China, KI-Infrastruktur

China plant 295-Mrd-Dollar-Investition für KI-Infrastruktur bis 2028

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 02:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia passt Prozessoren an chinesische KI-Modelle an, während Exportauflagen gelten und China seine eigene Recheninfrastruktur ausbaut.

Nvidia optimiert China-Chips trotz wachsendem US-Exportdruck
Moderne Server-Racks in einem klimatisierten Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer strategischen Anpassung an die regulatorischen Rahmenbedingungen hat der US-Halbleiterkonzern Nvidia damit begonnen, seine Prozessoren gezielt für chinesische Open-Source-KI-Modelle zu optimieren.

Berichten vom 27. August 2026 zufolge betrifft dies insbesondere Modelle wie DeepSeek V4 Flash sowie Alibabas Qwen 3.8. Damit reagiert das Unternehmen auf die spezifischen Anforderungen des chinesischen Marktes, während der politische Druck durch die US-Regierung weiter zunimmt.

Handelsrestriktionen und Marktentwicklung

Trotz der laufenden Optimierungen sieht sich Nvidia mit erheblichen regulatorischen Hürden konfrontiert. In einer aktuellen Warnung an die US-Börsenaufsicht SEC wies das Unternehmen darauf hin, dass die bestehenden US-Restriktionen dem Geschäft langfristig schaden könnten.

Das Weiße Haus erwäge zudem neue Zölle auf Mikrochips. Zwar hat Nvidia bereits mit der Auslieferung der ersten H200-Chips nach China begonnen – unter anderem erhielten die Technologiekonzerne ByteDance und Tencent entsprechende Lieferungen –, doch unterliegt jeder einzelne Kauf einer individuellen Genehmigungspflicht.

Die wirtschaftliche Bedeutung des China-Geschäfts für die neue Chip-Generation ist derzeit noch begrenzt. Im zweiten Quartal machte der Umsatz mit den H200-Chips in China weniger als 1 % des gesamten Data-Center-Umsatzes aus, der bei 89 Mrd. US-Dollar lag.

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Für das dritte Quartal prognostiziert Nvidia einen Gesamtumsatz von 108 Mrd. US-Dollar, wobei der chinesische Markt in dieser Kalkulation nicht als wesentlicher Treiber berücksichtigt wurde.

Langfristig erwartet das Unternehmen jedoch ein Umsatzwachstum von 70 % im Fiskaljahr 2028. Nvidia reagierte zudem auf die strengen Exportvorgaben mit einer Verschärfung der Käuferprüfungen im asiatischen Raum.

US-Regierung prüft Schlupflöcher

Parallel zu Nvidias Bemühungen intensiviert die US-Regierung die Kontrolle der Exportwege. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung von Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) durch chinesische Firmen in Übersee-Rechenzentren.

Eine Regelung des Bureau of Industry and Security (BIS) vom 31. Mai 2026 schreibt vor, dass Exporte an chinesische Unternehmen auch dann lizenziert werden müssen, wenn sie über deren Tochterfirmen im Ausland abgewickelt werden.

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Chinas Ambitionen auf technologische Autarkie

Während US-Hersteller um Marktanteile unter schwierigen Bedingungen kämpfen, treibt die Volksrepublik China den Ausbau ihrer heimischen KI-Infrastruktur massiv voran.

Bis 2028 plant die Regierung Investitionen in Höhe von 2 Billionen Yuan (ca. 295 Mrd. US-Dollar) für ein nationales KI-Rechenzentrumsnetz. Ziel ist es, dass mindestens 80 % der verwendeten Technologie aus heimischer Produktion stammen, wobei Anbieter wie Huawei eine Schlüsselrolle einnehmen.

Huawei könnte Schätzungen zufolge bis 2028 rund 3,3 Millionen seiner Ascend-Beschleuniger fertigen. Der Marktanteil heimischer KI-Beschleuniger soll bis zum Ende des Jahres 2026 auf etwa 56 % steigen. Bereits heute zeigen chinesische Modelle ihre Leistungsfähigkeit auf lokaler Hardware: So trainierte Zhipu sein GLM-Image-Modell bereits Anfang des Jahres auf Huawei-Ascend-Chips.

Das Modell GLM 5.3 Flash verarbeitete zuletzt über eine Woche hinweg Rekord-Datenmengen von etwa 70 Billionen Tokens ausschließlich auf chinesischen Prozessoren. Auch Meituan nutzte für das Training seines Modells LongCat-2.0 mit 1,6 Billionen Parametern einen Verbund aus 50.000 Chips.

Ausbau der Rechenkapazitäten und Infrastruktur

Ende Juni 2026 erreichte die intelligente Rechenkapazität in China einen Wert von 2.185 EFLOPS. Im Rahmen des 15. Fünfjahresplans (2026–2030) soll die KI-Adoption insbesondere in der Fertigungsindustrie vorangetrieben werden.

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist das Projekt „Eastern Data Western Computing“, bei dem Rechenzentren in ländlichen Regionen wie Guizhou errichtet werden. Dort betreibt Huawei bereits sein größtes Rechenzentrum in der Guian New Area.

Trotz hoher Schuldenlasten in Regionen wie Guizhou soll sich die nationale Kapazität in den nächsten fünf Jahren fast verdoppeln. China Mobile plant zudem, seine KI-Rechenleistung auf 100 EFLOPS zu verdreifachen. Dabei liegt ein verstärkter Fokus auf der Nutzung erneuerbarer Energien; bis 2030 sollen 80 % des Energiebedarfs dieser Zentren aus regenerativen Quellen gedeckt werden.

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