Chinesische, Hacker-Gruppe

Chinesische Hacker-Gruppe: US-Justiz zerschlägt QScan und QTRouter

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Drei Domains der chinesischen Gruppierung QTFY wurden eingezogen. Behörden sehen die Spionageeinheit trotz des Eingriffs weiterhin als Gefahr.

US-Justizministerium legt chinesische QTFY-Hacking-Plattformen lahm
Dunkler Serverraum mit leuchtenden Status-LEDs an metallenen Serverschränken in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das US-Justizministerium hat die Beschlagnahmung mehrerer Internet-Domains bekannt gegeben, die den Hacking-Plattformen QScan und QTRouter zugeordnet werden. Diese Infrastruktur wurde nach offiziellen Angaben von der chinesischen Gruppierung QTFY betrieben. Die Maßnahmen zielten darauf ab, die technischen Kapazitäten der Gruppe, die auch unter dem Namen Nanjing Xinjiuwei Network Technology bekannt ist, massiv einzuschränken.

Staatlich gelenkte Spionage und IoT-Infiltration

Nach Erkenntnissen der US-Behörden stellt QTFY spezialisierte Hacking-Dienstleistungen für die chinesische Regierung bereit. Die Gruppe ist bereits seit dem Jahr 2018 aktiv und konzentriert sich primär auf Angriffe gegen US-Regierungseinrichtungen sowie kritische Infrastrukturen.

Die nun unbrauchbar gemachten Plattformen spielten dabei eine zentrale Rolle: Während QScan für die Infektion von tausenden IoT-Geräten (Internet of Things) genutzt wurde, diente QTRouter dem Aufbau eines sogenannten Obfuskationsnetzwerks. Dieses Netzwerk ermöglichte es den Angreifern, ihre Aktivitäten zu verschleiern, indem der Datenverkehr über die kompromittierten IoT-Geräte umgeleitet wurde.

Die Effizienz der Plattformen wird durch interne Analysen verdeutlicht. Demnach führte QScan im Jahr 2024 an einem einzigen Tag über 2 Mio. Scan-Aufgaben durch und griff dabei auf ein Reservoir von mehr als 200 Exploits zurück. Zusätzlich setzte die Gruppierung fortschrittliche Botnetz-Management-Systeme ein, um die Kontrolle über die infizierten Geräte zu behalten.

Hochrangige Ziele und Datendiebstahl

Die Liste der angegriffenen Institutionen umfasst namhafte US-Behörden und Organisationen. Zu den Opfern zählen unter anderem die NASA, die Federal Reserve, das Energieministerium, das Justizministerium sowie das Gesundheitsministerium.

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Auch das National Institutes of Health (NIH) und der US-Senat waren Ziel von Angriffen. Während ein früherer Versuch, in Systeme der NASA einzudringen, im Jahr 2019 scheiterte, verzeichnete die Gruppe im Jahr 2024 erhebliche Erfolge.

In diesem Zeitraum exfiltrierte QTFY Daten von über 300 Organisationen. Neben Regierungsstellen waren auch Banken, Universitäten und Unternehmen aus dem Verteidigungssektor betroffen. Ein konkreter Vorfall im Jahr 2024 betraf den Datendiebstahl durch die Ausnutzung einer Schwachstelle in Gateways von Check Point Quantum.

Ausnutzung bekannter Software-Schwachstellen

Die Angreifer nutzten systematisch Schwachstellen in weit verbreiteten Softwarelösungen aus, um in fremde Netzwerke einzudringen. Laut den Ermittlungsberichten wurden Sicherheitslücken bei einer Vielzahl von Anbietern adressiert, darunter:

  • BeyondTrust und CrushFTP
  • Ivanti und Check Point
  • Atlassian und Kentico
  • F5, Microsoft und Citrix
  • Fortinet sowie Pulse Secure
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Warnung vor anhaltender Bedrohung

Trotz der erfolgreichen Beschlagnahmung von drei zentralen Domains durch das Justizministerium mahnen US-Sicherheitsbehörden zur Wachsamkeit. In einer gemeinsamen Erklärung warnten das FBI, die NSA und die Cyber National Mission Force, dass QTFY weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstelle.

Die Gruppe verfüge über die Fähigkeit, maßgeschneiderte Plattformen zu entwickeln und einzusetzen. Zwar seien die spezifischen Dienste von QScan und QTRouter vorerst unbrauchbar, die operative Basis der Gruppe bleibe jedoch bestehen. Experten wiesen darauf hin, dass die Akteure ihre Methoden kontinuierlich anpassen, um kritische Systeme in den USA zu infiltrieren.

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