Cholesterinsenkung, Bempedosäure

Cholesterinsenkung: Bempedosäure senkt LDL um 31% bei Frauen

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die MILOS-Studie bescheinigt Bempedosäure eine LDL-C-Reduktion von mindestens 24,9 Prozent und ein niedrigeres Zehnjahresrisiko.

Daiichi Sankyo: MILOS-Studie zeigt Bempedosäure im Praxisalltag
Ein steriles, modernes Arztzimmer mit einem leeren medizinischen Tablett und einer Blisterpackung auf einem weißen Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Cholesterinsenkende Therapien werden in klinischen Studien meist unter kontrollierten Bedingungen geprüft. Wie sich ein Wirkstoff im Praxisalltag verhält, ist eine andere Frage – und genau diese beantwortet die MILOS-Studie, die auf dem europäischen Kardiologiekongress ESC 2026 vorgestellt wurde.

Im Zentrum steht Bempedosäure, ein Wirkstoff des japanischen Pharmakonzerns Daiichi Sankyo, der zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen eingesetzt wird.

Deutliche LDL-C-Senkung, mit Unterschieden zwischen den Geschlechtern

Die im August 2026 präsentierten Auswertungen zeigen laut Daiichi Sankyo eine LDL-Cholesterin-Senkung um 31 Prozent bei Frauen und um 25 Prozent bei Männern.

Unabhängig vom Diabetesstatus der Patientinnen und Patienten habe sich das LDL-Cholesterin um mindestens 24,9 Prozent reduziert. Damit liefert die Studie Hinweise darauf, dass die Wirksamkeit von Bempedosäure im realen Versorgungsalltag – also außerhalb streng kontrollierter Studienbedingungen – über verschiedene Patientengruppen hinweg stabil bleibt, wenngleich sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung zeigen.

Für die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel ist diese Differenzierung von Bedeutung: Dyslipidämien zählen zu den zentralen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und die Frage, wie gut eine Therapie tatsächlich im Alltag – bei unterschiedlichen Komorbiditäten, Lebensstilen und individuellen Voraussetzungen – wirkt, ist für behandelnde Ärztinnen und Ärzte relevanter als reine Zulassungsstudien-Ergebnisse.

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Reduziertes kardiovaskuläres Risiko über zehn Jahre

Neben der LDL-C-Senkung liefert die MILOS-Studie auch Daten zum längerfristigen kardiovaskulären Risiko. Bei den ausgewerteten 960 Patientinnen und Patienten wurde das über zehn Jahre berechnete kardiovaskuläre Risiko laut Daiichi Sankyo um 17,1 Prozent relativ beziehungsweise um 4,8 Prozent absolut reduziert.

Diese Größenordnung verdeutlicht, dass eine Senkung des LDL-Cholesterins nicht nur ein Laborwert bleibt, sondern sich in der Modellierung auf das tatsächliche Erkrankungsrisiko über einen längeren Zeitraum niederschlägt.

Bedeutung für die Versorgungspraxis

Für die kardiovaskuläre Prävention insbesondere bei älteren Patientengruppen sind solche Praxisdaten deshalb relevant, weil sie über die kontrollierten Bedingungen klassischer Zulassungsstudien hinausgehen.

Ältere Menschen mit Dyslipidämie leiden häufig unter mehreren Begleiterkrankungen gleichzeitig, etwa Diabetes, wie die MILOS-Studie durch die separate Auswertung nach Diabetesstatus explizit berücksichtigt.

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Dass die LDL-C-Senkung auch in dieser Untergruppe bei mindestens 24,9 Prozent lag, deutet darauf hin, dass der Nutzen der Therapie nicht wesentlich durch eine begleitende Diabeteserkrankung eingeschränkt wird.

Die auf dem ESC 2026 vorgestellten Ergebnisse fügen sich damit in eine wachsende Zahl von Real-World-Analysen ein, die zunehmend als Ergänzung zu randomisierten kontrollierten Studien herangezogen werden, um die tatsächliche Wirksamkeit von Lipidsenkern im Versorgungsalltag abzubilden.

Für Patientinnen und Patienten mit Dyslipidämie und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko liefern solche Daten eine zusätzliche Grundlage für die Therapieentscheidung in der ärztlichen Praxis.

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