Cholesterin-Therapie, ESC

Cholesterin-Therapie: ESC aktualisiert Leitlinien für Alter 40–89

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das ESC-Update bestätigt LDL als Präventionskern und ergänzt die Risikobewertung um SCORE2 sowie SCORE2-OP für 40- bis 89-Jährige.

ESC aktualisiert Leitlinien zu LDL, Risikoscores und Therapietreue
Ein detaillierter Querschnitt einer gesunden Arterie in einer sterilen klinischen Umgebung als Symbol für Herz-Kreislauf-Prävention. Illustration mit AI erstellt.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat auf ihrem Kongress 2025 ein Update ihrer Leitlinien zum Management von Fettstoffwechselstörungen vorgestellt.

Grundlage der Überarbeitung sind Erkenntnisse aus zwölf klinischen Studien und Metaanalysen, die seit 2019 veröffentlicht wurden. Das Update ordnet die LDL-Cholesterin-Senkung erneut als zentrale Säule der kardiovaskulären Prävention ein und ergänzt die Risikoeinschätzung um neue Instrumente.

LDL-Senkung bleibt Kern der Prävention

Die Empfehlung, das LDL-Cholesterin als wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktor konsequent zu senken, wird durch die neu ausgewertete Studienlage bestätigt.

Die bestehenden LDL-Zielwerte, die sich am individuellen kardiovaskulären Risiko orientieren, wurden dabei nicht verändert, sondern durch die aktuelle Evidenz zusätzlich gestützt. Damit bleibt die Grundphilosophie der Therapie unverändert: Je höher das individuelle Risiko, desto niedriger sollte der angestrebte LDL-Wert liegen.

Neue Risikoscores für eine breitere Altersspanne

Ein zentrales Element der Aktualisierung betrifft die Risikoabschätzung selbst. Neu empfohlen werden die Scores SCORE2 und SCORE2-OP, die für Menschen im Alter von 40 bis 89 Jahren zum Einsatz kommen sollen.

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Insbesondere SCORE2-OP – zugeschnitten auf ältere Patientinnen und Patienten – soll eine realistischere Einschätzung des 10-Jahres-Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse ermöglichen als bisherige Modelle. Damit reagiert die Leitlinie auf den Umstand, dass ältere Menschen mit den älteren Risikorechnern häufig unzureichend abgebildet wurden.

Wichtig ist dabei eine methodische Einschränkung: Die Risikoklassifikation mittels SCORE2 beziehungsweise SCORE2-OP dient laut dem Update ausschließlich der initialen Therapieentscheidung.

Für die Reevaluierung im weiteren Behandlungsverlauf – etwa wenn geprüft werden soll, ob eine bereits eingeleitete Therapie angepasst werden muss – ist das Instrument nicht vorgesehen. Diese Unterscheidung soll verhindern, dass die Scores außerhalb ihres validierten Anwendungsbereichs eingesetzt werden.

Flexible Therapieansätze und Adhärenz im Fokus

Neben der reinen LDL-Zielwertsteuerung legt das Update mehrere weitere Schwerpunkte fest. Dazu gehört eine flexiblere Herangehensweise an die LDL-C-Senkung, die unterschiedliche Ausgangssituationen und Verläufe stärker berücksichtigt. Ergänzend rücken fixe Wirkstoffkombinationen in den Vordergrund, die die Therapietreue erleichtern sollen, indem mehrere Substanzen in einem Präparat gebündelt werden.

Auffällig ist zudem die stärkere Berücksichtigung psychosozialer Aspekte im Behandlungsprozess. Das Update erkennt an, dass der langfristige Erfolg einer lipidsenkenden Therapie nicht allein von der Wirkstoffwahl abhängt, sondern maßgeblich davon, ob Patientinnen und Patienten die Behandlung über Jahre hinweg konsequent fortführen. Adhärenz wird damit explizit als eigenständiger Faktor neben der reinen Substanzwirkung behandelt.

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Bedeutung für die klinische Praxis

Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das Update in erster Linie eine Erweiterung des diagnostischen Werkzeugkastens bei der initialen Risikoeinschätzung, nicht jedoch eine grundlegende Neuausrichtung der Zielwerte selbst.

Die Kombination aus altersadaptierten Risikoscores, flexibleren Therapieoptionen und einem stärkeren Blick auf die Adhärenz zeichnet ein Bild einer Leitlinie, die bestehende Prinzipien konsolidiert und um praxisrelevante Werkzeuge ergänzt, anstatt sie zu revidieren.

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