Chronische, Entzündungen

Chronische Entzündungen: 43% höheres Herzinfarkt-Risiko durch Stress

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Psychosomatische Rehabilitation unterstützt die Rückkehr in Beruf und Alltag, während chronische Entzündungen das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen können.

MEDICLIN: Reha stärkt Teilhabe und schützt vor Stressfolgen
Ein ruhiger, minimalistischer Garten mit Steinwegen und Farnen, der eine Atmosphäre der Erholung und Heilung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Untersuchungen unterstreichen die wachsende Bedeutung der psychosomatischen Rehabilitation für die soziale und berufliche Wiedereingliederung. Neben der psychischen Stabilisierung rückt dabei zunehmend die Prävention langfristiger körperlicher Folgeschäden in den Fokus. Insbesondere unbemerkter chronischer Stress wird als Risikofaktor für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert.

Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und soziale Teilhabe

Daten der Deutschen Rentenversicherung verdeutlichen die Wirksamkeit rehabilitativer Maßnahmen. Laut dem Reha-Bericht 2025 galten von mehr als 720.000 Versicherten, die im Jahr 2021 eine medizinische Rehabilitation abgeschlossen hatten, 83 Prozent im darauffolgenden Beobachtungszeitraum von zwei Jahren als erwerbsfähig. Lediglich 8 Prozent dieser Gruppe bezogen in diesem Zeitraum eine Erwerbsminderungsrente.

Thomas Piefke, COO bei MEDICLIN, wies im Rahmen von Veröffentlichungen zum Reha-Tag am 26. September darauf hin, dass eine erfolgreiche Rehabilitation nicht nur dem Einzelnen helfe, sondern auch die Sozialsysteme und den Arbeitsmarkt stärke. Das Ziel solcher Maßnahmen sei die selbstbestimmte Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben.

Dr. Mladen Gali?, Chefarzt an der MEDICLIN Albert-Schweitzer-/Baar-Klinik, ergänzte, dass es in der psychosomatischen Rehabilitation primär darum gehe, die eigene Erkrankung zu verstehen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen. Eine vollständige Beschwerdefreiheit stehe dabei nicht zwangsläufig im Vordergrund.

Behandlungsansätze bei chronischer Erschöpfung und Schmerz

Die klinische Praxis zeigt, dass individuelle Therapiepläne signifikante Verbesserungen erzielen können. Berichten vom September 2026 zufolge konnte beispielsweise bei einer Patientin mit Erschöpfungsdepression durch eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie sowie Achtsamkeits- und Bewegungstraining die Schlafqualität verbessert und eine schrittweise Wiedereingliederung realisiert werden.

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Auch bei physischen Leiden mit psychischer Komponente werden Erfolge verzeichnet. Ein Industriemechaniker mit chronischen Rückenschmerzen konnte durch Schmerz-Psychotherapie, medizinisches Training und Atemübungen seine Schmerzmitteleinnahme reduzieren.

In einem weiteren Fall kehrte eine Führungskraft nach einer Erkrankung am Guillain-Barré-Syndrom und einer anschließenden Kombination aus stationärer und ambulanter Rehabilitation in eine leitende Position zurück.

MEDICLIN betreibt für solche Versorgungsleistungen deutschlandweit 31 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren mit insgesamt rund 9.900 Mitarbeitenden.

Langfristige Gesundheitsrisiken durch unbemerkten chronischen Stress

Wissenschaftliche Erkenntnisse des MRC Laboratory of Medical Sciences und des Imperial College London warnen unterdessen vor den physischen Folgen dauerhafter Belastungen. Eine im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Studie, die Daten von rund 480.000 Menschen in Großbritannien auswertete, nutzte den Blutmarker GlycA als Maß für chronische Entzündungen.

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Die Forscher stellten fest, dass Personen in den obersten 20 Prozent der Entzündungswerte ein um 43 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufwiesen als die Vergleichsgruppe mit den niedrigsten Werten.

Hohe Entzündungswerte korrelierten mit physischen Veränderungen am Herzen, wie verdickten Herzwänden, kleineren Herzkammern und einer geringeren Füllkapazität. Diese Veränderungen entwickeln sich oft über Jahre unbemerkt und können später zu einer Herzschwäche beitragen.

Laut Studienleiter Declan O'Regan könnten Millionen von Menschen mit solchen versteckten Entzündungen leben. Der Zusammenhang zwischen dem Entzündungsgrad und sozialen sowie psychischen Belastungen sei besonders deutlich. Neben genetischen Faktoren beeinflussen demnach auch der sozioökonomische Status und die familiäre Gesundheit das Ausmaß chronischer Entzündungsprozesse.

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