Chronische, Krankheiten

Chronische Krankheiten: Gemeinsame biologische Netzwerke entdeckt

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 21:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie aus August 2026 verbindet ME/CFS, Long COVID und weitere Leiden über Immunreaktionen, Zellenergie und Stressmechanismen.

ME/CFS und Long COVID: Gemeinsame biologische Netzwerke entdeckt
Mikroskopische Aufnahme von biologischen Zellstrukturen zur Veranschaulichung komplexer Netzwerke in der medizinischen Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Erkenntnisse über die biologischen Grundlagen komplexer chronischer Leiden. Eine im August 2026 im Journal of Translational Medicine veröffentlichte Studie eines Forschungsteams zeigt, dass verschiedene Erkrankungen wie das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS), Long COVID, die Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), Rheuma und Multiple Sklerose (MS) zwar kaum genetische Überschneidungen aufweisen, jedoch auf Ebene ihrer biologischen Netzwerke eng miteinander verknüpft sind.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass diese Krankheitsbilder gemeinsame Mechanismen in den Bereichen Immunität, mitochondriale Energie und biologische Stressreaktionen teilen.

Analyse mitochondrialer Energie und Immunreaktionen

In der medizinischen Forschung wurde lange nach direkten genetischen Markern gesucht, die diese oft schwer diagnostizierbaren Leiden erklären könnten. Das Forschungsteam stellte in der Untersuchung vom August 2026 jedoch fest, dass die genetischen Profile der betroffenen Patienten sehr individuell bleiben.

Die eigentliche Verbindung liege demnach nicht in den Genen selbst, sondern in der Art und Weise, wie bestimmte biologische Netzwerke im Körper interagieren.

Besonders im Fokus stehen dabei die Mitochondrien, die als Kraftwerke der Zellen für die Energiebereitstellung verantwortlich sind. Störungen in diesem Bereich sowie Auffälligkeiten im Immunsystem ziehen sich wie ein roter Faden durch die untersuchten Krankheitsbilder.

Finanziert wurde die Forschungsarbeit durch das Unternehmen Oxford BioDynamics. Die Identifizierung dieser gemeinsamen Pfade könnte künftig dazu beitragen, das Verständnis für die Entstehung von Erschöpfungszuständen und chronischen Entzündungen zu verbessern, auch wenn die genetischen Ursachen jeweils verschieden sein mögen.

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Herausforderungen in der klinischen Diagnostik

Trotz der Fortschritte bei der Entschlüsselung biologischer Netzwerke bleibt die Diagnose in der Praxis schwierig. Laut dem Forschungsbericht existieren für ME/CFS und Long COVID bis zum jetzigen Zeitpunkt keine standardisierten Labortests. Dies erschwert eine objektive Beurteilung des Krankheitszustands und verzögert häufig den Beginn einer zielgerichteten Behandlung.

Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, über die herkömmliche Genetik hinaus nach Biomarkern zu suchen, die auf die Aktivität dieser biologischen Netzwerke reagieren. Da klassische Labortests bisher nicht die gewünschten Resultate für eine eindeutige Identifizierung liefern, rücken epigenetische Ansätze und die Analyse von Stoffwechselprozessen verstärkt in den Fokus der Wissenschaft.

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Methodische Einordnung biologischer Krankheitsprofile

Die Suche nach biologischen Signaturen jenseits einfacher genetischer Defekte ist ein wachsender Bereich der Medizin. Vergleichbare methodische Ansätze verfolgte bereits im Jahr 2024 ein Team von Stanford Medicine. In einer in Nature Medicine veröffentlichten Studie wurden mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) und Clusteranalysen bei 801 Teilnehmern sechs verschiedene Subtypen von Depressionen identifiziert.

Diese Forschung zeigte, dass etwa 30 % der Depressionspatienten als behandlungsresistent gelten. In einer Teilgruppe von 250 Teilnehmern, die zufällig Venlafaxin oder eine Verhaltenstherapie erhielten, konnten spezifische Reaktionen beobachtet werden: Patienten mit überaktiven kognitiven Regionen sprachen besser auf das Medikament Venlafaxin an, während ein anderer Subtyp positiver auf eine Verhaltenstherapie reagierte.

Die aktuellen Erkenntnisse aus dem August 2026 zu ME/CFS und verwandten Krankheiten bestätigen diesen Trend der modernen Forschung: Weg von einer rein symptombasierten Einordnung, hin zu einer differenzierten Betrachtung biologischer Netzwerke. Für Betroffene bleibt die Hoffnung, dass diese tiefergehende Systembiologie künftig die Grundlage für präzisere Diagnoseverfahren und individuell angepasste Therapien bildet.

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