Chuna-Therapie, Abrechnungen

Chuna-Therapie: Abrechnungen steigen in Südkorea binnen vier Jahren um 60 Prozent

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
HIRA-Daten zeigen höhere Chuna-Ausgaben bei Kfz- und Krankenversicherung; Han Ji-ah verlangt eine Prüfung wiederholter Abrechnungen.
Ein minimalistischer Behandlungsraum für traditionelle koreanische Medizin mit einer leeren Massageliege. Illustration mit AI erstellt.

Die Abrechnungen für die Chuna-Therapie, eine manuelle Behandlungsmethode der traditionellen koreanischen Medizin, verzeichnen in Südkorea ein massives Ausgabenwachstum.

Daten des Health Insurance Review and Assessment Service (HIRA), die von der Abgeordneten Han Ji-ah aus dem Gesundheitsausschuss der People Power Party angefordert und publik gemacht wurden, belegen einen Anstieg des Abrechnungsvolumens um 60 Prozent innerhalb von vier Jahren.

Vor allem im Segment der Kfz-Versicherungen zeigt sich ein starker Zuwachs, der nun die Diskussion um Kontrollmechanismen und Abrechnungsregeln neu entfacht.

Deutlicher Anstieg bei Kranken- und Kfz-Versicherungen

Im Jahr 2025 beliefen sich die Gesamtabrechnungen für Chuna-Behandlungen laut den HIRA-Daten auf 684,9 Mrd. Won, was etwa 470 Mio. US-Dollar entspricht. Dies stellt ein Plus von 60,0 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 dar, als die Summe noch bei 428,1 Mrd. Won gelegen hatte.

Differenziert nach Kostenträgern entfiel der größere Anteil auf die Kfz-Versicherung. Hier kletterten die Ausgaben im Jahr 2025 auf 469,4 Mrd. Won, was einem Anstieg von 61,1 Prozent gegenüber den 291,3 Mrd. Won des Jahres 2021 entspricht. Die Abrechnungen über die gesetzliche Krankenversicherung wuchsen im selben Zeitraum um 57,6 Prozent von 136,8 Mrd. Won auf 215,5 Mrd. Won.

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Die Abrechnungen für die Chuna-Therapie sind in Südkorea binnen vier Jahren um 60 Prozent gestiegen — allein die Kfz-Versicherung verzeichnet ein Plus von 61,1 Prozent. Für Kassen-Controller und Versicherungsmanager stellt sich damit die Frage, wie Mehrfachabrechnungen systematisch erkannt und Aufsichtslücken geschlossen werden können. Kostenlosen Prüf-Leitfaden für Abrechnungsdaten anfordern

Parallel dazu nahmen die Behandlungszahlen kräftig zu. Über die gesetzliche Krankenversicherung wurden im Jahr 2025 rund 6,57 Mio. Behandlungen verbucht, ein Zuwachs von 35,4 Prozent gegenüber etwa 4,86 Mio. im Jahr 2021. Über die Kfz-Versicherung wurden 16,96 Mio. Behandlungen registriert, was einem Plus von 38,8 Prozent im Vergleich zu den rund 12,22 Mio. Behandlungen vier Jahre zuvor entspricht.

Extreme Einzelfälle verstärken Regulierungsdebatte

Die Chuna-Therapie war im Jahr 2019 offiziell in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen worden, was seither zu einer breiteren Inanspruchnahme geführt hat. Neben dem allgemeinen Mengenwachstum rücken nun jedoch auch extreme Behandlungsfrequenzen in den Fokus.

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Besonders ein Fall aus dem Jahr 2024 veranschaulicht die Spannbreite der Abrechnungspraxis: Ein einzelner Patient erhielt in jenem Jahr insgesamt 188 Chuna-Behandlungen, die vollständig über die Kfz-Versicherung geltend gemacht wurden. Diese Serie stellte die höchste Fallzahl unter den Top-5-Abrechnungen der Jahre 2021 bis 2025 dar und wurde über eine einzige koreanische Klinik abgerechnet.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen fordert die Abgeordnete Han Ji-ah eine eingehende Überprüfung von wiederholten Mehrfachabrechnungen. Zugleich plädiert sie für die Etablierung einer wirksamen behördlichen Aufsicht, um Fehlentwicklungen in der Abrechnungspraxis zu unterbinden und die finanzielle Belastung der Versicherungssysteme einzudämmen.

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