Chronische Rückenschmerzen: BVNA kann Schmerzen um 50 bis 70 Prozent senken
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deChronische Beschwerden im unteren Rücken zählen zu den verbreitetsten orthopädischen Problemen. Ein Behandlungsansatz bei sogenannten vertebrogenen Rückenschmerzen ist die Basivertebralnerv-Ablation (BVNA). Wie die US-Klinik UCLA Health in einem Bericht Anfang November 2026 darlegte, handelt es sich dabei um einen rund 90-minütigen ambulanten Eingriff, der darauf abzielt, die Weiterleitung von Schmerzsignalen dauerhaft zu unterbinden.
Indikationen und Voraussetzungen für das Verfahren
Für den Einsatz der Basivertebralnerv-Ablation gelten eng definierte klinische Kriterien. Laut UCLA Health kommt das Verfahren für Patienten infrage, deren Rückenschmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen und sich weder durch Physiotherapie noch durch die Gabe von Antiphlogistika gebessert haben.
Zudem müssen die Beschwerden strikt auf den lumbalen Bereich begrenzt sein und sich typischerweise beim Vorbeugen verstärken, ohne dass eine Schmerzausstrahlung in die Beine vorliegt. Ein weiteres zentrales Kriterium ist der radiologische Nachweis einer Knochenentzündung im MRT.
Auch der Mediziner Dr. Ángel Hidalgo ordnete die Methode Anfang November 2026 in einem Fachbericht ein. Er nannte die Basivertebralnerv-Ablation als Behandlungsoption bei Rückenschmerzen von mehr als sechs Monaten Dauer, sofern eine konservative Therapie keine ausreichende Linderung brachte und im MRT sogenannte Modic-1- oder Modic-2-Veränderungen sichtbar sind.
Zielsetzungen, Evidenzlage und klinische Praxis
Das therapeutische Ziel der BVNA liegt laut Dr. Droessler von UCLA Health in einer Schmerzreduktion von 50 bis 70 Prozent. Nach Angaben der Klinik zeigen Fünf-Jahres-Daten eine anhaltende Besserung der Beschwerden, da der verödete Nerv nicht wieder nachwachse. Dr. Droessler selbst führe jährlich etwa 25 bis 30 dieser Eingriffe durch.
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Dr. Hidalgo verwies darauf, dass wissenschaftliche Untersuchungen bei sorgfältig ausgewählten Patienten eine signifikante Besserung von Schmerz und Funktion belegen, die sich teilweise über mehrere Jahre erstrecke. Allerdings seien weiterhin zusätzliche unabhängige Studien erforderlich. Zudem gab er zu bedenken, dass das Verfahren im Vergleich relativ teuer sei.
Abgrenzung zu Alternativverfahren und klinische Alarmsignale
Im Vergleich zur BVNA bewertete Dr. Hidalgo andere etablierte Methoden zurückhaltender. So führe eine Radiofrequenztherapie an den Facettengelenken lediglich zu einer zeitlich begrenzten Wirkung; zudem sei die langfristige Evidenz für dieses Verfahren limitiert.
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Gleichzeitig hob Dr. Hidalgo hervor, dass chronische Rückenschmerzen stets einer differenzierten Abklärung bedürfen. Bestimmte Symptome erfordern als Alarmsignale ein rasches Einschreiten. Dazu zählen fortschreitende Beinschwäche, Harnverhalt, Inkontinenz sowie Taubheitsgefühle im Genital- und Gesäßbereich (Reithosenanästhesie).
Ebenso gelten nächtliche Schmerzen, Fieber, eine bekannte Krebsanamnese oder ein ungewollter Gewichtsverlust als Warnzeichen, die gegen einen primär vertebrogenen Schmerzverlauf sprechen und eine weitergehende Diagnostik erfordern.
