Chrome, Google

Chrome 2025: Google rüstet Browser mit eigenständiger KI-Ebene auf

23.06.2026 - 23:48:51 | boerse-global.de

Google stattet Chrome mit Gemini-KI aus und testet autonome Browser-Funktionen. Trotz Abgängen von KI-Forschern fällt die Aktie.

Chrome 2025: Google integriert Gemini-KI als zentrales Bedienelement
Chrome - A glowing, abstract AI brain superimposed over a web browser interface, symbolizing the integration of artificial intelligence into Google Chrome. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google rüstet seinen Browser Chrome massiv auf – und macht Künstliche Intelligenz zum zentralen Bedienelement. Mit der Version Chrome 2025 integriert der Konzern sein Gemini-Modell als ständig verfügbare Assistenten-Ebene. Die Neuerungen, die am heutigen Dienstag vorgestellt wurden, verändern die Art, wie Nutzer im Netz navigieren, Inhalte analysieren und administrative Aufgaben erledigen.

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Gemini-Integration und neue Oberfläche

Das Herzstück des Updates ist ein eigener Gemini-Button in der Symbolleiste. Hinzu kommt eine KI-gestützte Suchfunktion in der Adressleiste. Ein permanentes Gemini-Seitenfeld kann künftig mehrere Tabs gleichzeitig analysieren – ein echter Fortschritt für alle, die mit vielen offenen Fenstern arbeiten.

Die Oberfläche selbst wurde ebenfalls überarbeitet: Eine vertikale Tab-Leiste auf der linken Seite ersetzt die klassische Anordnung, ein Vollbild-Lesemodus sorgt für konzentriertes Arbeiten. Auch die Dokumentenverwaltung profitiert: PDFs lassen sich direkt per „Save to Drive" speichern, und die Autovervollständigung greift jetzt auf Daten aus Google Wallet zurück. Das betrifft etwa Known-Traveler-Nummern, Führerscheine und Reisepässe – sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten.

Autonome KI-Funktionen in der Testphase

Noch einen Schritt weiter geht Google in der Entwicklerversion Chrome Canary. Dort testen die Entwickler ein schwebendes „Inline Cue Menu", das erscheint, sobald Nutzer Text markieren. Ein „Ask Gemini"-Button überträgt die Auswahl dann direkt ins Seitenfeld zur Verarbeitung.

Die wohl spektakulärste Neuerung: „Auto Browse". Ab Ende Juni 2026 können Abonnenten der KI-Tarife Pro und Ultra Gemini 3 eigenständig Aufgaben erledigen lassen – etwa Links folgen, nach Gutscheinen suchen oder Einkäufe abschließen. Das System „Personal Intelligence" verknüpft zudem Daten aus Gmail, der Google-Suche, YouTube und Fotos für eine personalisierte Nutzererfahrung.

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Lokale Verarbeitung als Trumpf

Ein wichtiger Aspekt des Rollouts: die lokale Datenverarbeitung. Google installiert im Hintergrund ein 4 GB großes Gemini Nano-Modell auf kompatiblen Geräten. Dieses erledigt Aufgaben wie Zusammenfassen, Umschreiben und Übersetzen direkt auf dem Rechner – ohne Cloud-Anbindung. Das bringt nicht nur niedrigere Latenzen, sondern auch mehr Datenschutz, da die Daten offline bleiben.

Workspace-Updates und neues Betriebssystem

Die KI-Offensive betrifft auch Google Workspace. Seit dem 22. Juni 2026 rollt Gemini in Google Sheets für Business-, Enterprise- und KI-Abonnenten aus. Die KI kann Formelfehler mit einem Klick diagnostizieren – eine echte Erleichterung für alle, die regelmäßig mit Tabellen arbeiten. Gleichzeitig wurden die Sicherheitsfunktionen für Administratoren ausgebaut: Passwort-Reset-Benachrichtigungen gibt es jetzt für alle Admin-Rollen.

Parallel dazu veröffentlichte Google am heutigen Dienstag ChromeOS 149. Die Version bringt Barrierefreiheits-Verbesserungen wie einen invertierten Farbcursor und synchronisierte Einstellungen für reduzierte Animationen. Im mobilen Bereich zeigt eine Vorschau von Android 17, was kommen soll: „Gemini Intelligence" mit autonomer Aufgabensteuerung und Rambler AI-Sprachdiktat. Der Rollout für ausgewählte Geräte soll im Sommer 2026 beginnen.

Interne Abgänge und Börsenreaktion

Doch nicht alles läuft rund beim Suchmaschinen-Riesen. Mitte Juni 2026 verließen zwei prominente KI-Forscher das Unternehmen: Gemini-Mitentwickler Noam Shazeer wechselte am 18. Juni zu OpenAI, AlphaFold-Forscher John Jumper folgte am 19. Juni zu Anthropic.

Die Nachricht hinterließ Spuren an der Börse. Die Google-Aktie verlor am 23. Juni mehr als sechs Prozent an Wert. Branchenanalysen von Seer Interactive und SparkToro deuten darauf hin, dass der Wandel hin zur KI-gesteuerten Suche den Web-Traffic massiv verändert. Einige Studien zeigen Null-Klick-Raten von bis zu 93 Prozent bei bestimmten KI-integrierten Impressionen. Trotz dieser Verschiebungen meldete Google für das erste Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – auf 60,4 Milliarden Dollar.

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