Cisco-Patches: 24 Updates gegen kritische WAN-Schwachstellen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Netzwerkausrüster Cisco hat 24 Sicherheitsupdates veröffentlicht, um schwerwiegende Schwachstellen in seinen Produkten zu beheben. Besonders kritisch: Angreifer könnten damit komplette WAN-Umgebungen stören oder unbefugten Zugriff auf Unternehmensnetzwerke erhalten. Die Patches vom 6. August betreffen unter anderem die Software Catalyst SD-WAN, IOS XE und das Secure Firewall Management Center (FMC). Für Unternehmen in Deutschland und Europa ist das ein Weckruf – viele setzen auf die betroffenen Systeme für ihre Standortvernetzung.
Drei kritische Lücken in Catalyst SD-WAN
Die schwerwiegendsten Schwachstellen stecken in Ciscos Catalyst-SD-WAN-Software. Drei separate Fehler (CVE-2026-20303, CVE-2026-20304 und CVE-2026-20310) erhielten den alarmierenden CVSS-Score von 9,9 von 10 möglichen Punkten. Sie betreffen sämtliche Bereitstellungsmodi der Software. Sicherheitsexperten warnen: Diese Lücken könnten es Angreifern ermöglichen, die Integrität ganzer WAN-Infrastrukturen zu kompromittieren – also der Verbindungen zwischen Unternehmensstandorten.
Auch in der weit verbreiteten IOS-XE-Software schloss Cisco kritische Schwachstellen. Besonders brisant ist CVE-2026-20272 mit einem CVSS-Score von 9,8, daneben CVE-2026-20267 und CVE-2026-20268. Interessant: Diese Fehler wurden Berichten aus der Cybersicherheits-Community zufolge bei internen Tests mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz entdeckt.
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Für die SD-WAN- und IOS-XE-Lücken gibt es bislang keine Hinweise auf aktive Ausnutzung. Dennoch raten Sicherheitsorganisationen wie das Centre for Cyber Security Belgium (CCB) zu sofortigem Patchen. Workarounds existieren nicht – die einzige Absicherung ist das Einspielen der Updates.
Firewall-Verwaltung bereits aktiv angegriffen
Anders sieht es beim Secure Firewall Management Center aus: Die Schwachstelle CVE-2026-20079 erhielt die Höchstbewertung von 10,0. Sie ermöglicht einen Authentifizierungs-Bypass, der Angreifern weitreichende Kontrolle über die Verwaltungsplattform geben könnte. Branchenberichten zufolge wurde diese Lücke bereits aktiv ausgenutzt.
Ebenfalls kritisch: eine Schwachstelle im Cisco Integrated Management Controller (IMC). CVE-2026-20200 betrifft UCS-C-Serie-Server der Generationen M7 und M8. Ein angemeldeter Angreifer mit niedrigen Rechten kann darüber beliebige Befehle mit Root-Rechten über das Web-Interface ausführen. Besonders beunruhigend: Ein öffentlicher Proof-of-Concept-Exploit namens CIMCown wurde bereits veröffentlicht.
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Patch-Versionen und Branchenkontext
Für die SD-WAN- lücken hat Cisco mehrere korrigierte Versionen bereitgestellt: 20.9.10, 20.12.8.1, 20.15.6, 20.18.4 und 26.1.2. Die IMC-Sicherheitslücke schließen die Versionen 4.3(6.260033) und 6.0(2.260044).
Die Updates kommen nur wenige Tage, nachdem die US-Cybersicherheitsbehörde CISA am 27. Juli weitere Netzwerk-Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen hatte. Darunter: ein aktiv ausgenutzter Fehler mit CVSS-Score 10,0 im Arista VeloCloud Orchestrator sowie eine Patch-Bypass-Lücke in FortiOS.
Auf der Sicherheitskonferenz Black Hat USA 2026 präsentierten Forscher zudem eine neue Angriffsklasse namens NatJack. Sie nutzt Schwachstellen im Connection Tracking verschiedener Betriebssysteme aus – was zu kürzlichen Patches für den Linux-Kernel (CVE-2026-63913) und Windows (CVE-2026-56181) führte. Auch die seit über einem Jahrzehnt bestehende KVM-Schwachstelle Januscape wurde in den vergangenen Monaten endlich behoben.
