Chinesische Artischocke: Extrakt schützt Hirnnervenzellen und verbessert Kognition
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nutzung pflanzlicher Extrakte zur Unterstützung der neurologischen Gesundheit steht zunehmend im Fokus der biotechnologischen Forschung und industriellen Anwendung. Aktuelle Entwicklungen in Südkorea und internationale Studien unterstreichen das Potenzial natürlicher Inhaltsstoffe für die Neuroprotektion und die Behandlung kognitiver Einschränkungen.
Technologietransfer bei Extrakten der Chinesischen Artischocke
Das ?????????? (Nationales Institut für biologische Ressourcen der Honam-Region) hat einen Lizenzvertrag über den Transfer einer Patenttechnologie mit dem Unternehmen ????? abgeschlossen.
Wie aus einem Bericht vom 22. September 2026 hervorgeht, betrifft die Vereinbarung einen Extrakt aus der Pflanze ???? (Chinesische Artischocke). Dem Institut zufolge konnte für diesen Extrakt eine neuroprotektive Wirkung sowie eine Verbesserung der kognitiven Funktionen nachgewiesen werden.
Die Untersuchungen des Instituts belegen, dass der ????-Extrakt Hirnnervenzellen schützt und Entzündungsprozesse reduziert. Zudem hemmt die Substanz die Bildung von Stoffen, die für den Abbau von Gedächtnis- und Kognitionsleistungen verantwortlich sind, und reguliert das Gleichgewicht der Neurotransmitter.
Das Institut hat bereits drei Patente zu den entsprechenden Zusammensetzungen gesichert, wobei eine Registrierung abgeschlossen ist und zwei weitere Anmeldungen laufen. Das Partnerunternehmen ????? plant, auf Basis dieses Technologietransfers bestehende fermentierte Milchprodukte zu überarbeiten und neue Gesundheitsnahrungsmittel im Bereich der psychischen Gesundheit zu entwickeln.
Marktentwicklung und klinische Belege für Kurkuma-Extrakt
Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen ????? (RP Bio) bereits am 23. Oktober 2025 als erster koreanischer Akteur einen speziellen Inhaltsstoff aus Kurkuma-Extrakt (Curcumin). Dieser Wirkstoff verfügt über eine anerkannte Funktion zur Verbesserung altersbedingter kognitiver Beeinträchtigungen.
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Eine australische Humanstudie mit Patienten, die an leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) leiden, belegte nach einer 12-wöchigen Einnahme signifikante Verbesserungen in standardisierten Tests wie MoCA und ADAS-Cog.
Hintergrund dieses Engagements ist ein struktureller Wandel im koreanischen Markt. Nach einer höchstrichterlichen Niederlage verlieren bisherige Cholin-Alfoscerat-Präparate an Bedeutung, da die Erstattung auf einen Eigenanteil von 80 Prozent reduziert wird. Das bisherige jährliche Verschreibungsvolumen in diesem Segment lag bei 6.000 Milliarden KRW. Die Markteinführung des Curcumin-Präparats durch ????? und die Vertriebspartner ????? sowie ???? ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.
Internationale Forschungsergebnisse zu Phytochemikalien
Auch in Europa und Asien zeigen wissenschaftliche Untersuchungen neue Möglichkeiten der Phytotherapie auf:
- Entdeckung in Duftveilchen: Ein Forschungsteam um den Wissenschaftler Christian Gruber an der MedUni Wien identifizierte das Phytocannabinoid-Peptid vodo-C1 in der Pflanze Viola odorata. Laut einem Bericht vom 21. September 2026 wirkt dieses Peptid als Agonist am Cannabinoid-Typ-2-Rezeptor, ohne psychoaktive Effekte auszulösen.
- Nierenschutz durch Hederagenin: Ein chinesisches Forschungsteam berichtete im August 2026 über das Triterpenoid Hederagenin, das in Efeu und Schwarzkümmel vorkommt. In Versuchen reduzierte die Substanz Nierenalterung und Fibrose durch die Reaktivierung des Klotho-Gens.
- Stoffwechselregulation durch Pterostilben: Forscher der Shinshu University in Japan untersuchten Pterostilben aus Blaubeeren. In Zellkulturen verringerte der Stoff die Fettansammlung durch die Stabilisierung des Reglers PPAR?, wobei ein Nachweis am Menschen noch aussteht.
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Systemische Herausforderungen für die Phytotherapie
Trotz der wissenschaftlichen Fortschritte warnt die Gesellschaft für Phytotherapie (GPT) vor regulatorischen Hürden. Auf einer Fachtagung in Münster im September 2026 betonte der Präsident der Gesellschaft, Andreas Hensel, dass Phytopharmaka seit 2004 von der gesetzlichen Kassenerstattung ausgenommen sind.
Gleichzeitig würden die Anforderungen der Zulassungsbehörden drastisch steigen, während der Markt mit nicht regulierten Nahrungsergänzungsmitteln ohne Wirknachweis gesättigt werde. Es bestehe die Sorge, dass pflanzliche Arzneimittel langfristig vom deutschen Markt verschwinden könnten.
Ergänzend zur pharmakologischen Forschung werden auch alternative Ansätze untersucht. Die Universität Wien führt zwischen 2025 und 2029 eine Langzeitstudie durch, die die Wirkung von Gesangsunterricht auf das Gedächtnis bei über 65-Jährigen analysiert. Die Psychologin Anja-Xiaoxing Cui untersucht hierbei die Hypothese, dass das Musikgedächtnis eine Brücke zu anderen kognitiven Inhalten schlagen kann.
