Chrome-Malware: 16 bösartige Erweiterungen entwenden Krypto-Assets
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den offiziellen Web-Stores für die Browser Chrome und Edge wurde eine koordinierte Cyber-Kampagne identifiziert, bei der mindestens 16 bösartige Erweiterungen als Träger für ein weitreichendes Malware-Framework dienten.
Berichten zufolge ist diese Infrastruktur bereits seit Anfang 2024 aktiv und darauf spezialisiert, sensible Nutzerdaten sowie digitale Vermögenswerte zu entwenden. Die betroffenen Erweiterungen tarnen sich oft als harmlose Werkzeuge für den Browser-Alltag, integrieren jedoch im Hintergrund tiefgreifende Spionage- und Diebstahlfunktionen.
Gezielter Diebstahl von Krypto-Assets und Sitzungen
Die Funktionalität der identifizierten Malware-Module konzentriert sich primär auf den Finanzsektor innerhalb des Web-Browsers. Die Schadsoftware ist in der Lage, Kryptowährungen aus verschiedenen Ökosystemen zu entwenden, wobei insbesondere die Netzwerke EVM, Solana und Tron im Fokus der Angreifer stehen.
Durch den Zugriff auf die Browser-Umgebung kann die Malware Transaktionen manipulieren oder private Schlüssel abgreifen, die innerhalb der Web-Schnittstellen genutzt werden.
Zusätzlich zum direkten Diebstahl von Token zielt die Kampagne auf die Übernahme aktiver Nutzersitzungen ab. Hiervon sind insbesondere Kunden großer Handelsplattformen wie Coinbase und Binance betroffen. Indem die Malware Sitzungsinformationen (Session-Tokens) stiehlt, können Angreifer unter Umständen Zugriff auf die Konten der Nutzer erhalten, ohne deren Zugangsdaten oder Zwei-Faktor-Authentifizierung im Moment des Logins kennen zu müssen.
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Verbreitung über „ClickFix“-Köder und populäre Add-ons
Ein wesentliches Element der Kampagne ist die Implementierung sogenannter „ClickFix“-Köder. Dabei injiziert die Malware manipulierte Benachrichtigungen oder Fehlermeldungen in die vom Nutzer besuchten Websites.
Diese Köder fordern die Anwender unter dem Vorwand technischer Probleme dazu auf, bestimmte Aktionen auszuführen, die letztlich zur Installation weiterer Schadsoftware führen sollen. Diese Methode erhöht die Persistenz der Angreifer auf den infizierten Systemen und ermöglicht eine Ausweitung der Spionageaktivitäten über den Browser hinaus.
Wie die Reichweite der Kampagne verdeutlicht, gelang es den Hintermännern, eine beachtliche Nutzerbasis aufzubauen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Erweiterung mit dem Namen „Enable Right Click & Copy“.
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Dieses Tool, das versprach, blockierte Kontextmenüs auf Webseiten freizuschalten, verzeichnete allein im Chrome Web Store rund 70.000 Installationen. Weitere 10.000 Nutzer verwendeten die entsprechende Version für den Microsoft-Browser Edge.
Reaktion der Plattformbetreiber und aktuelle Gefährdungslage
Nach dem Bekanntwerden der Sicherheitsrisiken hat Google bereits Maßnahmen ergriffen. Das Unternehmen entfernte die bösartigen Versionen der betroffenen Erweiterungen aus dem Chrome Web Store, wodurch Neuinfektionen über diesen Kanal unterbunden wurden. Nutzer, die diese Erweiterungen bereits installiert haben, sollten diese umgehend manuell entfernen und ihre Sicherheitsvorkehrungen prüfen.
Kritischer stellt sich die Situation für Nutzer des Edge-Browsers dar. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung über die Kampagne waren die bösartigen Erweiterungen in der Edge-Version weiterhin verfügbar. Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Anwender, installierte Browser-Add-ons regelmäßig auf ihre Seriosität und Berechtigungen zu kontrollieren, da auch offizielle Marktplätze trotz automatisierter Prüfprozesse zeitweise von professionell gestalteter Schadsoftware infiltriert werden können. Das seit Anfang 2024 aktive Framework demonstriert dabei die Fähigkeit von Cyberkriminellen, über lange Zeiträume hinweg unentdeckt in sensiblen Bereichen wie dem Krypto-Handel zu operieren.
