Chronische Schmerzen: Melatonin lindert ähnlich wie Ibuprofen
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Schlafhormon Melatonin könnte weit mehr können, als nur müde machen. Eine aktuelle Metaanalyse der Universität Sydney deutet auf eine überraschende Wirkung bei chronischen Schmerzen hin.
Muskelschmerzen: Vergleichbar mit Ibuprofen
Die im Juli 2026 veröffentlichte Studie wertete 23 klinische Untersuchungen mit insgesamt 2.028 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Bei einer täglichen Dosis von 3 bis 10 Milligramm zeigte Melatonin eine moderate Linderung bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen – also Rückenschmerzen, Arthrose und Fibromyalgie.
Besonders spannend: Die Effektstärke ist mit der von Ibuprofen oder Diclofenac vergleichbar. Eine spezifische Auswertung von neun kontrollierten Studien mit 450 Probanden ergab eine mittlere Schmerzreduktion von knapp 9 Punkten auf einer 100er-Skala. Gegenüber Placebo waren es immerhin knapp 7 Punkte.
Doch Vorsicht: Die Forscher bewerten die Qualität der Daten als niedrig bis mäßig. Eine allgemeine Therapieempfehlung gibt es daher noch nicht.
Der Teufelskreis aus Schmerz und Schlaf
Hier liegt die eigentliche Stärke von Melatonin. Chronische Schmerzen stören den Schlaf – und schlechter Schlaf erhöht die Schmerzempfindlichkeit. Ein Teufelskreis. Melatonin könnte diesen Zyklus durchbrechen, indem es gleichzeitig entzündungshemmend wirkt und die Schlafqualität verbessert.
Ende Juni 2026 wiesen Experten in Fachpublikationen genau auf diesen Doppeleffekt hin. Die Verträglichkeit gilt als gut: In Studien mit bis zu drei Monaten Laufzeit traten keine schweren Nebenwirkungen auf.
Die aktuelle Metaanalyse der Universität Sydney zeigt: Melatonin lindert chronische Schmerzen ähnlich gut wie Ibuprofen – aber ohne Magenbelastung. Besonders bei Rückenschmerzen, Arthrose und Fibromyalgie kann das Schlafhormon helfen. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie Melatonin richtig dosieren und den Schmerz-Schlaf-Teufelskreis durchbrechen. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Allerdings: Bei postoperativen Schmerzen zeigte Melatonin keine signifikante Wirkung. Der Einsatz bleibt daher eine ergänzende Option – vor allem für Patienten, die zusätzlich unter Schlafproblemen leiden.
Die Kehrseite: Langzeitrisiken unbeantwortet
Trotz der positiven Signale mahnen Fachleute zur Vorsicht. Eine Analyse der American Heart Association aus dem Jahr 2025, die im Juli 2026 erneut diskutiert wurde, zeigt ein Problem: Bei Patienten mit chronischer Insomnie war eine Einnahme über mehr als ein Jahr mit einem 90 Prozent höheren Risiko für Herzinsuffizienz verbunden. Auch die Sterblichkeit war erhöht.
Ein kausaler Zusammenhang ist noch nicht belegt. Aber die Zahlen geben zu denken.
Das Interesse an Melatonin ist dennoch hoch. Laut einer YouGov-Umfrage vom Juli 2026 nutzen rund 30 Prozent der Deutschen mit schlechter Schlafqualität das Hormon. In den USA ist es als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich – was den Zugang erleichtert, aber auch die ärztliche Begleitung erschwert.
Neue Konkurrenz: Paracetamol trifft Naproxen
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Parallel zur Melatonin-Forschung gibt es Fortschritte bei klassischen Schmerzmitteln. Die FDA erteilte im Juli 2026 die Zulassung für eine Fixdosiskombination aus Paracetamol und Naproxen. Die Mischung soll besser wirken als die Einzelwirkstoffe – ein weiterer Baustein in der Suche nach opioidfreien Alternativen.
Auch die Placebo-Forschung liefert neue Erkenntnisse. Eine Studie in Nature Communications zeigte, dass unterschiedliche Erwartungshaltungen verschiedene schmerzmodulierende Systeme im Gehirn aktivieren. Das könnte künftige Studien zu Melatonin und anderen Supplementen beeinflussen.
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