Chuna-Therapie, Patient

Chuna-Therapie: Ein Patient erhielt 188 Sitzungen auf Autoversicherungskosten

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
2025 erreichten die Chuna-Vergütungen 684,9 Milliarden Won; besonders stark wuchsen die Abrechnungen über Kfz-Versicherungen.
Ein minimalistischer Behandlungsraum in einer Klinik mit einer hölzernen Massageliege und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Ausgaben für traditionelle manuelle Behandlungen im südkoreanischen Gesundheitssystem verzeichnen eine spürbare Dynamik. Daten des Health Insurance Review and Assessment Service (HIRA), die durch den Abgeordneten Han Ji-ah von der People Power Party vorgelegt wurden, verdeutlichen diesen Trend am Beispiel der Chuna-Therapie.

Bei dieser manuellen Behandlungsmethode der traditionellen koreanischen Medizin belief sich die Gesamtvergütung im Jahr 2025 auf 684,9 Mrd. Won, was rund 470 Mio. US-Dollar entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2021, als die Gesamtkosten bei 428,1 Mrd. Won lagen, bedeutet dies einen Zuwachs von 60,0 Prozent.

Differenzierte Entwicklung bei Kranken- und Kfz-Versicherungen

Der Anstieg der Abrechnungssummen verteilt sich auf unterschiedliche Kostenträger, wobei die Kfz-Haftpflichtversicherungen den größeren Anteil tragen. Nach den HIRA-Zahlen belief sich der Vergütungsanteil der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2025 auf 215,5 Mrd. Won.

Gegenüber dem Wert von 136,8 Mrd. Won aus dem Jahr 2021 entspricht dies einem Anstieg um 57,6 Prozent. Parallel dazu kletterte die Zahl der über die Krankenversicherung abgerechneten Behandlungen von 4,86 Mio. im Jahr 2021 auf 6,57 Mio. im Jahr 2025, was einem Zuwachs von 35,4 Prozent entspricht.

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Noch stärker fiel das Wachstum im Bereich der Autoversicherungen aus. Hier verzeichnete der HIRA für das Jahr 2025 eine Abrechnungssumme von 469,4 Mrd. Won. Im Vergleich zu den 291,3 Mrd. Won aus dem Jahr 2021 entspricht das einer Steigerung um 61,1 Prozent.

Auch das Behandlungsvolumen wuchs in diesem Sektor merklich: Wurden im Jahr 2021 noch 12,22 Mio. Behandlungen über die Kfz-Versicherungen erfasst, lag die Zahl im Jahr 2025 bei 16,96 Mio., was einem Plus von 38,8 Prozent entspricht.

Abrechnungsmuster und auffällige Einzelfälle

Neben den Gesamtzahlen geben Berichte auch Einblick in die Frequenz der Therapiesitzungen. Nach Angaben der Korea Economic Daily wird Chuna bei einzelnen Patienten im Durchschnitt etwa jeden zweiten Tag abgerechnet.

In Spitzenfällen summierten sich die Termine innerhalb eines Jahres auf bis zu 188 Sitzungen für einen einzelnen Betroffenen. Die HIRA-Statistiken weisen für das Jahr 2024 einen entsprechenden Höchstfall aus: Ein Patient erhielt in diesem Zeitraum 188 Chuna-Behandlungen, die vollständig über die Autoversicherung abgerechnet wurden.

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Zugleich zeigen sich Wechselwirkungen mit anderen Bereichen der alternativen und komplementären Versorgung. Wie das Branchenmedium Medical News berichtete, hat sich nach der Umstellung der Chuna-Therapie auf eine regulierte Kassenleistung das Abrechnungsvolumen privater Krankenversicherungen für die Shinjang-Bun-Sa-Therapie etwa verdoppelt.

Diese Verschiebungen veranschaulichen, wie Vergütungsstrukturen und regulatorische Anpassungen das Abrechnungsverhalten bei traditionellen Therapieverfahren beeinflussen.

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de | wissenschaft | 70345633 |