Cisco Secure AI Factory: Supermicro-Systeme mit 3600 PFLOPS ab Oktober
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 04:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen einer strategischen Erweiterung integriert Cisco neue Rack-Scale-Systeme von Supermicro in seine Secure AI Factory mit NVIDIA. Die neue Hardware-Kombination soll die Infrastruktur für rechenintensive KI-Anwendungen stärken und steht nach Unternehmensangaben ab Oktober 2026 zur Verfügung.
Mit dieser Ergänzung zielt Cisco auf die Skalierung von Rechenzentren ab, die sowohl im Enterprise-Bereich als auch in Cloud-Umgebungen zum Einsatz kommen.
Hochleistungs-Infrastruktur für die Rubin-Generation
Die erweiterten Lösungen umfassen sowohl luft- als auch flüssigkeitsgekühlte Rack-Scale-Systeme. Technischer Kern der Neuerung ist die Unterstützung der aktuellen NVIDIA-Architekturen, insbesondere der Vera Rubin NVL72 sowie der HGX Rubin NVL8. Ein einzelnes NVL72-System bündelt 72 Grafikprozessoren (GPUs) und 36 Zentraleinheiten (CPUs), womit eine Rechenleistung von 3600 PFLOPS erreicht wird.
Angesichts der massiven Rechenleistung steigen auch die Anforderungen an die Energieversorgung und Kühlung. Fachberichte weisen darauf hin, dass die NVL72-Systeme eine Leistungsaufnahme von mehr als 200 kW pro Rack erreichen können. Um diese Lasten zu bewältigen, setzt Cisco auf die Integration von Supermicros spezialisierten Server-Designs, die für hohe thermische Belastungen ausgelegt sind.
Netzwerk-Architektur und Skalierbarkeit
Für die Vernetzung der Systeme nutzt Cisco eine hybride Infrastruktur. Im Frontend kommen Cisco N9300-Switches auf Basis von Silicon One zum Einsatz, während das Backend auf N9100-Komponenten (Spectrum-X) basiert.
Diese Konfiguration ermöglicht eine flexible Skalierung: Während Referenzarchitekturen für Unternehmen auf Installationen mit weniger als 1.000 GPUs ausgelegt sind, unterstützen Cloud-Referenzarchitekturen den Betrieb von mehr als 100.000 GPUs.
Zur Validierung der Installationen stellt Cisco das sogenannte CVIS-Toolkit bereit. Zudem sollen die Lösungen den Anforderungen von Neoclouds und Sovereign Clouds entsprechen, indem sie NCP-konform gestaltet sind.
Für die Verwaltung der KI-Cluster plant das Unternehmen die Einführung von „Cloud Control“ im vierten Quartal 2026. Dieses Management-Tool soll ein einheitliches Login, Inventarübersichten sowie das Server- und Netzwerkmanagement bündeln und bestehende Dienste wie Intersight und Nexus One integrieren.
Sicherheitskonzepte und Kooperationen
Ein wesentlicher Bestandteil der Secure AI Factory ist die Einbindung von Sicherheits- und Analysesoftware. Hierbei arbeitet Cisco unter anderem mit Nutanix und Intel zusammen, um eine dreistufige Verteidigungsstrategie für agentische KI zu entwickeln.
Während die technologische Infrastruktur wächst, entstehen durch neue KI-Gesetze und digitale Trends auch neue Risiken für die Unternehmenssicherheit. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Cyber Security Trends und gesetzliche Anforderungen entdecken
Das Sicherheitsframework umfasst zudem die Hybrid Mesh Firewall, Lösungen von Splunk sowie BlueField-Datenverarbeitungseinheiten (DPUs). Ziel sei es, die Integrität der Datenströme innerhalb der hochskalierten KI-Umgebungen zu gewährleisten.
Marktumfeld und operative Herausforderungen
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund starker Geschäftszahlen beider Partner. Cisco meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzanstieg um 18 Prozent auf 17,3 Milliarden US-Dollar. Die Aufträge im Bereich der KI-Infrastruktur beliefen sich dabei auf rund 4 Milliarden US-Dollar.
Wer sich mit der Skalierung hochmoderner IT-Systeme befasst, muss auch die Absicherung gegen proaktive Angriffe im Blick behalten. In diesem kostenlosen E-Book erfahren Sie, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre IT-Sicherheit ohne teure Investitionen stärken. Kostenloses E-Book: Unternehmen langfristig vor Cyberbedrohungen schützen
NVIDIA verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 106 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Bereich Data Center trug dabei mit 89 Milliarden US-Dollar den Großteil zum Ergebnis bei.
Trotz der positiven Marktentwicklung sieht sich die Branche mit Engpässen konfrontiert. Aufgrund einer Knappheit bei DRAM- und NAND-Speichermodulen hat Cisco die Gültigkeitsdauer für Angebote von UCS-Systemen Mitte August von sieben auf 14 Tage verdoppelt. Die Lieferzeiten für entsprechende Konfigurationen liegen derzeit zwischen sechs und neun Monaten.
Auch NVIDIA wies darauf hin, dass extreme Preisbedingungen bei Speichermedien die Margen beeinflussen. Für die kommenden Geschäftsjahre hat NVIDIA bereits Lieferverpflichtungen in Milliardenhöhe vereinbart, um die Versorgung mit notwendigen Komponenten sicherzustellen.
