City AI Readiness Index: Oxford Insights plant Pilotphase mit bis zu 20 Städten
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 06:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weltweit integrieren Stadtverwaltungen zunehmend Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz in ihre öffentlichen Dienstleistungen, ohne dass hierfür ein einheitlicher Rahmen zur Bewertung der technologischen Reife existiert.
Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen Oxford Insights in einer Untersuchung mit dem Titel „City AI Readiness: A Deep Dive into Abu Dhabi and the Global Landscape“. Die Analyse entstand in Zusammenarbeit mit der Mohamed bin Zayed University of AI sowie der Khalifa University.
Wie Oxford Insights darlegt, fehlt kommunalen Entscheidungsträgern bislang ein standardisiertes Messinstrument, um zu erfassen, wie gut ihre Verwaltungen auf den Einsatz moderner Algorithmen vorbereitet sind. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Richard Stirling, hob in der Veröffentlichung die Notwendigkeit hervor, die technologische Leistungsfähigkeit und die strategische Planung im urbanen Raum messbar und vergleichbar zu machen.
Vier Archetypen für Metropolen weltweit
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Um diese methodische Lücke zu schließen, schlägt das Forschungsinstitut einen sogenannten „City AI Readiness Index“ vor, der sich auf ein Framework aus sechs Säulen stützt. Anhand dieses Schemas wurden sechs internationale Städte detailliert verglichen: Abu Dhabi, Seoul, London, Montreal, Helsinki und Tallinn.
Aus den Ergebnissen leiteten die Autoren vier verschiedene Archetypen kommunaler Reife ab. Neben Städten, die als „Platform Cities“, „Cognitive Cities“ oder „Delivery Cities“ klassifiziert werden, umfasst das Modell auch die Kategorie der „Strategic Cities“.
Sowohl Abu Dhabi als auch die südkoreanische Hauptstadt Seoul wurden im Rahmen der Analyse diesem strategischen Segment zugeordnet, das sich durch einen gezielten, langfristig ausgerichteten Ansatz beim Einsatz von Verwaltungstechnologien auszeichnet.
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Praxisbeispiel Abu Dhabi: Automatisierung im Bürgerservice
Dass automatisierte Systeme im kommunalen Alltag bereits in großem Umfang zum Einsatz kommen, verdeutlicht die Studie am Beispiel der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Dort greifen inzwischen 4,7 Mio. Menschen auf die zentrale Plattform TAMM zu.
Das Verwaltungsportal erledigt laut den erhobenen Daten 96% der Anfragen autonom mithilfe künstlicher Intelligenz. Solche Implementierungen unterstreichen den schnellen Fortschritt bei bürgernahen Diensten, erhöhen aber zugleich den Bedarf nach einheitlichen Überprüfungsmechanismen.
Geplante Testphase mit weiteren Städten
Das vorgestellte Sechs-Säulen-Framework soll künftig breiter angewendet werden. Oxford Insights plant dem Bericht zufolge eine Pilotierungsphase für den Index, an der zwischen 15 und 20 Städte teilnehmen sollen. Ziel dieses Projekts ist es, belastbare Vergleichswerte für Kommunen weltweit zu etablieren und Verwaltungen dabei zu unterstützen, ihre digitale Infrastruktur gezielt weiterzuentwickeln.
