Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Immunzellen nutzen Nervenbotenstoffe wie Dopamin

04.07.2026 - 13:09:15 | boerse-global.de

Forschung belegt: Neutrophile Granulozyten kommunizieren mit Dopamin. Das könnte das Verständnis chronischer Schmerzen grundlegend verändern.

Immunzellen nutzen Nerven-Botenstoffe: Neue Studie
Chronische - Nahaufnahme eines menschlichen Gehirns mit leuchtenden neuronalen Pfaden, die sich mit einer skelettartigen Hand verbinden, um Schmerz und Körper darzustellen. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher aus Münster und Bochum haben erstmals in Echtzeit nachgewiesen: Bestimmte Immunzellen nutzen dieselben chemischen Botenstoffe wie Nerven. Die im Juni in Advanced Science veröffentlichte Studie zeigt, dass neutrophile Granulozyten mit Katecholaminen wie Dopamin und Adrenalin kommunizieren. Die Erkenntnis untermauert die enge Verknüpfung zwischen Entzündungsprozessen und Nervensystem – und könnte das Verständnis chronischer Schmerzen revolutionieren.

Achtsamkeit gegen Rückenschmerzen: Wirksam, aber nicht revolutionär

Die Integration mentaler Techniken in die Schmerztherapie bleibt ein heiß diskutiertes Feld. Eine aktuelle Studie in JAMA Internal Medicine untersuchte achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) bei unteren Rückenschmerzen. Das Ergebnis: Die Beschwerden linderten sich zwar, die Gesamtwirkung blieb jedoch hinter den hohen Erwartungen zurück. Getestet wurde sowohl in Hausarztpraxen als auch online – mit ähnlich moderaten Erfolgen.

Atemtechnik beeinflusst Entscheidungsverhalten

Noch überraschender: Eine verlängerte Ausatmung macht mutiger. Das belegt eine Studie der Charité Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE), veröffentlicht in Neuron. Bei 41 Probanden aktivierte die verlängerte Ausatmung den Parasympathikus und erhöhte die Herzratenvariabilität. Die Folge: mutigere Entscheidungen. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie physische Mechanismen direkt auf psychische Zustände wirken.

Neue Leitlinie für Rheuma-Patienten

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat im Juni eine neue S3-Leitlinie veröffentlicht. Ihr Ziel: das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen besser managen. Eine optimale Rheumatherapie gilt darin als entscheidender Faktor zur Senkung dieser Lebensgefahr. Strukturierte Risikoerfassung ist das Stichwort.

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Parallel dazu eröffnete in Grimma eine spezialisierte Schmerzpraxis. Sven Brauneck setzt dort auf ein breites Spektrum – von Injektionsverfahren über Schmerzpumpen bis hin zu Akupunktur. Ein Haken: Gesetzlich Versicherte müssen die Akupunktur zunächst selbst zahlen.

Stress blockiert Gedächtnisintegration

Die Universität Hamburg liefert im Mai in Science Advances neue Details zu Stress und Denkvermögen. Bei 121 Probanden zeigte sich: Stress verhindert die ganzheitliche Speicherung von Gedächtnisinhalten. Gestresste Teilnehmer legten Informationen isoliert ab, während die Kontrollgruppe Zusammenhänge erkannte. Das erklärt, warum wir unter Druck oft den Überblick verlieren.

ADHS: Neues Erklärungsmodell vorgestellt

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Achtsamkeit allein reicht oft nicht – das zeigt eine aktuelle Studie. Doch es gibt wirksame Wege, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Dieser Report liefert Ihnen konkrete Atemtechniken und Stressabbau-Checklisten. Mehr erfahren

Mohammad Dawood Rahimi von der Freien Universität Berlin schlägt in Neuroscience & Biobehavioral Reviews ein neues Modell für ADHS vor. Sein EDHD-Modell definiert die Störung primär als Energieversorgungsproblem des Gehirns. Ein völlig neuer theoretischer Rahmen, der die Diskussion um neurobiologische Funktionsstörungen neu beleben dürfte.

Die Forschungsstränge des ersten Halbjahrs 2026 zeigen einen klaren Trend: Die Medizin der Zukunft betrachtet biochemische Signale, physiologische Reaktionen und psychologische Faktoren als eine Einheit.

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