China, Millionen

China exportiert 10,3 Millionen Roboter: Dominanz auf globalem Markt

07.07.2026 - 02:09:55 | boerse-global.de

Minieye präsentiert einen hybriden Lieferroboter, der Treppen und Bordsteine überwindet. Die chinesische Branche einigt sich zeitgleich auf ethische Standards.

Minieyes Combo-Roboter: Treppensteigen für die Paketzustellung
China - Ein anspruchsvoller vierbeiniger Radroboter mit einem Paket für urbane Logistik bewegt sich auf einem Bürgersteig. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der chinesische Technologiekonzern Minieye bringt mit seiner „Combo"-Lösung eine neue Generation von Lieferrobotern auf den Markt. Das Besondere: Ein vierbeiniges Radfahrzeug, das Treppen steigen und Bordsteine überwinden kann.

Roboter mit Beinen und Rädern

Das von der Tochterfirma Yaodong Power entwickelte Mischwesen aus Laufroboter und Transportplattform soll die Zustellung dorthin bringen, wo herkömmliche Lieferwagen scheitern. Die technischen Daten können sich sehen lassen: Bis zu 30 Kilogramm Nutzlast, 30 Zentimeter hohe Bordsteine und sogar 80 Zentimeter hohe Stufen meistert der Roboter. Steigungen von bis zu 45 Grad sind für ihn kein Problem.

Die Batterie hält zwei Stunden Dauerbetrieb durch, die Betriebstemperatur liegt zwischen null und 55 Grad Celsius. Das klingt nach einem Gerät für den harten Alltag in dicht bebauten Stadtvierteln.

Zusammen mit dem unbemannten Fahrzeug „Xiaozhu" – das mit hochautomatisierter Level-4-Technologie ohne Karten auskommt – ergibt sich ein durchgängiges Logistiksystem. Die Xiaozhu-Flotte ist bereits in 18 chinesischen Städten im Einsatz.

Branche einigt sich auf ethische Standards

Am selben Tag, an dem Minieye seine Neuheit präsentierte, veröffentlichte die Robotik-Abteilung des chinesischen Maschinenbauverbands einen bemerkenswerten Vorstoß. Unter dem Titel „Gemeinsam Technik für das Gute nutzen" fordern die Autoren ethische Leitplanken, besseren Datenschutz und mehr branchenweite Zusammenarbeit.

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Die Industrie reagiert prompt. Der Hersteller UBTECH signalisierte noch am Abend des 6. Juli seine Zustimmung. Kein Wunder: Das Unternehmen hat mit seiner U1-Serie gerade einen Coup gelandet. Seit dem Marktstart am 30. Juni gingen 13.361 Bestellungen ein – vom Einstiegsmodell U1 Lite für umgerechnet rund 15.000 Euro bis zur High-End-Version U1 Ultra für knapp 125.000 Euro.

Milliarden fließen in die Robotik

Der Markt für intelligente Maschinen boomt, und das Geld sitzt locker. Das Startup Robot Era sicherte sich am 6. Juli eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Yuan (rund 130 Millionen Euro), angeführt vom Staatsfonds Chengtong Fund. Insgesamt hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten mehr als drei Milliarden Yuan eingesammelt. Seit dem zweiten Quartal 2026 liefert Robot Era seine Maschinen in Chargen von über 1.000 Einheiten aus – bei einer Eigenentwicklungsquote von über 95 Prozent.

Auch andere Player drängen an die Börse oder feiern Produktionsrekorde. Unitree erhielt bereits grünes Licht für den Börsengang an der STAR-Market der Shanghaier Börse. Geplant sind 4,2 Milliarden Yuan bei einer Bewertung von 42 Milliarden Yuan. Und Zhiyuan meldete am 28. Juni die Fertigstellung des 15.000sten Roboters der Baureihe Elf G2.

Chinesische Roboter erobern die Welt

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Die Zahlen des internationalen Handels sprechen eine deutliche Sprache: Von Januar bis Mai 2026 exportierte China über 10,3 Millionen Roboter in mehr als 150 Länder. Der Gesamtwert: knapp 20 Milliarden Yuan (rund 2,5 Milliarden Euro). Den Löwenanteil machen Reinigungsroboter mit 14 Milliarden Yuan aus. Industrieroboter folgen mit rund 70.000 exportierten Einheiten. Und über 8.000 intelligente bionische Roboter fanden ebenfalls den Weg ins Ausland.

Die Botschaft ist klar: China setzt nicht nur auf heimische Automatisierung, sondern will auch global zum führenden Anbieter von Robotiklösungen werden. Minieyes Combo-System könnte dabei ein weiterer Mosaikstein sein – und die letzte Meile der Paketzustellung nachhaltig verändern.

de | wissenschaft | 69709250 |