Chrome, Google

Chrome 156: Google schließt 353 Sicherheitslücken und erneuert Warnfenster

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 00:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Chrome-Update behebt 353 Schwachstellen und ergänzt Betrugsschutz sowie ClickFix-Warnungen im Modus für verstärkte Sicherheit.
Abstrakte digitale Sicherheitsstruktur mit leuchtenden Mustern auf einer dunklen, texturierten Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Google hat die Version 156 seines Browsers Chrome bereitgestellt. Das Update schließt insgesamt 353 Sicherheitslücken und führt zugleich überarbeitete Warnfenster für potenziell gefährliche Webseiten auf Android und Desktop-Systemen ein. Damit fällt das aktuelle Sicherheitspaket deutlich umfangreicher aus als im Vormonat, als im September 108 Schwachstellen behoben wurden.

Die Aktualisierung wird schrittweise über Tage und Wochen an die Nutzerschaft verteilt. Für Linux steht die Version 156.0.8078.47 bereit, während für Windows und macOS die Builds 156.0.8078.47 und 156.0.8078.48 vorgesehen sind.

Mehrere kritische Schwachstellen behoben

Unter den Hunderten geschlossenen Lücken stuft das Unternehmen sechs als kritisch ein. Bestätigte Fälle einer aktiven Ausnutzung der behobenen Fehler liegen bisher nicht vor.

Zu den gravierenden Schwachstellen zählt unter anderem CVE-2026-113303 im Bereich WebRTC, die nach dem Bewertungssystem CVSS 3.1 mit einem Wert von 8,8 bewertet wurde. Sie ermöglicht über eine manipulierte HTML-Seite die potenzielle Ausführung beliebigen Codes innerhalb der Sandbox.

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Eine vergleichbare Bedrohung stellt CVE-2026-113279 im Barrierefreiheits-Subsystem dar, die beim Besuch einer schädlichen Seite ebenfalls eine Codeausführung in der Sandbox erlaubt und mit 8,8 Punkten bewertet ist.

Ein besonders schwerwiegender Fehler betrifft das CSS-Modul: CVE-2026-113072 weist einen Score von 9.6 auf und eröffnet Angreifern die Möglichkeit, die Schutzmechanismen des Browsers zu umgehen und Schadcode auszuführen.

Weitere kritische Schwachstellen wurden in den Komponenten Skia und Paint sowie an weiteren Stellen des Barrierefreiheits-Subsystems behoben. Bei der Erforschung eines Teils dieser Sicherheitslücken kamen die KI-Werkzeuge Claude sowie OpenAI Codex Security zum Einsatz.

Zweistufige Warnungen und Betrugserkennung

Neben den Patches erweitert Google die Mechanismen zur Abwehr von Malware und Online-Betrug um ein zweistufiges Warnsystem, das auf einem bereits 2024 für Downloads eingeführten Konzept aufbaut.

Für verdächtige Webseiten mit geringerer Verlässlichkeit der Einstufung erscheint künftig der Hinweis, dass eine Seite nicht in Ordnung zu sein scheine. Die Zielseite bleibt dabei sichtbar, wird jedoch abgedunkelt, während das Warnfenster mobil zentriert und am Desktop unterhalb der Adressleiste aufpoppt.

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Nutzer können die Seite schließen oder manuell als sicher einstufen. Bei hoher Verlässlichkeit und großem Risiko schlägt hingegen eine Warnung vor gefährlichen Webseiten an, die den Bildschirm mit einem roten Vollbild-Hintergrund blockiert und eine Option zur Rückkehr zur Sicherheit bietet.

Schutzmechanismen erfordern verstärkten Modus

Die Neuerungen greifen ausschließlich dann, wenn in den Einstellungen der Modus für verstärkten Schutz aktiviert ist. Dieser lässt sich über die Sicherheitsoptionen von Safe Browsing zuschalten und wird laut Angaben des Unternehmens von mehr als einer Milliarde Nutzern verwendet.

Jasika Bawa, Group Product Manager bei Chrome, hob hervor, dass Anwender mit diesem verstärkten Modus zehnmal besser vor Phishing und Social Engineering geschützt seien als beim Standard-Schutz.

Die Betrugserkennung stützt sich dabei künftig auf ein serverseitiges Gemini-Modell, das unter anderem gefälschte Virenwarnungen und manipulierte Browser-Updates erkennen soll. Es verknüpft Domain-Reputationen mit Absichten und Betrugswahrscheinlichkeiten. Aus Datenschutzgründen werden Textdaten laut Google nur bei eindeutigen Hinweisen übertragen, flüchtig verarbeitet und weder dauerhaft gespeichert noch für Trainingszwecke genutzt.

Zusätzlich integriert das Update eine Schutzfunktion gegen sogenannte ClickFix-Angriffe, bei denen schädliche Befehle in die Zwischenablage geschleust werden, damit Anwender diese unwissentlich in Terminals oder Eingabeaufforderungen ausführen.

Im Modus für verstärkten Schutz überwacht der Browser die Zwischenablage, filtert nach eigenen Angaben personenbezogene Informationen heraus und lässt verdächtige Skripte analysieren, um vor der Ausführung zu warnen.

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