Chrome 150 & 151: Google blockiert tausende Adblocker endgültig
08.06.2026 - 19:15:30 | boerse-global.de
Mit den kommenden Chrome-Versionen 150 und 151 zieht Google endgültig den Stecker für tausende Adblocker – und ebnet damit den Weg für eine neue Generation von Datenschutz-Tools.
Chrome 150 und 151: Das Ende von Manifest V2
Google setzt seinen lange angekündigten Kurswechsel konsequent um. Mit Chrome 150, das für Ende Juni 2026 erwartet wird, verschwindet die interne Einstellung namens ExtensionManifestV2Disabled. Bislang konnten Nutzer damit veraltete MV2-Erweiterungen manuell wieder aktivieren. Nach dem Update sind solche Erweiterungen nur noch über die Entwicklerwerkzeuge des Browsers zugänglich – für Otto-Normal-Verbraucher faktisch unbrauchbar.
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Der nächste Schritt folgt mit Chrome 151: Dann wird auch der ExtensionManifestV2Unsupported-Flag entfernt. Die Folge: MV2-basierte Software wird für Standardnutzer komplett blockiert. Einzige Ausnahme: Enterprise- und Bildungsumgebungen erhalten vorerst eine verlängerte Schonfrist. Ein konkretes Enddatum für diese Sonderregelung gibt es jedoch nicht.
Mozilla setzt auf natives Adblocker für Firefox
Während Google die Zügel anzieht, geht Mozilla einen anderen Weg. Am 6. Juni 2026 bestätigte die Organisation offiziell, dass sie einen nativen Werbeblocker direkt in Firefox integrieren will. Aktuell laufen Tests mit dem EasyList-Filter-Set.
Schon in Firefox 149 fanden sich versteckte Hinweise auf diese Entwicklung: Der Browser enthält eine eingebaute Version von Bravers adblock-rust-Bibliothek. Zwar ist die Funktion für die meisten Nutzer noch inaktiv, doch die Richtung ist klar. Mozilla setzt auf eingebaute Privatsphäre-Tools – ein strategischer Schachzug, der Firefox von Googles restriktivem Kurs abhebt. Ein genauer Termin für den öffentlichen Start steht noch aus.
Sicherheits-Updates und KI-Integration
Der Umbau der Erweiterungsarchitektur fällt mit einem massiven Sicherheits-Update zusammen. Am 8. Juni 2026 veröffentlichte Google Chrome 149.0.7827.53 – und stopfte damit ganze 429 Sicherheitslücken. 22 dieser Schwachstellen wurden als kritisch eingestuft und betrafen unter anderem die GPU, den Netzwerk-Stack und den integrierten Passwort-Manager.
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Parallel dazu beginnt Chrome automatisch mit der Installation von Gemini Nano, einem 4 Gigabyte großen KI-Modell, auf kompatiblen Geräten. Das Modell wird als spezielle Gewichtungsdatei im Browser-Verzeichnis abgelegt. Wer die automatische Installation verhindern möchte, kann die On-Device-KI in den Systemeinstellungen deaktivieren.
Alternativen boomen: DNS-Blocker und Spezial-Browser
Die Beschränkungen bei Chrome treiben Nutzer in Scharen zu Alternativen. Am 8. Juni 2026 erschien Helium Browser Version 0.13.1.1 – ein auf Chromium basierender Browser ohne Googles Tracking-Components, der einen eingebauten Adblocker mitbringt.
Noch deutlicher zeigt sich der Trend bei DNS-basierten Blocking-Diensten. uBlockDNS, ein Dienst ohne Verbindung zum gleichnamigen Erweiterungsprojekt, meldete für einen 90-Tage-Zeitraum bis Anfang Juni beeindruckende 3,76 Milliarden blockierte Anfragen. Diese Dienste umgehen die Browser-Beschränkungen komplett, indem sie Werbung und Tracking auf Netzwerkebene filtern – eine Methode, die unabhängig von Googles Entscheidungen funktioniert.
Der Markt reagiert: Während Google den Spielraum für Erweiterungen einschränkt, wächst die Nachfrage nach datenschutzfreundlichen Browsern und netzwerkbasierten Blockern. Ob dieser Trend anhält, dürfte auch davon abhängen, wie konsequent Mozilla seinen nativen Adblocker in Firefox umsetzt.
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