Chrome, Google

Chrome 150: Google entfernt Adblocker-Hintertür am 30. Juni

17.06.2026 - 00:24:04 | boerse-global.de

Google schaltet mit Chrome 150 die letzten MV2-Erweiterungen ab. Nutzer von uBlock Origin müssen auf Alternativen wie Firefox oder Brave umsteigen.

Chrome 150 beendet Ära: uBlock Origin und Co. verschwinden
Chrome - A digital shield with a red 'X' over it, symbolizing disabled ad blockers, against a blurred web browser background. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Browser-Riese vollendet die Abkehr von alten Erweiterungen – zum 30. Juni 2024 fallen die letzten Barrieren.

Google zieht einen Schlussstrich unter die Ära der klassischen Adblocker. Mit dem Release von Chrome 150 am 30. Juni 2026 entfernt der Konzern die letzte technische Hintertür, die es Nutzern erlaubte, ältere Erweiterungen vom Typ Manifest V2 (MV2) weiterzubetreiben. Das betrifft allein beim populären uBlock Origin rund 40 Millionen Anwender weltweit.

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Der finale Schritt: Chrome entfernt den versteckten Flag „kExtensionManifestV2Disabled", der als letzter Rettungsanker für MV2-Erweiterungen diente. Bereits im Juli 2026 folgt mit Chrome 151 die vollständige Löschung aller zugehörigen Code-Strukturen. Dann sind Erweiterungen wie uBlock Origin endgültig Geschichte.

Warum Google die Adblocker abschaltet

Google begründet den harten Schnitt mit Sicherheitsrisiken und technischen Altlasten („Technical Debt“) der alten Architektur. Der Kern des Konflikts: Das neue Manifest V3 ersetzt die flexible „webRequest“-API durch die eingeschränkte „declarativeNetRequest“-API. Erlaubte die alte Schnittstelle noch dynamische Eingriffe in Netzwerkdaten, müssen Erweiterungen nun feste Filterregeln deklarieren, die der Browser ausführt.

Die praktischen Folgen für Adblocker sind massiv:

  • Maximal 30.000 Filterregeln – gängige Blocklisten wie EasyList benötigen rund 75.000
  • Keine dynamischen Datenabfragen – Echtzeit-Anpassungen an neue Werbeformen sind unmöglich
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uBlock Origin Lite: Die abgespeckte Alternative

Der Entwickler von uBlock Origin hat mit uBlock Origin Lite eine MV3-kompatible Version veröffentlicht. Doch sie ist ein Schatten ihrer selbst: kleinere Blocklisten, kein dynamisches Filtern. Die versprochene vollständige MV3-Kompatibilität bis Mitte 2025 scheiterte an den unüberwindbaren Grenzen des neuen Frameworks.

Welche Browser-Optionen bleiben?

Während Microsoft Edge und Opera dem Google-Kurs folgen werden, bieten sich Alternativen:

  • Brave setzt auf das eigene „Brave Shields“-System – integrierter Werbeblocker ohne Erweiterungsabhängigkeit
  • Firefox hält an der Unterstützung beider Manifest-Versionen fest – alte Adblocker bleiben funktionsfähig

Kritiker sehen hinter dem Schritt vor allem finanzielle Motive: Googles Werbeumsatz erreichte 2025 rund 239,5 Milliarden Euro. Für Nutzer mit hohem Filterbedarf empfehlen Experten den Umstieg auf netzwerkbasierte Blocker wie Pi-hole oder NextDNS sowie VPN-Dienste mit integrierter Werbeblockade.

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