete Richtlinie senkt zudem die Hürden für die Herausgabe von Nutzerdaten an Behörden. Anthropic darf Informationen bereits dann weitergeben, wenn das Unternehmen in gutem Glauben annimmt, dass dies zur Schadensverhinderung notwendig ist.

Für internationale Nutzer gibt es eine wichtige Klarstellung: Daten von afrikanischen Anwendern werden künftig auf Servern in den USA gespeichert. Regionale Unternehmen bleiben dabei als Datenverantwortliche für die Einhaltung lokaler Datenschutzgesetze zuständig.

Auswirkungen auf Geschäftskunden

Während Privatkonten von den neuen Regeln betroffen sind, bleiben Enterprise-Kunden in der Regel von den Trainings- und Verifizierungsauflagen ausgenommen. Anders sieht es bei Geschäftspartnern aus: Microsoft hat Berichten zufolge die interne Nutzung des Claude-Modells Fable 5 für seine Mitarbeiter eingeschränkt.

Grund sind die neuen Datenspeicherungsvorschriften von Anthropic, die eine Aufbewahrung von Eingaben und Ausgaben für 30 Tage vorsehen – bei Verstößen sogar bis zu zwei Jahre. Andere Claude-Modelle, die keine Datenspeicherung vorsehen, bleiben für Microsoft weiterhin nutzbar. Fable 5 durchläuft derzeit eine rechtliche Prüfung.

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