Cisco, KI-Aufträge

Cisco KI-Aufträge: 9,3 Milliarden Dollar 2026, aber Umsatz-Lücke wächst

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cisco meldet Rekordumsatz von 17,25 Mrd. Dollar, doch der vorsichtige KI-Ausblick für 2027 lässt die Aktie fallen.

Cisco übertrifft Erwartungen mit Rekordumsatz, doch KI-Ausblick trübt die Stimmung
Moderne Serverräume in einem Rechenzentrum mit leuchtenden Kabeln und Hardware-Racks. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cisco Systems hat die Finanzergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und dabei einen Rekordumsatz von 17,25 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Dies entspricht einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen mit 1,22 US-Dollar die Erwartungen der Analysten, die im Konsens von 1,17 US-Dollar ausgegangen waren. Der Nettogewinn kletterte deutlich um 51 Prozent auf 3,9 Milliarden US-Dollar.

Trotz dieser starken operativen Kennzahlen reagierte der Kapitalmarkt zurückhaltend. Die Aktie verzeichnete einen Rückgang von etwa 4 Prozent. Analysten führen dies auf den konservativen Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 zurück, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Diskrepanz zwischen Auftragslage und Umsatzprognose

Ein zentraler Aspekt des Berichts war die Entwicklung der KI-Aufträge. Im vierten Quartal konnte Cisco Aufträge im Wert von 4 Milliarden US-Dollar in diesem Segment verbuchen. Damit stieg das Gesamtauftragsvolumen für KI-Lösungen im gesamten Geschäftsjahr 2026 auf 9,3 Milliarden US-Dollar. Das ursprünglich gesetzte Ziel von 9 Milliarden US-Dollar wurde somit übertroffen. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres hatten die Aufträge bei insgesamt 5,3 Milliarden US-Dollar gelegen, woraus sich die Notwendigkeit für einen starken Abschluss von rund 3,7 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal ergeben hatte.

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Für Verunsicherung sorgte jedoch die Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2027. Cisco erwartet hier einen KI-bezogenen Umsatz von lediglich 7,5 Milliarden US-Dollar. Da dieser Wert signifikant unter dem bereits erreichten Auftragsvolumen von 9,3 Milliarden US-Dollar liegt, hinterfragten Marktbeobachter die Nachhaltigkeit und die Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen seine Auftragsbestände in tatsächliche Erlöse umwandeln kann.

Wachstum im Networking-Sektor und bei Hyperscalern

Abseits der KI-Spezialisierung zeigte das Kerngeschäft eine robuste Dynamik. Der Produktumsatz stieg insgesamt um 24 Prozent, wobei das Segment Networking mit einem Plus von 28 Prozent hervorstach. Der operative Cashflow wurde mit 5,4 Milliarden US-Dollar angegeben, was einer Steigerung von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Besonderes Augenmerk lag zudem auf der Zusammenarbeit mit großen Rechenzentrumsbetreibern, den sogenannten Hyperscalern. In diesem Bereich erreichten die Aufträge eine Run-Rate von 9 Milliarden US-Dollar. Die Unternehmensführung gab an, dass man mit weiteren Erfolgen bei der Implementierung spezifischer Produktdesigns in diesem Kundensegment rechne.

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Bewertung und zukünftige Erwartungen

Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 gab Cisco eine Umsatzprognose zwischen 18 und 18,2 Milliarden US-Dollar ab, was über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von 16,8 Milliarden US-Dollar liegt. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 wird ein Umsatzkorridor von 72,2 bis 73,4 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn je Aktie zwischen 5,05 und 5,11 US-Dollar angestrebt.

Vor der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen hatte die Cisco-Aktie im bisherigen Kalenderjahr bereits einen Wortzuwachs von 50 Prozent verzeichnet. Finanzexperten weisen jedoch auf die hohe Bewertung des Titels hin. Mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40,22 liegt das Unternehmen deutlich über seinem Fünf-Jahres-Median von 19,8. Auf Basis von Bewertungsmodellen zum fairen Unternehmenswert wird die Aktie derzeit als überbewertet eingestuft, wobei der rechnerische Wert bei 67,67 US-Dollar liegt – deutlich unter dem gehandelten Preis von 123,88 US-Dollar. Analysten mahnten in diesem Zusammenhang zur Vorsicht hinsichtlich der Beständigkeit der aktuellen Auftragsbestände.

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