Chronische Krankheiten: Philippinen verbieten ungesunde Lebensmittel bei Behörden
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die philippinische Stadt Baguio setzt ein klares Zeichen in der Prävention chronischer Erkrankungen: Eine städtische Verordnung vom März 2026 verpflichtet die Verwaltung dazu, bei offiziellen Veranstaltungen und Besprechungen ausschließlich gesunde Lebensmittel bereitzustellen.
Der Einsatz öffentlicher Finanzmittel für ungesunde Speisen und Getränke ist damit untersagt. Der Schritt verdeutlicht einen wachsenden Trend auf kommunaler wie nationaler Ebene, den steigenden Raten nichtübertragbarer Krankheiten mit regulativen Vorgaben im Beschaffungswesen zu begegnen.
Lokale Morbiditätsdaten als Treiber der Reform
Ausgangspunkt für die Verordnung in Baguio ist eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der Zivilisationskrankheiten. Die Stadtverwaltung begründet die strikten Vorgaben mit Daten aus dem Morbidity Report, nach dem im Jahr 2025 insgesamt 12.775 Fälle von Hypertonie verzeichnet wurden.
Der Befund deckt sich mit der gesamtstaatlichen Entwicklung. Laut der philippinischen Statistikbehörde PSA war die ischämische Herzkrankheit im Jahr 2025 die häufigste Todesursache im Land. Angesichts dieser Belastung für das Gesundheitssystem gewinnt die Ausrichtung der städtischen Verpflegung an präventiven Kriterien an Bedeutung, um Vorbildfunktionen wahrzunehmen und ernährungsbedingten Risiken frühzeitig entgegenzuwirken.
Gesetzgeberische Initiativen gegen chronische Krankheiten
Die Maßnahmen auf kommunaler Ebene spiegeln Debatten wider, die parallel im philippinischen Parlament geführt werden. Dort drängt Rep. Salceda auf die Verabschiedung des Gesetzentwurfs HB 10927, bekannt als Philippine Healthy Food Retail Act. Nichtübertragbare Krankheiten verursachen demnach rund 70 % der Todesfälle im Land und führen zu jährlichen Kosten von 756 Mrd. Pesos, was etwa 4,8 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht.
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Der Gesetzentwurf HB 10927 sieht weitreichende Verpflichtungen für den Einzelhandel vor:
- Große Händler müssen mindestens 30 % ihrer Regalfläche für gesunde Lebensmittel reservieren, für mittlere Betriebe gilt eine Quote von 20 %.
- Produkte mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt (HFSS) dürfen nicht an Kassen, Eingängen oder auf Augenhöhe von Kindern platziert werden.
- Im Umkreis von 100 Metern um Schulen soll ein vollständiges Werbeverbot für HFSS-Produkte greifen.
Fiskalische und ganzheitliche Präventionsansätze
Flankiert werden diese Vorstöße von Plänen des philippinischen Finanzministeriums DOF. Die Behörde strebt an, die Steuer auf gesüßte Getränke zu verdreifachen, um Volkskrankheiten wie Diabetes, Adipositas und Nierenerkrankungen einzudämmen. Nach Angaben von DOF Asst. Sec. Asuncion bestehe das primäre Ziel der Maßnahme darin, den Konsum zu senken, statt Steuereinnahmen zu maximieren.
Steigende Fallzahlen von Hypertonie und anderen Zivilisationskrankheiten belasten kommunale Budgets — doch ohne verbindliche Regeln fließt öffentliches Geld weiter in ungesunde Verpflegung. Der Leitfaden liefert Ihnen die Checkliste für gesunde Beschaffung und ein Muster, wie Sie Gesundheitskriterien rechtssicher in Ihre Vergabeunterlagen aufnehmen. Checkliste gesunde Beschaffung sichern
In Baguio selbst beschränkt sich der Fokus auf die öffentliche Gesundheit nicht allein auf Ernährungsvorgaben. Das städtische Gesundheitsamt CHSO und das Katastrophenschutzbüro CDRRMO haben einen multisektoralen One-Health-Think-Tank gestartet.
Das Gremium orientiert sich am One-Health-Ansatz internationaler Organisationen wie WHO, FAO, WOAH sowie UNEP und soll künftig über eine technische Arbeitsgruppe koordinierte Strategien entwickeln. Die Initiative verknüpft urbane Gesundheitsrisiken, Zoonosen und Umwelteinflüsse, um die städtische Resilienz systematisch zu stärken.
