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Chronische Schmerzen: 23 Millionen Deutsche sind Ziel von Betrügern

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 19:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Münchner Polizei nimmt mutmaßliche Betrügerin fest, die eine körperlich und geistig eingeschränkte Frau um einen fünfstelligen Betrag gebracht haben soll.

Schamanen-Clan: Festnahme in München wegen Betrugs an schwer kranker Frau
Ein Schreibtisch in einem Polizeibüro mit Aktenordnern und Unterlagen während laufender Ermittlungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Kriminalpolizei in München befasst sich derzeit mit einem weitreichenden Fall von spirituellem Missbrauch und gewerbsmäßigem Betrug. Im Fokus der Ermittlungen steht eine 32-jährige Österreicherin, die Anfang August 2026 festgenommen wurde. Der Fall beleuchtet die besonderen Gefahren, denen körperlich und geistig eingeschränkte Personen durch unseriöse Heilversprechen ausgesetzt sind.

Ermittlungen gegen mutmaßliches Mitglied eines Schamanen-Clans

Den Ermittlungsbehörden zufolge soll die Verdächtige aus Wien über Jahre hinweg eine 29-jährige Münchnerin getäuscht haben. Das Kommissariat 61 führt die Untersuchungen zu dem Fall, der bereits im Frühjahr 2021 seinen Anfang genommen haben soll. Die Beschuldigte wird verdächtigt, Kontakt zu Verstorbenen vorgetäuscht zu haben, um finanzielle Vorteile zu erlangen. Durch diese manipulative Vorgehensweise soll sie das Opfer um einen fünfstelligen Betrag betrogen haben.

Die Festnahme der Frau erfolgte am 6. August 2026 durch Beamte des Kommissariats 54. Diese sei im Rahmen eines Zufalls erfolgt, woraufhin ein bereits bestehender Haftbefehl vollstreckt werden konnte. Nach der polizeilichen Bestätigung der Festnahme wurde die Verdächtige in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim eingewiesen. In Sicherheitskreisen wird die Frau dem sogenannten Wiener „Schamanen-Clan“ zugerechnet, einer Gruppierung, die für ähnliche Delikte bekannt sein soll.

Vulnerabilität und polizeiliches Vorgehen

Ein zentraler Aspekt dieses Falls ist die persönliche Situation des Opfers. Die 29-jährige Frau aus München gilt als körperlich sowie geistig eingeschränkt, was sie laut polizeilichen Einschätzungen besonders empfänglich für manipulative Praktiken machte. Die Anzeige wegen des Betrugs wurde bereits im Mai 2026 erstattet, woraufhin die intensiven Ermittlungen der Münchner Polizei begannen.

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Experten warnen in diesem Zusammenhang regelmäßig vor der Ausnutzung von Notlagen. Die Masche, vermeintliche spirituelle Dienste oder den Kontakt zum Jenseits gegen hohe Geldbeträge anzubieten, zielt oft gezielt auf Menschen ab, die aufgrund von Krankheiten oder persönlichen Krisen nach Hilfe und Orientierung suchen. In diesem konkreten Fall wurde die emotionale Abhängigkeit über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufrechterhalten, bevor das Opfer rechtliche Schritte einleitete.

Kontext: Chronische Erkrankungen und Schmerzhilfe in Deutschland

Die Gefährdung durch unseriöse Anbieter ist vor dem Hintergrund einer hohen Zahl an Betroffenen von Bedeutung, die mit körperlichen Einschränkungen oder chronischen Leiden leben. Aktuelle Statistiken der Deutschen Schmerzgesellschaft (DSG) und der Deutschen Schmerzhilfe (DGS) verdeutlichen die Dimension: In Deutschland sind etwa 23 Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen.

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Von dieser großen Gruppe sind rund 6 Millionen Menschen in ihrem Alltag massiv eingeschränkt. Etwa 3,4 Millionen gelten als schwer schmerzkrank, während 2,2 Millionen unter hochkomplexen Schmerzerkrankungen leiden. Diese Patienten stellen eine potenzielle Zielgruppe für Akteure dar, die Heilung oder Linderung außerhalb anerkannter medizinischer Standards versprechen.

Der Fall in München unterstreicht die Notwendigkeit für Aufklärung und Prävention im Bereich der Gesundheits- und Esoterikdienstleistungen. Fachleute raten dazu, bei Angeboten, die auf hohen Geldforderungen für spirituelle Behandlungen basieren, äußerste Vorsicht walten zu lassen und im Verdachtsfall frühzeitig polizeiliche Hilfe oder Beratungsstellen für Sekten- und Weltanschauungsfragen aufzusuchen.

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