Chronische, Schmerzen

Chronische Schmerzen: Bewegung senkt die Schmerzstärke um 1,1 Punkte

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse von 157 Reviews verbindet Bewegung mit geringeren Schmerzen; ein direkter Vergleich mit Medikamenten fehlt.

Universität Adelaide: Bewegung lindert Schmerzen laut großer Übersichtsarbeit
Ein friedlicher Waldweg im Morgenlicht, der Ruhe und Bewegung in der Natur symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Bewegung kann Schmerzen unterschiedlichster Ursachen spürbar lindern – das legt eine umfangreiche Übersichtsarbeit unter Leitung der Universität Adelaide nahe, die in der Fachzeitschrift „Pain Reports" erschien und Reviews bis August 2024 berücksichtigte.

Die sogenannte Umbrella-Review, über die unter anderem biermann-medizin.de am 24. September 2026 berichtete, fasst die Ergebnisse von 157 systematischen Übersichtsarbeiten mit insgesamt 2.736 randomisierten Studien und 221.279 Teilnehmenden zusammen. Damit handelt es sich um eine der breitesten Datenzusammenführungen zu diesem Thema.

Deutlicher Rückgang der Schmerzstärke

Die Auswertung zeigt laut einem Bericht von euronews.com vom 26. September 2026, dass Bewegung die Schmerzstärke im Mittel um etwa 1,1 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10 senkte. Die Forschenden ordneten diesen Effekt als rund 60 Prozent stärker ein als die durchschnittliche Linderung, die in separaten Studien zu chronischen Schmerzen durch gängige Medikamente erzielt wurde.

Wichtig ist dabei die Einschränkung, die t-online.de am 24. September 2026 hervorhob: Bewegung und Medikamente wurden in der Untersuchung nicht direkt miteinander verglichen.

Der Vergleich mit Schmerzmitteln stützt sich auf separate Studien, nicht auf direkte Tests innerhalb derselben Untersuchung. Bewegung gilt demnach nicht als belegter Ersatz für Medikamente, sondern als ergänzende Option mit vergleichbarer oder sogar höherer Wirkung bei den gemessenen Schmerzwerten.

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Laut der Auswertung mit der 0–10-Skala sank die Schmerzstärke im Mittel rund einen Punkt stärker als in Vergleichsgruppen ohne entsprechende Bewegungsintervention.

Wirksam bei verschiedenen Schmerzformen

Die Übersichtsarbeit der Universität Adelaide erfasste Wirkungen bei einer breiten Palette von Schmerzformen, darunter muskuloskelettale, neurologische, entzündliche und krebsbedingte Schmerzen. Bewegung linderte demnach sowohl akute als auch chronische Beschwerden – ein Hinweis darauf, dass der Effekt nicht auf einzelne Krankheitsbilder beschränkt ist.

Weniger kann mehr sein

Bemerkenswert ist ein Detail, über das globo.com am 25. September 2026 berichtete: Kürzere, niedrigintensive Programme mit weniger als 120 Minuten Bewegung pro Woche zeigten stärkere Effekte als umfangreichere Trainingspläne. Auch Programme mit einer Laufzeit von unter zwölf Wochen fielen durch besonders deutliche Wirkungen auf. Zu den wirksamsten Bewegungsformen zählte laut der Auswertung Tai-Chi, daneben können auch Yoga und Pilates helfen.

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Diese Erkenntnis könnte praktisch bedeutsam sein, denn die offizielle australische Bewegungsempfehlung liegt bei mindestens 150 Minuten pro Woche – ein Pensum, das für viele Betroffene schwer zu erreichen ist.

Wie thenewdaily.com.au am 25. September 2026 berichtete, sind chronische Schmerzen in Australien weit verbreitet: Rund einer von fünf Australiern ab 45 Jahren ist betroffen. Gerade für diese Gruppe könnten kürzere, niedrigintensive Programme eine praktikablere Alternative zu ambitionierten Trainingsvorgaben darstellen.

Einordnung

Die Datenbasis der Übersichtsarbeit ist mit mehr als 150 zugrunde liegenden Studien und über 221.000 Teilnehmenden ungewöhnlich breit angelegt, was den Ergebnissen zusätzliches Gewicht verleiht. Gleichzeitig bleibt die Einschränkung bestehen, dass Bewegung und Medikamente in der Untersuchung selbst nicht gegeneinander getestet wurden.

Für Betroffene chronischer Schmerzen liefert die Analyse dennoch einen Hinweis darauf, dass moderate, gut dosierte Bewegungsprogramme eine wirksame Ergänzung zur bestehenden Schmerztherapie sein können – ohne dass damit eine medikamentöse Behandlung ersetzt werden soll.

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