Chronische Schmerzen: Pfefferminzöl senkt Blutdruck um 8 mmHg
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 05:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Klinische Forschung, manuelle Therapien und pflanzliche Wirkstoffe wachsen zusammen – während die Kosten explodieren.
Was ist passiert? Der Heilmittelmarkt wächst rasant – und die Suche nach neuen Therapieformen ebenfalls.
Expansion bei manuellen Therapien
Anfang 2026 gründete Nina Dan im niederösterreichischen Eschenau eine Praxis für Craniosakraltherapie. Ihr Angebot richtet sich sowohl an Menschen als auch an Pferde. Die Methode verspricht, durch sanfte Berührungen körperliche und emotionale Blockaden zu lösen.
Auch in Baden tut sich was: Dragana Miklosic eröffnete ein Studio mit klassischen Massagen, Fußreflexzonen- und Bindegewebsmassagen sowie Recovery Boots. Beide Gründungen hoben regionale Förderinitiativen im Juli 2026 als beispielhaft hervor.
Pfefferminzöl gegen Bluthochdruck?
Die Wissenschaft entdeckt pflanzliche Wirkstoffe neu. Eine Studie im Fachmagazin PLOS One untersuchte Pfefferminzöl: 40 Probanden mit leichtem Bluthochdruck erhielten 20 Tage lang täglich 0,1 ml des Öls. Ergebnis: Der systolische Blutdruck sank um durchschnittlich 8 mmHg. Forscher vermuten, dass Menthol die Gefäßwände entspannt. Allerdings: Die Stichprobe ist klein, weitere Studien sind nötig.
Die PLOS-One-Studie zeigt: Pfefferminzöl senkt den Blutdruck um 8 mmHg. Doch wie wenden Sie es richtig an? Unser kostenloser Report verrät es – plus 3 weitere pflanzliche Wirkstoffe gegen Bluthochdruck. Jetzt Report anfordern
Neben Ölen rückt auch der Wald in den Fokus. Das sogenannte Waldbaden nutzt Terpene aus Nadelbäumen, um Stress zu reduzieren. Heilpraktikerin Theresa Scholz erklärte im Juli 2026, dass diese Pflanzenstoffe das Immunsystem positiv beeinflussen können. Parallel klären Apotheker im Sommer über Lavendel auf – von Anbau bis Wirkmechanismus.
Schmerz als komplexes System
Die Forschung versteht Schmerz zunehmend als Zusammenspiel biologischer und sozialer Faktoren. Das Universitätsklinikum Würzburg stellte im Sommer 2026 neue Schwerpunkte vor: die Visualisierung von Spinalganglien und die Untersuchung von Immunreaktionen bei chronischen Schmerzen. Prof. Heike Rittner leitet das Projekt ResolvePAIN.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei Darm-Hirn-Störungen. Prof. Sigrid Elsenbruch von der Ruhr-Universität Bochum veröffentlichte im Fachmagazin Gastroenterology (2026) ein dreistufiges Modell: Psychoedukation, Verhaltenstherapie, spezialisierte gastropsychologische Betreuung. Bei chronischen Schmerzen ohne Verstopfung kommen niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva infrage.
Die Kostenexplosion im Heilmittelmarkt
Chronische Schmerzen und steigende Therapiekosten belasten Ihr Portemonnaie? Der Heilmittel-Report 2026 der AOK zeigt: Ausgaben stiegen von 6,1 auf 13,3 Milliarden Euro. Unser Report zeigt kosteneffiziente Selbsthilfe mit pflanzlichen Wirkstoffen. Jetzt kostenlosen Selbsthilfe-Report sichern
Trotz neuer Therapieformen wächst der Kostendruck. Der Heilmittel-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen stiegen von 6,1 Milliarden Euro (2014) auf 13,3 Milliarden Euro (2024). Für 2025 werden 14,7 Milliarden Euro erwartet.
Ein Treiber ist die Blankoverordnung, eingeführt 2024. Sie erlaubt Therapeuten, Behandlungsart und -frequenz selbst zu bestimmen. Ein Beispiel: Bei Schulterbeschwerden kostete eine Regelverordnung durchschnittlich 214 Euro, eine Blankoverordnung 714 Euro. AOK-Vorstand Carola Reimann fordert verbindliche Leitplanken und Mengenbegrenzungen. Die Physiotherapie bleibt mit fast 70 Prozent Umsatzanteil das dominierende Segment.
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