Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen in China: 1.000 neue Zentren auf Kreisebene geplant

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Ausbau auf Kreisebene soll Diagnostik und Behandlung chronischer Schmerzen näher zu den Patienten bringen.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einem ländlichen Gesundheitszentrum in China mit einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In China steht die medizinische Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen vor einem umfassenden strukturellen Ausbau. Geplant ist die Einrichtung von 1.000 neuen Schmerzmanagement-Zentren auf Kreisebene.

Ziel dieses Vorhabens ist es, die bestehenden diagnostischen Kapazitäten in den Regionen zu erweitern und die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen nachhaltig zu verbessern. Die Initiative zielt darauf ab, spezialisierte Angebote direkt in der Fläche zu verankern und die bestehenden Lücken in der primären Gesundheitsversorgung zu schließen.

Hohe Krankheitslast und Konzentration auf Primäreinrichtungen

Die Notwendigkeit für einen Ausbau der regionalen Infrastruktur verdeutlichen die Erhebungen zur epidemiologischen Lage. Dem China's Pain Medicine Development Report 2020 zufolge leben landesweit über 300 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen.

Zudem verzeichnet das Land einen jährlichen Zuwachs von 10 bis 20 Millionen neuen Fällen. Einen erheblichen Anteil daran haben Nervenschädigungen: Nach Angaben von Fan Bifa macht neuropathischer Schmerz etwa 20 Prozent der chronischen Schmerzfälle aus.

Gleichzeitig verlagert sich die medizinische Betreuung überwiegend auf die lokale Ebene. Fast 80 Prozent der chronischen Schmerzpatienten in ganz China erhalten ihr Management chronischer Krankheiten in Kreis- und Primärinstitutionen.

Da spezialisierte therapeutische Angebote bislang jedoch primär an großen Schwerpunktkliniken in Metropolen konzentriert sind, stehen die Einrichtungen der Grundversorgung vor besonderen Herausforderungen bei der Diagnostik und adäquaten Schmerztherapie.

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Pilotprojekte des nationalen Schmerznetzwerks

Die geplante Ausweitung auf 1.000 Zentren stützt sich auf Erfahrungen eines Vorläuferprogramms. Das National Health Commission Health Development Research Center – auch als China National Health Development Research Center geführt – und das China-Japan Friendship Hospital hatten das Projekt unter der Bezeichnung China Chronic Pain Management Network Project im Jahr 2024 initiiert.

Im Rahmen dieses Projekts wurden bislang 25 Pilotstandorte in 16 Provinzen und Städten etabliert. An diesen Standorten konnten bereits über 100.000 Patienten behandelt werden. Das übergeordnete Ziel der Initiative besteht darin, ein flächendeckendes Schmerznetzwerk aufzubauen, das eine standardisierte und wohnortnahe Versorgung gewährleistet.

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Forderungen nach Stärkung der Kreisebene

Der Handlungsbedarf in den ländlichen und kreisangehörigen Regionen bleibt nach Ansicht von Fachleuten dringlich. Experten fordern eine kontinuierliche Verbesserung der Schmerzversorgung auf Kreisebene, um Patientengruppen frühzeitiger diagnostizieren und leitliniengerecht versorgen zu können.

Aufgegriffen wurde diese Thematik im Rahmen der Berichterstattung anlässlich des Welt-Schmerztags, an dem die Bedeutung koordinierter Behandlungsstrukturen für das gesamte Gesundheitssystem hervorgehoben wurde. Die geplante Vervielfachung der Zentren soll dazu beitragen, den Versorgungsstandard außerhalb der großen Ballungsräume schrittweise anzugleichen.

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