Chronische Schmerzen: 20 Millionen Deutsche leiden ohne Spezialbehandlung
21.06.2026 - 18:34:59 | boerse-global.de
Bei sechs Millionen Betroffenen führen sie zu massiven Einschränkungen im Alltag. Doch die Versorgung hinkt hinterher: Nur etwa jeder elfte Patient erhält eine spezialisierte schmerztherapeutische Behandlung, so die Deutsche Schmerzgesellschaft.
Die wirtschaftlichen Folgen sind gewaltig. Fachleute beziffern die jährlichen Kosten auf 30 bis 50 Milliarden Euro. Besonders brisant: Die geplante Krankenhausreform könnte die stationäre Versorgung zusätzlich unter Druck setzen. Rund 22 Prozent der Kliniken mit multimodaler Schmerztherapie wären betroffen – das entspricht etwa 44 Prozent aller Behandlungsfälle.
Da die spezialisierte Versorgung oft lückenhaft ist, suchen viele Betroffene nach wirksamen Wegen zur Selbsthilfe. Ein bebilderter PDF-Guide zeigt jetzt, wie Sie mit gezielten Handgriffen und dem sogenannten 3-Finger-Trick Schmerzen aktiv lindern können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose und Gelenkschmerzen kostenlos anfordern
Neurostimulation als Hoffnungsträger
Moderne Medizintechnik rückt zunehmend in den Fokus der Schmerztherapie. Am 18. Juli 2026 findet im Münchner Kolpinghaus ein Symposium zum Leben mit Nervenschmerzen statt. Der Landesverband Bayern der Deutschen Polyneuropathie-Selbsthilfe organisiert die Veranstaltung.
Im Zentrum stehen Verfahren der Neurostimulation. Als Referenten sind unter anderem Prof. Peter Young von der Medical Park-Klinik Bad Feilnbach und Philipp Krauß vom Universitätsklinikum Augsburg angekündigt. Solche Formate ergänzen regionale Initiativen wie den vierten Palliativ-Tag in Mirow Mitte Juni, der den Austausch zwischen Akteuren aus mehreren Bundesländern förderte.
Forschung: Exoskelett und Musik gegen Schmerzen
Wissenschaftliche Durchbrüche zeigen das Potenzial technischer Assistenzsysteme. Ein Team aus TU München, MedUni Wien und ETH Zürich entwickelte „SensoExo“ – eine Kombination aus Hand-Exoskelett und neuronaler Stimulation.
Eine klinische Studie mit 14 Patienten, veröffentlicht in Science Advances, belegt deutliche Verbesserungen bei Fingerbeweglichkeit, Tastwahrnehmung und Greifkontrolle. Doch nicht nur Hightech hilft: Alexander Wormit von der SRH University Heidelberg verweist auf die Wirkung von Musiktherapie. Wohlfühlbilder in Kombination mit selbstgewählter Musik oder synchronen Bewegungen zum Takt einer Playlist können kurzfristig Linderung verschaffen.
Neben technologischen Fortschritten bleibt die gezielte Stärkung des Körpers eine der wichtigsten Säulen gegen chronische Beschwerden. Prof. Dr. med. Wessinghage hat 17 einfache Übungen zusammengestellt, die in nur 3 Minuten täglich helfen, Muskeln aufzubauen und Schmerzen vorzubeugen. Kostenlosen Ratgeber „3-Minuten Wunderübungen“ jetzt sichern
