Chrome, Google

Chrome 156: Google schließt 353 Sicherheitslücken, sechs davon kritisch

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Update behebt sechs kritisch bewertete Schwachstellen; Chrome warnt nun standardmäßig vor unverschlüsselten Verbindungen.
Moderne Serverarchitektur in einem minimalistischen Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Google hat mit der Bereitstellung von Chrome 156 ein umfangreiches Sicherheitsupdate veröffentlicht. Die Aktualisierung vom 20.10.2026 behebt insgesamt 353 Schwachstellen, von denen der Konzern sechs als kritisch einstuft.

Das Paket fällt deutlich größer aus als im Vormonat: Im Vorgängerpaket vom September 2026 hatte Google 108 Lücken geschlossen. Die Verteilung der Versionen 156.0.8078.47 für Linux sowie 156.0.8078.47 und 156.0.8078.48 für Windows und macOS erfolgt gestaffelt über mehrere Tage bis Wochen.

Kritische Schwachstellen und Unterstützung durch KI-Systeme

Zu den gravierenden Sicherheitslücken zählt Google unter anderem CVE-2026-113303 in WebRTC, die eine Codeausführung innerhalb der Sandbox ermöglicht, sowie CVE-2026-113279 im Bereich der Barrierefreiheit. Beide Einstufungen liegen bei einem CVSS-3.1-Wert von 8.8. Eine bestätigte Ausnutzung dieser Schwachstellen liegt nach Unternehmensangaben bislang nicht vor.

Eine weitere Lücke im CSS-Bereich, CVE-2026-113072, wurde mit 9.6 bewertet. Angreifer könnten hierbei über manipulierte Webseiten den Schutz des Browsers umgehen und Schadcode ausführen. Weitere Risiken betreffen Webgrafik, Videokommunikation und Barrierefreiheit. An der Sicherheitsforschung waren laut Google auch KI-Werkzeuge beteiligt, darunter Claude und OpenAI Codex Security.

Wie das Fedora-Projekt mitteilte, enthält das am 21.10.2026 aktualisierte Paket chromium 156.0.8078.47-1.fc44 unter Fedora 44 ebenfalls 353 Sicherheitskorrekturen von CVE-2026-112992 bis CVE-2026-113344, wie pro-linux.de in einem Bericht vom 24.10.2026 meldete.

Die im Fedora-Paket enthaltenen Korrekturen umfassen unter anderem Speicherbeschädigungen in Canvas (CVE-2026-112992), Skia (CVE-2026-113106) und CSS (CVE-2026-113072), fehlerhafte Zugriffskontrollen in V8 (CVE-2026-113030) sowie Use-after-free-Fehler in WebRTC (CVE-2026-113161).

Strengere HTTP-Warnungen und ChromeOS-Aktualisierung

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Seit dem 21.10.2026 warnt Google Chrome zudem standardmäßig vor unverschlüsselten HTTP-Verbindungen. Nutzer müssen dem Aufruf solcher Seiten explizit zustimmen; bleibt ein weiterer Besuch für zwei Wochen aus, erscheint der Hinweis erneut. Ausnahmen gelten für lokale IP-Adressen und das Intranet. Nach Angaben von Google sehen fast 95% der Desktop-Nutzer wöchentlich keine HTTP-Warnung, während unter 1% drei oder mehr Warnungen erhalten.

Parallel dazu steht seit dem 20.10.2026 ChromeOS 156 Stable für unterstützte ChromeOS- und ChromeOS-Flex-Geräte bereit. Das Update schließt 121 Sicherheitslücken, davon 117 im integrierten Browser und 4 im System. Ein spezielles Googlebook-Systemupdate auf OS 17.CL3B.260622.276.R4 behebt Darstellungsprobleme beim Kontrast von OLED-Displays sowie Rendering- und Stabilitätsfehler.

Diese Systemaktualisierung ist bisher auf Intel-Modelle wie das Lenovo Googlebook 15, das ASUS Googlebook 14 und das Acer Googlebook 14 beschränkt und steht für Qualcomm-Geräte von HP und Dell noch nicht zur Verfügung.

Neuerungen beim erweiterten Schutzmodus

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Google führt im Modus Enhanced Protection zudem eine zweite, niedrigere Warnstufe für verdächtige Webseiten ein, wenn ein mögliches Risiko bei geringerer Konfidenz vorliegt. Die bisherigen Vollbild-Warnungen vor gefährlichen Seiten bei hoher Konfidenz bleiben parallel bestehen. Laut Google hatten bei der letzten Erhebung im Jahr 2025 mehr als 1 Milliarde Nutzer die Enhanced Protection aktiviert.

Die Erkennung betrügerischer Seiten stellt Google von dem lokalen Modell Gemini Nano, das im Mai 2025 mit Chrome 137 eingeführt wurde, auf ein serverseitiges Modell um. Dieses analysiert Marke, Seitenabsicht sowie die Wahrscheinlichkeit für Betrug und soll künftig auch gefälschte Virenscanner und angebliche Browser-Aktualisierungen erkennen.

Zudem prüft Chrome Zwischenablagen auf Befehle für ClickFix-Angriffe, bereinigt persönliche Daten und leitet verdächtige Inhalte zur Prüfung an Google weiter. Die neuen Popup-Warnungen erscheinen in Chrome für Desktop und Android bei aktiviertem Schutzmodus. Konkrete Schwellenwerte oder Zeitpläne für den Rollout der neuen Warnstufen nannte Google nicht.

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