Chrome-Erweiterung, Downloads

Chrome-Erweiterung: 70.000 Downloads für Malware-Verbreitung

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Chrome-Erweiterung „Enable Right Click & Copy Smart Unlock + OCR“ verbreitet über gefälschte Update-Dialoge Schadsoftware und ist trotz hoher Bewertung weiterhin im Web Store verfügbar.

Chrome-Erweiterung mit 70.000 Nutzern verbreitet Malware über Fake-Updates
Hände beim Tippen auf einer Laptop-Tastatur in einem Büro, während auf dem Bildschirm ein Browser-Fenster zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine weitverbreitete Browser-Erweiterung sorgt derzeit für erhebliche Sicherheitsbedenken in der IT-Branche und bei Millionen von Chromium-Nutzern. Die im Chrome Web Store gelistete Erweiterung mit dem Namen „Enable Right Click & Copy Smart Unlock + OCR“ steht im Verdacht, als Werkzeug für eine weitreichende Malware-Kampagne zu dienen.

Trotz einer überdurchschnittlich hohen Nutzerbewertung wird das Tool dazu verwendet, Anwender durch gefälschte Update-Meldungen zur Installation von Schadsoftware zu verleiten.

Hohe Reichweite trotz bösartiger Funktionen

Die betroffene Erweiterung verzeichnete zuletzt mehr als 70.000 Downloads und wies eine Bewertung von 4,7 von 5 Sternen auf. Diese positiven Kennzahlen verdeutlichen das Risiko für Nutzer, die sich bei der Auswahl von Browser-Werkzeugen oft auf Reputationsmetriken verlassen. Berichten vom August 2026 zufolge ist die Erweiterung trotz der bekannten Sicherheitsrisiken weiterhin im offiziellen Chrome Web Store verfügbar.

Das Bedrohungsszenario stützt sich auf eine manipulative Taktik: Die Erweiterung wird dazu genutzt, gefälschte Popups innerhalb des Browsers auszuspielen. Diese suggerieren dem Nutzer, dass ein dringendes Update für den Webbrowser Chrome erforderlich sei.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit seiner digitalen Geräte befasst, sollte auch die Risiken durch manipulierte Software kennen. Dieser kostenlose Report klärt darüber auf, welche Gefahren drohen, wenn notwendige Systemaktualisierungen ignoriert oder über unsichere Quellen bezogen werden. Was passiert bei verpassten Updates? Hier gratis lesen

In Wahrheit dienen diese Benachrichtigungen jedoch als Mechanismus zur Verbreitung von Malware. Sobald ein Anwender der Aufforderung folgt, wird schadhafter Code auf das lokale System übertragen.

Chromium-Architektur vergrößert die Angriffsfläche

Da die Kampagne auf die zugrunde liegende Chromium-Struktur abzielt, beschränkt sich das Risiko nicht nur auf den Marktführer Google Chrome. Auch Nutzer alternativer Browser, die auf derselben Engine basieren – namentlich Brave und Opera –, sind von dieser Sicherheitslücke betroffen.

Die plattformübergreifende Natur von Chromium-Erweiterungen ermöglicht es den Angreifern, eine breite Basis an Betriebssystemen und Nutzertypen gleichzeitig zu adressieren.

Die Tatsache, dass eine Erweiterung mit einer derart hohen Downloadzahl und positiven Resonanz für bösartige Zwecke missbraucht wird, wirft erneut Fragen nach den Kontrollmechanismen innerhalb der offiziellen Software-Marktplätze auf. Analysten beobachten in diesem Zusammenhang, dass Angreifer zunehmend legitime oder populäre Tools übernehmen oder von Beginn an mit gefälschten Bewertungen tarnen, um das Vertrauen der Anwender zu erschleichen.

Anzeige

Der Schutz vor Schadsoftware und Datenmissbrauch erfordert heute mehr als nur Vorsicht beim Surfen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen PDF-Ratgeber, wie Sie Ihre Geräte mit fünf einfachen Schritten wirksam gegen Hacker und Viren absichern können. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos herunterladen

Handlungsempfehlungen für Anwender und Unternehmen

Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse wird dringend empfohlen, installierte Browser-Erweiterungen einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Nutzer, welche die Erweiterung „Enable Right Click & Copy Smart Unlock + OCR“ installiert haben, sollten diese umgehend entfernen. Über die bloße Deinstallation hinaus ist eine allgemeine Überprüfung aller aktiven Add-ons ratsam, um potenziell verdächtige oder nicht mehr benötigte Anwendungen zu identifizieren.

IT-Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen sollten zudem prüfen, ob Richtlinien zur zentralen Verwaltung von Browser-Erweiterungen verschärft werden müssen, um die Installation ungeprüfter Drittanbieter-Software auf Firmenrechnern zu unterbinden.

Die Kampagne verdeutlicht, dass selbst offizielle Quellen und positive Nutzerkommentare keine absolute Sicherheit vor Malware bieten können. Experten raten dazu, Updates für Browser ausschließlich über die integrierten, automatischen Update-Funktionen der Software selbst und niemals über eingeblendete Popups von Drittanbietern zu beziehen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69949577 |