Chinas, KI-Strategie

Chinas KI-Strategie: 18 Aufgaben in sechs Bereichen sollen Jobs sichern

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chinas Staatsrat verbindet den Ausbau KI-bezogener Beschäftigung mit Risikoprüfungen, Umschulungen und Schutz vor Arbeitsplatzverlusten.
Eine moderne, weitläufige Industriehalle mit klaren architektonischen Linien und natürlichem Licht, ohne Menschen oder Maschinen. Illustration mit AI erstellt.

Der Staatsrat der Volksrepublik China hat eine umfassende Regulierungsinitiative für den Arbeitsmarkt im Zeitalter automatisierter Systeme vorgelegt. Das auf den 16. Oktober 2026 datierte Grundsatzdokument mit dem Titel „Meinungen zur Anpassung an die Entwicklung der KI-Technologie und zur Förderung einer beschäftigungsfreundlichen Entwicklungsweise“ wurde nun offiziell publiziert, wie chinesische Staatsmedien am 23. Oktober 2026 meldeten. Das Rahmenwerk soll die Balance zwischen technologischer Innovation und der Sicherung von Arbeitsplätzen herstellen.

Die neuen Vorgaben gliedern sich in 18 Aufgaben innerhalb von sechs Kernbereichen. Neben der Schaffung neuer Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz und einem beschäftigungsfreundlichen Technologieeinsatz umfasst die Strategie den Ausbau digitaler Kompetenzen, gezielte Beschäftigungsdienste, erweiterten Arbeits- und Sozialschutz sowie ein systematisches Monitoring mit Frühwarnmechanismen für Beschäftigungsrisiken.

Dämpfung von Verdrängungseffekten und Risikoprüfung

Ein Schwerpunkt der Leitlinien liegt auf der Minderung potenzieller Arbeitsplatzverluste. Der Staatliche Rat fordert, KI-Systeme vorrangig dort einzusetzen, wo Arbeitskräftemangel herrscht oder gefährliche Arbeitsumgebungen vorliegen. In arbeitsintensiven Industriezweigen seien Umfang, Intensität und Tempo der Technologieanwendung hingegen umsichtig zu steuern.

Unternehmen werden dazu angehalten, eine sogenannte Arbeitslosigkeits-Pufferphase zu erproben. Diese sieht vor, betroffene Mitarbeiter frühzeitig vor dem großflächigen Einsatz automatisierter Systeme zu informieren sowie Umschulungen und betriebsinterne Versetzungen anzubieten.

Zudem müssen KI-Projekte im Marktzugangsbereich, die erhebliche Auswirkungen auf den Personalbestand erwarten lassen, künftig bereits im Genehmigungsverfahren eine Beschäftigungsrisikobewertung durchlaufen.

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Kommen dennoch Arbeitskräfte durch den technologischen Wandel unter Druck, sollen diese über bestehende Mechanismen zur Bewältigung massenhafter Arbeitslosigkeitsrisiken aufgefangen und Leistungen der Arbeitslosenversicherung verlässlich bereitgestellt werden.

Zudem reguliert Peking den Einsatz von KI im internen Personalmanagement: Missbräuchliche Algorithmen, etwa im Rahmen von Einstellungsdiskriminierung, betrügerischen Stellenangeboten oder bei der Verletzung von Ruhezeiten und Privatsphäre, sollen unterbunden werden.

Förderinstrumente und Wandel des Arbeitsmarktes

Parallel zur Begrenzung von Risiken soll die Beschäftigung im Hochtechnologiesektor gezielt ausgeweitet werden. Die nationale „KI+“-Initiative sieht eine regionale Arbeitsteilung vor: Während KI-Kernindustrien vor allem im Osten Chinas angesiedelt werden sollen, sind Regionen in Zentral- und Westchina für die Datenannotation sowie die Fertigung intelligenter Endgeräte vorgesehen.

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Qualifizierte Betriebe können Finanzhilfen aus dem Sonderprogramm zur Stabilisierung und Ausweitung der Beschäftigung erhalten, flankiert von Mitteln aus dem staatlichen KI-Industrie-Investmentfonds und dem staatlichen Risikokapital-Führungsfonds.

Auf der Bildungsseite sollen Hochschulen Studiengänge mit KI-Bezug überplanmäßig ausbauen, um Berufsfelder wie KI-Ingenieure, digitale Managementberater und KI-Trainer zu stärken. Die Rekrutierungsplattform Zhaopin verzeichnet bereits eine ausgeprägte Nachfrage nach KI-Ingenieuren, insbesondere in der Automobilfertigung und im Bereich des autonomen Fahrens.

Nach offiziellen Angaben des Staatlichen Rates erreichte Chinas Kern-KI-Industrie im Jahr 2025 ein Volumen von über 1,2 Billionen Yuan (rund 178,62 Milliarden US-Dollar) bei landesweit mehr als 6.200 Unternehmen. Zudem hatten bis Ende 2025 über 30 Prozent der Industriebetriebe mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Millionen Yuan KI-Anwendungen im Einsatz.

Der Experte Pan He Lin wies darauf hin, dass die Beschäftigungspolitik im 15. Fünfjahresplan vor strukturellen Herausforderungen stehe: Während traditionelle Stellen in der Auftragsfertigung rückläufig seien, wachse der Bedarf an Fachkräften in der KI- und Umweltbranche kontinuierlich.

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