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China: MIIT verbietet manipulative App-Werbung mit Schüttel-Gesten

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das MIIT prüft Apps wegen manipulativer Werbung und Klick-Fallen. Anbieter müssen ihre Schnittstellen anpassen, sonst drohen Sanktionen.

China: MIIT startet Offensive gegen irreführende App-Werbung und Schüttel-Fallen
Nahaufnahme einer Person, die ein Smartphone in der Hand hält, während sie den Bildschirm betrachtet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat eine umfassende Untersuchung mobiler Applikationen eingeleitet, um gegen wettbewerbswidrige und nutzerunfreundliche Werbepraktiken vorzugehen. Im Zentrum der speziellen Inspektion steht das Problem des sogenannten willkürlichen Springens, bei dem Nutzer durch irreführende Anzeigenformate ohne explizite Zustimmung zu externen Inhalten weitergeleitet werden.

Die zuständige Informations- und Kommunikationsverwaltung des Ministeriums stellte fest, dass eine Vielzahl von Anwendungen systematisch Methoden einsetzt, um Klicks zu provozieren.

Besonders kritisiert wurden dabei Startbildschirm-Anzeigen und Pop-up-Fenster, die Nutzer zum Aufrufen von Werbeinhalten verleiten. Ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung sind die sogenannten Schüttel-Gesten. Diese Funktion löst eine Weiterleitung aus, sobald das Endgerät bewegt wird.

Fokus auf irreführende Weiterleitungen

Nach Erkenntnissen der Behörde sind diese Mechanismen in vielen Fällen so hochsensibel eingestellt, dass bereits geringfügige Erschütterungen oder unbeabsichtigte Berührungen des Bildschirms ausreichen, um den Nutzer aus der aktuell verwendeten App herauszuführen. Diese Praxis führe zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bedienbarkeit und erhöhe das Risiko von Fehlberührungen signifikant.

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Die aktuelle Initiative des MIIT basiert unter anderem auf Beobachtungen, die während der großangelegten E-Commerce-Verkaufsförderung im Rahmen des 618-Events Mitte des Jahres gemacht wurden. In diesem Zeitraum war eine Häufung von Apps aufgefallen, die durch manipulative Startbildschirm-Werbung regelwidrige Klick-Anreize schufen.

Das Ministerium hat die betroffenen Unternehmen nun dazu aufgefordert, umgehend eine Selbstprüfung einzuleiten. Dabei soll insbesondere das Design der Informationsfenster grundlegend überprüft und korrigiert werden, um den Schutz der Verbraucher zu gewährleisten.

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Konsequenzen bei Missachtung der Vorgaben

Juristen und Fachleute für Werberecht weisen darauf hin, dass diese Formen der Klick-Induktion gegen geltendes Recht verstoßen. Konkret verletzen die Praktiken laut Einschätzung von Experten den Artikel 44 des chinesischen Werbegesetzes, der klare Vorgaben für digitale Werbeeinblendungen macht. Die Beschwerderaten seitens der Nutzer bezüglich der Fehlbedienungen seien in den vergangenen Monaten auf einem hohen Niveau geblieben.

Um eine nachhaltige Besserung der Situation zu erreichen, kündigte das Ministerium eine kontinuierliche Überwachung des Marktes an. Für Unternehmen, die die geforderten Korrekturen nicht oder nur unzureichend umsetzen, sieht der Maßnahmenkatalog der Behörde verschiedene Eskalationsstufen vor. Dies beginnt bei förmlichen Vorladungen zu Klärungsgesprächen und reicht über die öffentliche Bekanntmachung der Verstöße bis hin zur vollständigen Entfernung der betroffenen Anwendungen aus den App-Stores. Das MIIT betonte, dass die Einhaltung der Richtlinien zur Gestaltung von Nutzerschnittstellen für alle Anbieter verpflichtend sei.

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