Chronische Wunden: Kevelaer erhält einziges zertifiziertes Zentrum im Kreis Kleve
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die fachgerechte Behandlung chronischer Wunden stellt die klinische Versorgung vor anspruchsvolle Aufgaben, insbesondere wenn Gefäßleiden und Stoffwechselstörungen zusammenkommen.
Am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum wurde das Medizinische Wundzentrum am Marienhospital Kevelaer durch die Initiative Chronische Wunden (ICW) zertifiziert. Die Einrichtung stellt damit das einzige zertifizierte Wundzentrum im Kreis Kleve dar und verdeutlicht die wachsenden Anforderungen an standardisierte Behandlungskonzepte.
Interdisziplinäre Vernetzung am Standort Kevelaer
Um das Zertifikat der Initiative Chronische Wunden zu erhalten, musste das Marienhospital Kevelaer umfangreiche Kriterien nachweisen. Gefordert waren eine multidisziplinäre Fachexpertise, der Einsatz ausgebildeter ICW-Wundexperten, ein geprüftes Qualitätsmanagement sowie eine durchgehende Rund-um-die-Uhr-Versorgung an allen Wochentagen.
Das Fundament dieser Zertifizierung bildet eine seit dem Jahr 2025 bestehende enge Zusammenarbeit der Kliniken für Gefäßchirurgie, Allgemeine Innere Medizin beziehungsweise interventionelle Angiologie und Diabetologie.
Ergänzt wird die Versorgung durch diagnostische und therapeutische Schnittstellen wie die Anästhesie sowie die Radiologie inklusive CT und MRT. Zudem ist das Wundzentrum eng mit diabetologischen Schwerpunktpraxen der Region vernetzt, um eine lückenlose Betreuung sicherzustellen.
Qualitätskriterien und Standards in der Gefäßmedizin
Die Notwendigkeit verlässlicher Qualitätsstrukturen beschränkt sich nicht allein auf die Wundtherapie, sondern umfasst die gesamte Gefäßmedizin. Die RAL Gütesicherung führt hierfür ein spezifisches Gütezeichen für Einrichtungen der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Dieses bewertet sowohl ambulante als auch stationäre Einrichtungen in Bezug auf Personal, Hygiene, Arbeitssicherheit sowie Wissens- und Risikomanagement.
Für Hausärzte und Pflegedienste im Kreis Kleve war bisher unklar, wohin komplexe Wundfälle mit Gefäßleiden und Diabetes gehören. Seit der Zertifizierung des Medizinischen Wundzentrums am Marienhospital Kevelaer gibt es im Kreis Kleve erstmals eine zertifizierte Adresse — mit multidisziplinärer Expertise, ausgebildeten Wundexperten und Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Unser Leitfaden zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie chronische Wunden künftig richtig überweisen. Kostenlosen Überweisungsleitfaden anfordern
Das Verfahren basiert auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht und einer regelmäßigen neutralen Fremdüberwachung unterliegt.
Auch bei therapeutischen Hilfsmitteln greifen Qualitätsstandards: Für medizinische Kompressionsstrümpfe legt ein entsprechendes RAL-Gütezeichen exakt definierte Kompressionsklassen mit festgelegten Druckwerten und kontrolliertem Druckverlauf fest. Die Einhaltung wird mittels des Prüfgeräts HOSY, jährlicher externer Kontrollen und einer EU-Gewährleistungsmarke überwacht.
Neue Technologien zur Infektionskontrolle
Während etablierte Zentren auf standardisierte klinische Abläufe setzen, erforscht die Wissenschaft neue Wege in der Wundbehandlung. An der Empa in St. Gallen arbeitet ein Team um Luciano Boesel und Giorgia Giovannini in der Abteilung Biomimetic Membranes and Textiles an Siliziumdioxid-Nanopartikeln, die mit dem Wunddesinfektionsmittel Chlorhexidin beladen sind.
Komplexe Wundfälle mit Gefäßleiden und Diabetes gehören in interdisziplinäre Hände — doch woran erkennen Sie, ob eine Einrichtung die Kriterien einer Zertifizierung wirklich erfüllt? Unser Leitfaden erklärt die Prüfpunkte (Fachexpertise, Wundexperten, Qualitätsmanagement, Erreichbarkeit) und wie Sie die Versorgungsqualität in Ihrer Region einschätzen. Checkliste Zertifizierungskriterien jetzt sichern
Umhüllt sind die Partikel von einem Polymermantel mit molekularen Fotoschaltern, die auf sichtbares LED-Licht reagieren. Bei Bestrahlung schwillt der Mantel an und gibt das Desinfektionsmittel frei; wird das Licht abgeschaltet, stoppt der Prozess. Die Steuerung erfolgt über Dauer, Intensität und Wellenlänge.
Bislang wurde das Verfahren ausschließlich im Reagenzglas erprobt. Klinische Studien und regulatorische Zulassungen stehen noch aus, ein Einsatz in der Praxis könnte in einigen Jahren möglich werden. Entwicklungsziele sind eine gezieltere Wirkstofffreisetzung, die Reduktion von Nebenwirkungen und Resistenzen sowie die künftige Verbindung mit Wundsensoren.
